Holzwurmbefall alt oder neu?




Hallo zusammen,

erst mal wollten wir uns bereits vorab schonmal bei allen Forenteilnehmern für die vielen hilfreichen Tips bedanken die wir schon nutzen konnten.

Nun aber mal zu unserem Problem, wir haben ein FWH gekauft Bj. ca um 1850 mit Anbau aus Bj. ca 1930. An einer Wand haben wir das Fachwerk freigelegt und siehe da "sehr schön" alt und schmutzig aber gut in schuss. Auf der gegenüberliegenden Wand hatten wir das gleiche vor aber als die ersten Fächer fielen kam der halbe Pfosten mit.
Das Fachwerk an dieser Wand, überwiegend Nadelholz, sah und sieht wirklich schlecht aus. Löcher wie ein guter Schweizer Käse. Nun die Frage: kann uns jemand einen guten Experten nennen um festzustellen ob der Wurm noch da ist bzw. können wir das auch? Die Wände links und rechts von dieser Wand sind i.O.(Boden und Decke folgen) Wir hatten schonmal gedacht das es noch ein "Altschaden" sein könnte denn in den 60´gern gab es einen Befall der behandelt wurde mit Erfolg.



Ein Teil der Wirklichkeit



Hallo Markus

Dort auf dem Bild sieht alles nach erloschen Altbefall tierischer Holzschädlinge aus (anscheinend waren aber auch Pilze im Spiel).
Zeig uns mal die anderen 200 Fotos, dann kann man vielleicht etwas Genaueres über die Befallssituation sagen.

Gruß

L. Parisek



...das war der erste Stein...



Hallo L. Parisek,

vielen Dank für die schnelle Antwort und Sie haben uns den ersten Schock etwas genommen.

Ich habe noch ein paar Bilder hochgeladen, sollte noch weiter besser sein dann erst zum WE hin.

Es sind leider keine 200 Bilder vom Haus sondern von meiner besseren Hälfte und unserer Tochter. (Beide haben nichts mit den Zustand des Hauses zu tun :-))

Grüße

Markus Cremer



autsch!



sie sollten nach dem zweiten bild schon mal sehr tapfer sein (ich hatte da schon vermutungen nach dem ersten), denn leider bekommt ihr motto wohl eine dimension, die sie bei der auswahl nicht bedacht haben.
ich bin kein experte, nur ebenfalls hausschwamm-betroffener und hoffe für sie, dass lutz entwarnung geben kann, glaube aber nicht wirklich dran.
für mich sieht das doch sehr nach dem (derzeit inaktiven, aber das macht es nicht besser) myzel eines holzzersörenden pilzes aus. ob jetzt echter Hausschwamm oder Kellerschwamm lassen wir mal dahingestellt, einen unterschied macht das eh nicht wirklich.

ps: sie sollten, bis sie von lutz hören oder einen experten vor ort zu rate gezogen haben, alle arbeiten einstellen. sie verbreiten sonst die sporen im ganzen haus, falls es sich um den casus hausschwamm handelt.



Unangenehme Überraschungen


Huckfeldt  Tobias Dr. rer. nat. Dipl.-Biol.

Hallo Markus

Ich teile Bettinas Bedenken. Das schaut wirklich nach einem holzzerstörenden Pilz aus.(rechts oben scheint sich sogar ein neues Flächenmyzel zu bilden.
Also Probe entnehmen und überprüfen lassen. Zum Beispiel bei rechts stehender Adresse (Kosten ca. 85,00 Euro)

Gruß

L. Parisek



Spezi aus´m Pott



Hallo Markus Cremer,
Du frägtest nach Ekspärden für solcherlei? Versuch es doch mal mit Ulrich Arnold, auch hier Community-Mitglied im Forum. Öbuv SV für Holzschutz, Bau.-Ing., Zimmerer, kommt aus Castrop.
Grüße von einem Bergischen Exilanten
Martin Malangeri



...das ist schlecht...



glaube aber es könnte noch schlimmer sein...Oder sollen wir jetzt die Flinte ins Korn werfen? Wohl eher nicht! Solange Hoffnung besteht und unser "Objekt der Begierde" zu retten ist wollen wir es auch versuchen.
Und solange der Wurm nicht mehr da ist kann man sich doch auch mit ganzer Kraft der beseitigung des Schwammes widmen.
Sicherlich sind das Überraschungen die nicht sein müssen aber sollen wir jetzt den Kopf in den Sand stecken? WIR hätten ja auch eine Betonbude kaufen können und keinen Wurm und evt. auch keinen Pilz gehabt.

Ich danke euch bis jetzt werde am Abend eine Probe holen und einschicken.
Wie sieht das denn aus mit dem weiterarbeiten? Wie lange dauert diese Untersuchung und was passsiert wenn das Ergebins nicht so gut ist? Was ist mit dem Lehm den wir entfernt haben können wir den wiederverwerten? Ihr seht Fragen über Fragen.....


