Unterlüfteter Parkettaufbau auf Kellerboden

27.06.2007



Hallo allerseits,
Unser Haus steht an einem Hang. Daher besteht sicher keine grosse Gefahr wegen Grundwasser. Das Zimmer, in dem ich nun einen neuen Parkett einbauen möchte liegt im Keller. Da der Hang aber sehr steil ist, ligt die Vorderseite des Zimmer völlig über der Erde. Der hintere Teil ist aber ca. 1m darunter. Hinter diesem Zimmer kommt anschliessend der richtige Keller, der zum grössten Teil ganz im Erdreich steckt.
Der Ursprüngliche Belag im behandelten Zimmer war mit einem versiegelten Korkparkett ausgelegt gewesen, der direkt auf die Betonplatte geklebt war. Unter der Betonplatte beginnt direkt das Erdreich.
Beim Entfernen des Korks ist mir nun aufgefallen, dass der Boden im hinteren Bereich unter dem Kork leicht feucht war.
Meine Idee wäre nun, einen unterlüfteten Boden einzubauen. Also zuerst Balken zu verlegen, zwischen die Balken Steinwolle als Isolierung und das Ganze dann mit OSB-Platten abzudecken. Auf diese Platten hätte ich dann einen Holzparkett verlegt.
Meine Frage lautet nun, ist diese Aufbauvariante sinnvoll und wenn nicht, wo müsste ich noch etwas ändern?



Wichtig



ist die fachgerechte Abdichtung der Bodenplatte, was mit einer Schweißbahn erfolgen könnte. Zu klären wäre ferner, ob die Wand Wasser zieht.

Als Dämmstoff würde ich statt der Mineralwolle zu einer Liapor-Schüttung greifen. Die Unterlüftung wäre damit verzichtbar.

Grüße

Thomas



Frage



Was kann ich tun, damit die Wand keine Feuchtigkeit zieht? Gibt es da eine einfache möglichkeit oder müsste ich in der Wand eine Kapillarbrechende Schicht einbauen. Dies wäre wahrscheinlich nicht gerade billig!



Unterlüfteter Parkettaufbau



Warum sollte die Wand "Wasser ziehen"?
Die aufgehenden Wände wurden und werden i.d.R. mit waagerechten Abdichtungen versehen, damit das nicht passiert. Fehlt die Dichtung denn bei Euch?
Wenn eine durchgehende Bodenplatte vorhanden ist, können nichttragende Wände auch direkt auf die Bodenplatte ohne Abdichtung gestellt worden sein. Da die Bodenplatten i.d.R.auf einer kapillarbrechenden Kiesschicht betoniert wurden, ist aufsteigende Feuchte zu vernachlässigen.
Übrigens, auch Kondenswasser, das an einer unterkühlten Wand herunterläuft, kann solche Durchfeuchtungen verursachen!

Viele Grüße
Georg



Feuchte Wand



So eine Abdichtung ist nicht vorhanden! Die Wand wurde direkt aufs Erdreich gestellt. Dazumal hat man scheinbar noch nicht auf solche Sachen geschaut(Das Haus wurde in oder kurz nach den Kriegsjahren gebaut). An einer Stelle des Zimmers habe ich den Betonboden aufgemacht und gegraben. Dabei bin ich nach ca. 30cm Tiefe auf das Ende der Mauer gestossen (Innenwand). Die Aussenwand reicht ca. 1m tief in die Erde. Die Wände wurden also vor dem Giessen des Betonbodens errichtet.



Feuchte Wand gelöst



OK, ich habe nun das Problem mit der feuchten Wand gelöst. Es gibt ein Gel, der mittels Bohrlöcher in die Wand gebracht wird und der sich anschliessend durch die Kapillarwirkung in der Mauer verteit und so eine beständige Kapillarbrechende Schicht in der Mauer erzeugt. Der Gel heisst DRYZONE. (http://www.dryzone.eu/de/)



Dampfsperre



Nun habe ich doch noch eine Frage. Hat jemand Erfahrung mit Dampfsperren unter Parkettböden? Ich habe gehört, dass es Folien gibt, die Trittschalldämmung und Dampfsperre in sich vereinen. Zudem ist es meiner Ansicht nach wichtig, dass die Folie trotzdem atmungsaktiv ist. Andernfalls könnte sich ja unter der Folie Kondenswasser ansammeln und der daraus resultierende Schimmel!? Kennt jemand ein geeignetes Produkt?



Unterlüfteter Parkettaufbau



Die Frage nach der Dampfsperre wurde bereits von Thomas beantwortet.
Ob dieser nicht billige chemische Hammer wirklich notwendig und sinnvoll ist, lasse ich mal dahingestellt.

Viele Grüße
Georg



Foliennamen



Ich bräuchte irgend einen Namen dieser Folie, damit ich sie im Baugeschäft auch finden kann.



Unterlüfteter Parkettaufbau



Du willst eine Dampfsperre, die trotzdem atmingsaktiv ist?
Das ist wie ein Präservativ mit Löchern!
Wozu brauchst Du eigentlich auf einer Bodenplatte Trittschalldämmung?
Nachdenken!

Viele Grüße
Georg



Folie



Also würde es eine normale Baufolie auch tun? Was ist aber mit dem allfällig kondensierten Wasser? Geht das dann einfach wieder durch den Beton zurück in den Boden? Oder kann es das durch den weiteren Bodenaufbau und die daraus viel kleineren Temperaturunterschiede zwischen Beton und Plastikfolie gar nicht geben?
Ich entschuldige mich für die filleicht etwas blöden Fragen, aber ich bin auf diesem Gebiet wirklich neu. (Jeder beginnt einmal von null)



Unterlüfteter Parkettaufbau



Um Deinen Trägheitsvektor im Großhirn abzulenken:
Ich hatte bereits auf den Beitrag von Thomas verwiesen.
Also, noch mal:
Auf den Unterbeton kommt eine Abdichtung, üblich und von Thomas (und mir) empfohlen eine Schweißbahn. Das sind bituminierte Metall- oder Kunststofffolien, die mit Schmelzkleber aufgebracht werden(sehen aus wie Dachpappe).
Sie sind wasser- und dampfdicht. Danach braucht man keine weiteren Abdichtungen (außer eventuell im Bad) einzubauen!
Darauf wie von Thomas vorgeschlagen eine Liapor- Schüttung zur Wärmedämmung, Lagerhölzer und Dielung.
Nix Folie!

Viele Grüße
Georg



Liaporschüttung



Ich bin nun so weit, die Liaporschüttung vorzunehmen. Kann mir nun jemand sagen, wie dick diese Schüttung ungefähr sein müsste?



Die Schüttung



kommt zwischen die Lagerhölzer, richtet sich somit nach deren Höhe.

Gut Dämm!

Thomas