Raum im Raum, um keine Schränke an Lehmwand stellen zu müssen?

04.02.2011



Wir haben in unserem Häuschen (Lehmwände, Innenwände Lehm mit Fachwerk) an der Seite zum Nachbarn, wo dessen Rasenfläche viel zu hoch anschließt, im unteren Bereich stellenweise Feuchtigkeitsprobleme.

Außerdem ist in einem Raum ein Quer-Balken von einer Innenwand in Fußbodenhöhe nass. Der undefinierbare Putz soll noch weiter entfernt werden. Diesen Balken sieht man schon. Dort drunter schließt unser kleiner mit ca 25cm Grundwasser gefüllter Gewölbekeller an. Der Lehm darüber scheint trocken zu sein.

Weil wir einfach noch nicht auf das Grundstück unseres Nachbarn können um den DDR-Kratzputz, der einen hohen Zementanteil zu haben scheint, zu entferne und auch eine Drainage zu legen, aber endlcih weiterkommen wollen, möchten wir in dem o.g. Raum, der als Schrankzimmer dienen soll, einen Raum im Raum bauen.

D.h. etwa in 15-20cm Abstand zur Lehmwand, sollen Rigipsplatten stehen und in diesem Zwischenraum kleine Abflußrohre, als Lüftung durch die Decke zum Kaltdach.

Macht das Sinn?

Hat das schon jemand gemacht?

Sollten die Lehmwände hinter den Rigipswänden verputzt sein, oder würde es reichen stellenweise den alten Putz mit den diversen Farbschichten zur Belüftung der Lehmwand zu entfernen?

Danke schonmal.
Heimatlose



ein Foto



Hier sieht man die Außenwand, die im unteren Bereich , vor allem rechts, Feuchtigkeitsprobleme hat. Dort ist bereits früher mit Ziegeln ausgebessert worden. Unter und hinter den Ziegeln befindet sich das Feldsteinfundament.

Rechte Wand (Innenwand), hat Ziegelsteine, statt Lehm, wo sich früher eine Tür befand und anscheinend dort, wo man es für nötig hielt den lehm zu entfernen. Sicher gab es da Feuchtigkeitsprobleme. Das gibt es im Haus an mehreren Stellen, allerdings immer nur knapp über dem Boden.



Moin,



wenn ich dich richtig verstanden habe, wollt ihr das Thema später "richtig" in Angriff nehmen, könnt aber gerade noch nicht?

Meine Vorgehensweise wäre dann alles an Putz etc. runter, was runter soll, heizen und Lüften bzw. Kondenstrockner rein, damit die Wände wenigstens von innen weiter abtrocknen können, bzw. es nicht schlimmer wird.

Alles staubfrei machen, Schränke mit genügend Abstand zur Wand rein und gut is. Wenn euch die Optik zu krass ist, halt ein paar Laken o.ä. an die Wand nageln....

Zimmer fertigmachen, wenn ihr die Ursachen für die Durchfeuchtung dauerhaft abgestellt habt.

Gruss, Boris



Raum im Raum



Hallo Boris,

----"Wenn ich dich richtig verstanden habe, wollt ihr das Thema später "richtig" in Angriff nehmen, könnt aber gerade noch nicht?"-----

Ja, später "atmungsaktiven" Außenputz und Drainage, wenn uns der Nachbar aufs Grundstück läßt.



------"Meine Vorgehensweise wäre dann alles an Putz etc. runter, was runter soll, heizen und lüften bzw. Kondenstrockner rein, damit die Wände wenigstens von innen weiter abtrocknen können, bzw. es nicht schlimmer wird."----

Wir sind allerhöchstens einmal im Monat dort. Haben schon in anderen Räumen den Putz ausgetauscht. Aber Lüfen und die Bautrockner laufen lassen --- das geht einfach zu selten.