Grüße aus der ferne

Markus Cremer



Ärmel aufkrempeln



Hallo Markus

1. Bitte den Lehm vorerst nicht wiederverwenden
2. Untersuchungsergebnisse abwarten
3. Jetzt schon Spezialisten suchen (Fachwerk Kollege Ulrich Arnold ist ein guter Tip und liegt glaube ich relativ raumnah)
4. Bitte erst einmal bei den weiteren Arbeiten Vorsicht walten lassen.
5. Bitte keine Spuren vernichten (Fundstücke zuordnungsbar aufheben)

Lutz Parisek



markus,



ich finde ihren optimismus erfrischend, danke. ich bin derzeit in einer eher deprimierten alten-hütten-phase von wegen wetter und haus endlich mal fertig haben usw. (meine schwammbehandlung ist wenigstens bereits abgeschlossen). derzeit ist mein Glas halb leer.
so ein bißchen gute laune tut da doch sehr wohl.
natürlich gibt es ein leben mit dem Schwamm (ob es ein leben ohne schwamm ist, wird sich erst in jahren zeigen), ist halt letztlich nur ein teures vergnügen :-))) ich bin bei der nachricht vergangenes jahr erst mal eine halbe stunde zum heulen in den Keller gegangen, obwohl ich es mehr als geahnt hatte (wenns seit jahren ins Dach regnet...)
ich drücke ihnen die daumen.



Das ist Zweckoptimismus!



so die Proben sind genommen und auf dem Weg zur Untersuchung.

Nochmal zu den Baumaterialien und der wiederverwertung (grössten Teils Lehm), ist es jetzt nicht eh besser alles zu entsorgen egal was bei der Untersuchung heraus kommt?

@Bettina: es freut mich wenn etwas von unseren guten Laune überspringt auch wenn es mehr Zweckoptimismus ist.
Mein Schwiegervater meinte "En al Bud is und blief en al Bud" und "Ihr werdet euer Leben nicht mehr froh". Wir haben ein sehr schönes Grundstück und da der nächste Sommer sicherlich heiß wird können wir auch mit einem Wohwagen auf dem eigenen Grundstück sehr schön "Urlaub" machen.
Eine Frage am Rande, was heißt den "teures vergnügen" und welche Arbeiten sind gemacht worden?

Wenn wir uns mal so im Bekanntenkreis umhören und allein was in den Medien für Sendungen laufen haben wir den Eindruck das die Zahl der "belasteten Häuser" zunimmt.
Wenn wir dann mal vergleichen das unser Haus 150 Jahre alt ist und noch steht wie sehen dann Häuser aus die nach 10 -20 Jahren schon diese Probleme haben.

Jede Eurone die für etwas anderes ausgegeben wird wie wir das geplant haben fehlt woanders, keine Frage, aber was hilft es? Es könnte schlimmer kommen.... Mein Opa sagte immer "Et jit kinn jrößer Leid wie dat wat man sich selfs andeit" Es hat uns niemand gezwungen dieses Haus zu kaufen und wer weiß schon ob ein anderes besser gewesen wäre.


Ein FWH bedeutet immer Arbeit, bei uns geht es halt früher los :-)

Schöne Grüße und wir melden uns.

Markus Cremer



Vorher



Opa 1: "Ich habe noch einen Benzinkanister im Auto!"
Opa 2: "Mit Gasbeton kann man auch tolle Sachen machen!"



Nachher



Opa 1: "Ist schön geworden, hätte ich nicht gedacht."
Opa 2: "Booah." (Kinnlade fiel langsam nach unten)



@ martin



sehr sehr nett. meine gute laune steigt und steigt :-)))

@ markus

natürlich hängt viel von der größe und schwere des befalls ab.
ich hatte Hausschwamm an zwei balkenköpfen im dach, außerdem an zwei weiteren braunen Kellerschwamm zuzüglich altbefall vom hausbock. das bedeutete zum einen weiträumigen ausstausch der befallenen und angrenzenden hölzer (dachsparren, Balken etc.), zum anderen auskratzen der fugen (ich habe in der ecke massives mauerwerk), injektage und der ganze kram. nicht zu vergessen die kosten für den gutachter, denn ich benötigte ein umfangreiches Gutachten und dokumentation der durchgeführten arbeiten, da die giebelwand, die Wand an wand mit dem Giebel des nächsten hauses steht, betroffen war. (zum glück auch eine halb-ruine). den größten batzen haben die zimmermannsarbeiten verschlungen, ich rede schon von mehreren tausend euros (wobei wir nichts selbst gemacht haben)



jetzt ist es raus...



die Ergebnisse sind da, es handelt sich zum einen um den Eichenporling oder Ausgebreiteter Hausporling und zum anderen um einen Moderfäulepilz.

Wir haben dann auch schon festgestellt das im OG im Bereich der Dusche etwas "geschlampt" wurde und dadurch die Feuchtigkeit ins Holz kam.

Wir werden nun die Decken Freilegen um das ganze Ausmass des Schadens zu sehen.

Zumindest war es KEIN Hausschwamm soweit die gute Nachricht!

Grüße aus der ferne

Markus Cremer





Hallo Markus

Schön, dass der Befall sich in dieser Artengrenze hält.

L. Parisek