Perimeterdämmung

06.08.2005



Hallo Forum,
wir wollen an unser alten Haus die Grundmauern Freilegen und nachträglichen Wasserschutz erreichen. Die klassische Methode mit Styropor und Schwarsanstrich lehnen wir ab. Unser Plan: gewaschener Kies so 16/32 mit ablaufender Drainage und Sperrbahn gegen Erdreich (Noppenbahn oder gestämpfter Ton). Um den Kies gegen gegen "Verunreinigung" zu schützen ringsherum Geotextil. Was haltet ihr davon ?
Danke für Eure Zeit und Antworten
Nadine + Andreas



Wozu?



Welche Probleme gibt es , die Sie dazu bewegen, eine Drainage einbauen zu wollen?

einen Keller gibt es anscheinend nicht. Um mehr dazu sagen zu können wären folgende Angaben hilfreich: Bodenverhältnisse, Hanglage, Grundwasserstand.



Bei Trockenlegungsarbeiten Mauer eingestürzt !



Dazu auch ein Beitrag aus der Presse.
Ich würde auch warnen das Wasser "besser" zu Verteilen und auch erst Recht einzuleiten.
Für was auch?
Am 17. April 2002, um 01.30 Uhr wurde die FF - Deutsch-Wagram von einem 32-jährigen Hausbesitzer aus Deutsch Wagram alamriert, weil ein Teil seines Wohnhauszubaues eingestürzt war.
Die Feuerwehr rückte mit 2o Mann und 4 Fahrzeugen zum Einatzort aus. Bei den Erhebungen wurde festgestellt, dass zur Zeit am besagten Objekt Trockenlegungsarbeiten durchgeführt werden. Rund um das Haus war zu diesem Zweck von einem Bauunternehmen eine etwa 60 cm tiefe Künette gegraben worden. An der Hinterseite des Wohnhauses, um den Bereich eines nicht überdachten Zubaues in einer Größe von 3 x 5 m2, durch den man in den Hof des Anwesens gelangt, dürfte das im Jahre 1955 mangelhaft aufgeführte Fundament nachgegeben haben. Dadurch ist die nordöstliche, aus Ziegeln gemauerte Ecke des Zubaues in einer Fläche von ca. 10 m2, mitsamt der Ausgangstür nach außen in die Künette gekippt.
Die Feuerwehr stützte den Rest des Zubaues ab. Der Einsatz war um 02.45 Uhr beendet.
Personen kamen nicht zu Schaden.
Der Sachschaden dürfte ca. 6.000 bis 8.000 Euro betragen.
(RMR )
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Außer - lassen Sie das Mauerwerk wie es ist.
Mir sind mehrer Objekte mit erheblichen Bauschäden bekannt!



Hausdaten



Hallo Rainer,
hier unsere Hausdaten: 100 J. altes massives Wohnhaus mit GF 7 x 12 m in Südhanglage, teilunterkellert,Boden: Lehm/Ton (mit einen Spatenstich bestes "gelbes Rosengold") und Fundament mit Ziegel und ab 20cm Erdreich Naturstein
Wasserschäden sind derzeit nicht erkennbar aber 2 Probleme:
Durch die Kellerwand rinnt bei Regen / Schnee das Wasser und der Lehmhang wird das Wasser auf unsere Giebelwand drücken (vermutlich).
Wir wollen eigentlich nur, dass das Wasser sich nicht an den Fundamentwänden sammelt. Wir wollen keine Dämmung sprich Abdichtung des Mauerwerkes/Fundamentes.
Wir glauben das ein Kiesgraben mit Drainage ausreichend wäre, denn ein Teil des Regenwassers(kein Dachüberstand) läuft natürlich auch ans Fundament.
Manchmal denken wir:der Aufwand lohnt doch gar nicht , das Haus steht schon 100 Jahre.
Tja was denkst Du ?
Gruß nadine + andreas



Fundamente - Dicht



Hallo
Das Beste ist immer das „asser nicht an die Wand hinlassen.
Vor der Wand das Gefälle einstellen, das das Wasser ableitet.
Dann die von Ihnen angeprochene Schotter und Kiespackung. Die Wände nicht zu tief aufgraben - wenn überhaupt.
Evtl mürbe Fugen in den Aussenwänden im Sockelbereich etc. mit z.B. PS50 (solubel) neu verfugen.
Bei den Geotextilbahnen würde ich vorsichtig sein - die setzen sich schnelle zu als man denkt und sind dann "dicht" und Wasser läuft dann nicht mehr ab und staut sich. Bei anstehendem Lehmboden im Fundamentbereich nicht zu viel "wollen und machen" (siehe Beitrag von Herrn Bromm)
Ich würde keine Sperrbahnen, Noppendinger oder sonstiges "modernes" verwenden.
mfG

FK



Alternativ...



Hallo, früher hat man den oberen Teil von Brunnenschächten mit einem Lehmkegel versehen, um das Eindringen von verschmutztem Oberflächenwasser zu verhindern. Haben wir bei unserem Haus ähnlich gemacht: Sockelmauerwerk mit Trass-Kalk verputzt, Lehmkegel an die Fundamente angestampft und den entstandenen Graben an der Ecke vom Haus weg mit Gefälle verlängert, am Ende eine kleine Grube (1qm / 1m tief) zum versickern ausgehoben, anschließend alles mit Mineralgemisch (0/22) aufgefüllt - Erde oder Geweg drüber... fertig: keine Folien oder ähnliches und vor allem: an der Fuge Erdreich-Wand kann kein ablaufendes Fassadenwasser eindringen.
Auch wenn Erdreich in das Mineralgemisch eingeschwämmt wird, der Lehm am Sockel dürfte dauerhaft dichter sein als der so aufgefüllte Graben.

Gruß Frank