Dämmung Innenwand Foamglas

26.05.2011



Ich möchte meine Souterrain Wohnung dämmen.

Die Frage stellt sich mir welches Material ich nehmen soll.

Ich habe an eine Stärke um die 6 cm gedacht.

Könnt ihr mir ein paar Tipps geben?

Z.b Foarmglas, Calziumsilikat, Holzweichfaserplatten z.b von Gutex oder Mineraldämmplatten. Oder andere alternativen!!!

Danke vorab.

Masa



Hallo Masda,



ich würde Weichholzfaserplatten empfehlen. Hier liegen Langzeiterfahrungen vor, das Produkt hat eine gutes Preis/ Leistungsverhältniss.

Grüße





Wie sieht der Wandaufbau bisher aus?

- Welche Materialien, welche Wandstärke? Verputzt?
- Wie tief eingegraben?
- Geht das Mauerwerk außen gegen das Erdreich oder ist es abgedichtet?
- Gibt es Feuchte Stellen an Wand oder Boden, einen Feuchtehorizont?
Kann die Lage der Oberkante des Erdreiches außen an der Innenwandseite
über eine Verfärbung an Stein oder Fuge abgelesen werden?
- ... oder ist alles "knochentrocken"?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Wandaufbau



@Christoph Kornmayer


Wie sieht der Wandaufbau bisher aus?

- Welche Materialien, welche Wandstärke? Verputzt?

Wandstärke ca 40 cm ( Ziegelwand, vermutlich mit Hohlschicht. Haus ist von 1907.)Die Wände sind teilweise mit Kalk-Zement Putz verputzt, vieleicht auch mit ein bisschen Gips.

- Wie tief eingegraben?

Die Wände sind ca. 50 cm eingegraben. (Könnten daher in einen Raum den Boden nicht tieferlegen )

- Geht das Mauerwerk außen gegen das Erdreich oder ist es abgedichtet?

50% großer Lichtschacht bei den Rest könnte ich nur Vermutung anstellen, da keine Aufgrabung stattgefunden hat.

- Gibt es feuchte Stellen an Wand oder Boden, einen Feuchtehorizont?

Eine Wandfläche ist komplett durchfeuchtet gewesen. Ursache verstopftes Regenrohr. Muss wohl seit Jahren verstopft gewesen sein. Ursache beseitigt seit dem Trocken.


Kann die Lage der Oberkante des Erdreiches außen an der Innenwandseite
über eine Verfärbung an Stein oder Fuge abgelesen werden?
- ... oder ist alles "knochentrocken"?

Nur bei der feuchten Wand ( Regenrohr ) bei den Rest ist nichts zu sehen.

Ich hoffe ich habe ihre Fragen so weit beantwortet.

Masa



Kann mir noch jemand einen Tipp geben.



Hallo liebe Forum Teilnehmer.

Hat noch jemand einen Tipp für mich.

Dank im voraus.

Masa



...



Foamglas und Mineralfaser sind nicht kapilar aktiv! foamglas dazu noch diffusionsdicht. Beide Systeme würden damit bei gleicher Verarbeitung ein höheres Schadensrisiko mit sich bringen als kapilar aktive Dämmstoffe wie etwa Calciumsilikat und alle Naturfasern. Calciumsilikat hat alle Vorteile eines minealischen Werstoffes (insbes. unverrottbar) ist aber auch wesentlich teurer als z.B. Naturfaserdämmstoffe. Letztere kommen bei zu hoher Feuchtebelastung ebenfalls an ihre Grenzen (siehe Fragen von Herrn Kornmeyer). ... Die endgültige Stärke der Dämmung sollte sich nach dem gewälten System richten und verhindert meist die Einhaltung der von der EnEv geforderten Richtwerte.

Für die Planung einer Innendämmung sollte daher idealerweise ein Fachmann heran gezogen werden. Ansonsten ist einiges an Handwerklichen und bauphysikalischem Wissen gefordert.

Gruß aus Berlin,





Hallo Masa,

die Dämmung eines Gebäudes besitzt nicht ausschließlich positive Aspekte, sondern kann – falsch montiert, falsch dimensioniert, falsch endbehandelt – nicht nur zum Verlust der beabsichtigten Dämmwirkung, sondern sogar dauerhaft zu Schäden an Gebäude und nicht zuletzt Gesundheit führen.
Problematisch ist bei allen raumseitigen Dämmmaßnahmen, dass die zukünftige Temperatur der bestehenden Außenwand herabgesetzt wird und der Taupunkt somit rechnerisch nach innen wandert. Es besteht dann die erhöhte Gefahr des Tauwasserausfalls im Bereich der ehemaligen Wandinnenseite. Eine Berechnung ist unerlässlich.

Da es sich bei Dir um eine Wohnung und nicht um einen Keller handelt ist hier einiges mehr zu beachten. Ich gehe zunächst davon aus, dass der Schaden des Fallrohres behoben ist und alles ringsherum abgetrocknet ist.
Eine Dämmung mit Calciumsilikatplatten (CS-Platten) ist denkbar, mehr zur CS-Platte findest Du => hier.

Durch eine Innendämmung wird zunächst die Oberflächentemperatur der Wand angehoben, sodass (richtig dimensioniert) ein Tauwasserausfall auf der Wandfläche ganzjährig verhindert wird. Wenn es doch einmal dazu kommt können die kapillar aktiven CS-Platten etwas Feuchtigkeit auch "wegpuffern" und später wieder an die Raumluft abgeben. Ausreichende Lüftung ist Pflicht!

Da ein erneuter Wasserschaden, beispielsweise durch defekte Grundleitungen, Regenrohre, Starkregenereignisse etc. nirgends gänzlich auszuschließen sind sollte die äußere Abdichtung der Wand mit einer Perimeterdämmung bis hoch in den Spritzwasserbereich intakt sein / hergestellt werden. Wenn nicht dürfte die Wand im Laufe der Zeit "absaufen".

Werden nur Wände und Fenster in einem bewohnten Souterrraingeschoss ertüchtigt stellt der Fußboden in Zukunft den kondenswassergefährdeten Schwachpunkt dar.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer