Wandverkleidung mit Rigips oder doch Lehmtrockenbauplatten

28.08.2020 ThorsRache

Wandverkleidung mit Rigips oder doch Lehmtrockenbauplatten

Hallo,

ich habe schon viele Beiträge hier im Forum gelesen zum Thema Innendämmung und viele mehr. Leider habe ich hierbei noch keine für uns passende Lösung gefunden, daher habe ich diese Frage neu gestellt.

Kurz ein paar allgemeine Angaben zur unseren aktuellen Situation.

Wir haben eine Doppelhaushälfte mit dem Baujahr 1902 gekauft und beginnen grade mit der Sarnierung da die letzte Sarnierung vor 20 Jahren nur bedingt erfolgreich durchgeführt wurde.
Die Anfrage bezieht sich auf die Instandsetzung der Vorsatzschale der Außenwände. Das Problem des Hauses liegt dabei in einer Schieflage aufgrund von damals (vor ca. 40 Jahren) aufgetretenen Bergschäden. Diese Schieflage ist soweit ausgeprägt das man ein Gefälle von ca. 5-6 cm je Meter hat. Um die daraus resultierenden Schiefen Wände (36iger Mauerwerk) zu kaschieren hat man alle Wände mit Rigips Trockenbauwänden verkleidet. Im Bereich der Außenwände wurde das Ständerwerk mit Glaswolle ausgestopft.

Aktuell ist die Situation wie folgt:
Alle Außénwände wurde vom Rigips durch uns befreit um die darunter befindeliche Dämmwolle zu entfernen, da diese Stellenweise schon schwarz verfärbt war und auch zu kleineren Schimmeligen Stellen geführt hat.

Nun sind wir unschlüssig wie wir die Wand neu verkleiden da uns verschiedene Dinge geraten empfohlen wurden. Daher würde ich gerne hier die uns vorgeschlagenen Lösungen erläutern und um eure Meinung/Empfehlung bitten. In erster Linie geht es uns nicht um eine Innendämmung.

Variante 1:
Ständerwerk wieder mit Rigipsplatten verkleiden allerdings ohne Glaswolle
-Dies war unsere eigentliche Idee, allerdings wurde uns davon abgeraten da mit oder ohne Glaswolle das Problem der Kondenswasserbildung bleibt

Variante 2:
Ständerwerk wieder mit Rigisplatten verkleiden allerdings ohne Glaswolle und mit Hinterlüftung
- Wie müsste man hier die Hinterlüftung realisieren? Sind Lüftungsgitter nötig?

Variante 3:
Ständerwerk mit Lehmtrockenbauplatten verkleiden
- Gibt es bei den Lehmtrockenbauplatten das selbe Problem mit einer nötigen Hinterlüftung oder sind diese von ihren Eigenschaften besser geeignet als Rigips?
- Wie verhält es sich wen die Außenwände mit Lehmtrockenbauplatten verkleidet sind und die restlichen Wände mit Rigips?

Variante 4:
Ständerwerk demontieren und Gesamte Wand mit einem Lehmputz neu verputzen.
- Hier wären teilweise Hohe Schichtdicken nötig


Variante 4 ist eigentlich keine echte Option für uns da dann die Installationsebene weg fällt.

Ich freue mich Fragen und Anregungen und Empfehlungen.

Auf den Fotos kommt die Schiefe Wand nicht so zur Geltung.



Übergang Innen- und Außenwand


Übergang Innen- und Außenwand

Gesamtsituation vor Ort
Installationsebene zu erkennen



Nicht passende Antworten



Naja gut - wenn die Antworten nicht passen kann man noch mal fragen.
Antworten, aber wenn sie dir auch nicht passen, was machen wir dann (?):
- Variante 1 - Schimmel halt die GKB und die Wand umso mehr, aber dafür keine Glaswolle. Keine Lösung.
- Variante 2 - Ich sorge dafür das noch mehr warme Feuchte Luft in die Vorsatzschale kommt. Also noch mehr Feuchtigkeit und noch mehr Schimmel. Kondensatmaschine mit Schimmelgarantie. Keine Lösung
- Variante 3 - Der Lehm nimmt zwar mehr Feuchtigkeit auf und gibt ihn schneller ab trotzdem würde ich hier auch Schimmel erwarten. Schließlich bleibt die Wand und der Hohlraum kälter und feuchter. Keine Lösung.
- Varainate 4 - schon besser aber ggf. wird der Lehm gar nicht trocken, weil die Wand an der Stelle entweder durchfeuchtet ist oder so kalt das hier das Kondensatwasser trotzdem den Lehm durchfeuchtet. War eh keine Lösung weil, wie du schriebst, keine Option.