----"Alles staubfrei machen, Schränke mit genügend Abstand zur Wand rein und gut is. Wenn euch die Optik zu krass ist, halt ein paar Laken o.ä. an die Wand nageln...."-----

Ja, aber genau das will ich verhindern. Das ist mir einfach zu eklig. Habe außerdem das Gefühl, dass zu der Zeit, wo in Räumen, der Putz ab war und die Lehm-Strohwand sichtbar, der Geruch in Richtung Kuhstall ging. Ich denke, dass ich mir das nicht eingebildet habe. Spricht vielleicht für eine gewisse Feuchtigkeit in der Wand.

Gruß
Heimatlose



Nun,



der Mann muß Euch wohl auf's Grundstück lassen. Verbaut kein Geld in Provisorien, die das Schadensbild leicht verstärken könnten.

Grüße

Thomas



Dann machen wir es ganz anders,



und nehmen dein Motto ernst. Wenn ihr zur Zeit, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Wand von Außen sanieren könnt , macht einen anderen Raum zum Schrankzimmer.
Mit einer reinen Gipskartonwand bekommt ihr das auch nicht geruchsdicht- ganz davon ab, dass eine eventuell dann auch noch feucht und schimmelig werdende Gipswand auch nicht den Geruch eines besonders guten Parfüms verströmt :). Wie Thomas schon sagt, investiert kein Geld in ein möglicherweise auch noch schädigendes Provisorium ( Kosten + Zeit/Arbeitsfaktor für Aufbau der Wand, Aufhübschen/Schleifen/Streichen, und dann wieder abreissen und bei Schädigung entsorgen...)sondern wartet auf bessere (Nachbarschafts)zeiten. Wenn ihr den Raum unbedingt braucht - denkt auch über eine variable Sichtbarriere (z.B.selbstgebauter Paravant) nach - um dem Ekelfaktor beim Betreten eines Rohbauzimmers entgegenzuwirken und gleichzeitig aber nicht die dringend notwendige Lüftung der Wand zu behindern.
Gruss aus B/Brandenburg
Anna



Schaut mal hier:



http://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=10736&

Nicht ganz Euer Thema, zeigt aber die Richtung. Verweigert der Nachbar die (unbedingt schriftliche!) Zustimmung, müßt Ihr's halt einklagen. Da Schäden am Bauwerk drohen, würde ich denn auch nicht lange warten, und keinesfalls Feuchte Zwischenräume, an die Ihr nicht mehr rankommt, schaffen.

Selbst wenn die Quelle der Durchfeuchtung beseitigt ist, wird die Mauer einige Zeit zum trocknen brauchen.

Grüße

Thomas



Danke für...



... Eure Antworten. Wir hätten es gerne schneller gehabt und fanden unsere Idee mit der Lüftung nach oben ganz gut.

Wir wollen, bevor wir dort hinziehen, ungerne erstmal in einer Wohnung wohnen bis das Haus bezugsfertig ist.

Naja, ist aber eindeutig die Meinung hier. Wir werden wohl erstmal ein Provisorium aus dem Raum machen.

Gruß
heimatlose



Sachverständiger



Wer kann uns einen Sachverständigen empfehlen, der sich mit Lehmhäusern und Feuchtigkeitsproblematik auskennt?

Wir haben überlegt, bevor wir weitermachen, mal einen Bausachverständigen durchs /ums Haus zu schicken, der uns vielleicht noch den einen oder anderen Tip geben kann.

Gruß
heimatlose



Sachverständiger



ach ja, und wißt Ihr was so eine Begutachtung kostet? In etwa?



Begutachtung Wohnhaus



Ich mache solche Begehungen.
Kosten: je nach Größe und Komplexität von 100,- € an aufwärts. Der Schnitt sind 200,- bis 400,- Euro.
Dafür gibt es eine mündliche Auskunft über den augenscheinlichen Bauzustand, Vorschläge zur Nutzung und zur Sanierung.
Abends gibt es dann eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse der Begehung per Email.

Viele Grüße



Herr Böttcher,



wir haben Ihre Homepage abgespeichert. Danke.

Wenn nichts dazwischen kommt, dann melden wir uns rechtzeitig, bevor wir das nächste Mal hinfahren. Das Haus liegt von Ihnen aus kurz vor Dessau.

Gruß
heimatlose
kkwbln@aol.com