Variante 5 - Ursachenuntersuchung. Ist es ein Kondenswasserproblem oder kommt die Feuchtigkeit aus der Wand. Ich würde auf Ersteres tippen - aber genauer läßt sich das vor Ort herausfinden. Dann spräche vieles für eine Dämmung (Kalziumsilikatplatten, Holzfaserdämmplatten, Dämmputz oder ähnlich) und ein feuchtigkeitsregulierender Putz (Lehm oder Kalk) mit entsprechendem Anstrich.

Variante 6 - Ist es wirklich ein Kondensatproblem geht es auch mit einer Trockenbauvorsatzschale (siehe Variante wie gehabt) fachgerecht mit einer entsprechenden Dampfbremse verbaut. Anschlüsse und alle Durchdringungen müssen natürlich fachgerecht ausgeführt und dicht sein, was für den Laien, Allroundhandwerker und Pfuscher meist eine große Herausforderung darstellt.

Ich hoffe die passende Lösung war dabei - alles Gute - M.Mattonet, Ingenieurbüro Bergisches Land.



Nicht passende Antworten



Hallo,

es geht hier nicht darum das uns die vorgeschlagenen Antworten nicht gefiehlen. Sondern das wir nach der besten und richtigen Lösung suchen.

Ersteinmal Danke für die schnelle Antwort.

Um auf ihre Variante 5 einzugehen:

Wir hatten bisher schon jemanden mit einem Feuchtigkeitsmessgerät da. Dieser hat auch die Außenwände gemessen und als trocken bezeichnet. Ist dies als ausreichende Ursachenforschung anzusehen und somit auf ein Kondenswasserproblem zu schließen? Oder welche weitergehenden Ursachenrforschungen würden Sie uns noch raten?



Ursachenforschung



sollte nicht persönlich sein. Manchmal sind Leute einfach unzufrieden weil sie nicht die Antwort bekommen die sie sich wünschen. Manchmal sind die Antworten hier, auch andere als ein Schwarm Hobbyhandwerker, Pfuscher und Möchtegernexperten aus (a)sozialen Medien. Deswegen kommt, was ich so schreibe auch manchmal etwas "launig" rüber.

Zur Sache - wenn der gute Mann mit dem Feuchtemessegerät umgehen konnte und wußte was er tat, ist das ein Hinweis, dass es sich Tatsächlich um ein Kondensatproblem handelte, was auch für die Verbauung typisch wäre.



Hallo



Wenn ich mir das erste Foto ansehe … sehe ich WAS?

Ist das ein Putz … ich meine das graue … das schaut mir aus wie ein Kalkzementputz oder ist das ein durchfeuchteter Kalkputz … ???

Mein Vorschlag:
- Den alten Putz runter machen
- Installieren von Heizleitungen (Temperierung nach Großeschmidt) und Elektrokabeln
- mehrlagigen Lehm oder Kalkputzauftrag
- Streichen mit KalkKaseinFarbe
Fertig

(evtl noch vorher abklären ob es andere "Bauschäden" gibt … )

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Reaktionen



@Herr Mattonet: Ich hatte mich etwas über die launische Schreibweise gewundert aber das stellt ja kein Problem dar.
Zur Sache: Ich denke der gute Mann wußte was er tut da er auch öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maurer und Betonbauerhandwerk ist.

Somit blieben die Varianten 5 mit Dämmung oder Variante 6 übrig.

Wo würde den bei Variante 6 die Dampfsperre angebracht werden?

@ Herr Kunz:
Sie sehen hier nach Aussage eines Malermeisters einen KalkZementPutz. Und keinen durchfeuchteten Kalkputz.

Können Sie eine Grobe Kostenabschätzung für Ihre Lösung liefern?

Bauschäden gibt es noch andere. Diese sind soweit aber alle geklärt. Es gibt z.B. einen Träger der Kappendecke ohne Auflage da man den Sturz über der Kellertür einfach entfernt hat und es gibt einen großen Wasserschaden im Obergeschoss durch das alte Badezimmer. Hier sind wir dabei alle zu entkernen, sodass nur noch die Außenwände und die Balken der Holzbalkendecke übrig bleiben (Der ganze alte Fußboden/Deckenaufbau war durch das Wasser geschädigt)



Hallo



Versuchen Sie sich ein Sanierungskonzept erstellen zu lassen … 

damit alles ineinandergreifen kann … und dass man die Schritte richtig machen und planen kann … 

So ein InternetRechercheGestöpsel wird nie etwas richtiges … 

Eine Kostenschätzung ist in diesem Stadium wirklich nicht möglich … da fehlen doch zu viele Parameter …

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Noch ein Hinweis



mal zur Info, ohne es genauer untersucht zu haben:
https://www.hanfstein.eu/home-deutsch/hanfputze/