Keller feucht wegen Abwasserschacht von Dachrinne

23.09.2008



Das Objekt: Erbaut 1901, Anbau 1950, mit Backsteinen verklinkert.

folgendes Problem: Das Wasser der Dachrinne wird nicht in die Kanalisation geleitet sondern direkt ans Haus ins Blumenbeet, dadurch entsteht eine zusätzliche Feuchtigkeit im Keller. Aber es kommt noch Schlimmer, das Wasser der Dachrinne Am Hauseingang wird in einen ca, 50x50cm Schacht geleitet der sich direkt an der Kellerwand befindet, dieser steht randvoll mit Wasser. Gefährlich, da nur durch einen alten wackeligen Blechdeckel verschlossen. Im Keller befindet sich an dieser Stelle eine Art Besenkammer. Dort bröselt die Decke und die Wand. Darüber befindet sich Hauseingang/Treppenhaus.

Ist das normal, dass in dem Schacht das Wasser steht? Ist etwas verstopft? Sollte ich das Wasser erstmal abpumpen?

Bitte um ein paar Tipps!



Wasser im Schacht



Hallo,

abpumpen kann nicht schaden. Ich würde mich aber mal schlau machen, wozu dieser Schacht gut war. Ich möchte beinahe auf die ehemalige Grube tippen.
Deren Wände sind meistens im Laufe der Zeit durch allerlei Ablagerungen gut gedichtet.

Grüße



Durchfeuchtung der Wand



Hallo, Sie haben es richtig erkannt. Mauerwerk und Putz saugen viel Feuchtigkeit auf und leiden darunter. Sie sollten das Wasser weiter wegfuehren oder an die Kanalisation anklemmen.
Danach wuerde ich im Keller mit einem reinen Kalk-Moertel neu verputzen, oder noch besser mit klimasan-RK, siehe www.klimasan-perlit.de
Gruss Norbert Hoepfer



Da hätte ich große bedenken, Herr Dr. Norbert Hoepfer



Woher nehmen Sie Ihre Erfahrung?
Ein solcher Verputz hat auf einer feuchten Wand nichts zu suchen.



@ Hr. Bromm



Erst denke ich dass es wichtig ist die Feuchtigkeitquelle zu beseitigen. So wie der Fall sich schildert scheint dies moeglich. Da das Mauerwerk durchfeuchtet ist, sollte ein Kalkmoertel verwedet werden, da dieser, auch wenn er "feucht stehen bleibt" entschieden mehr Wasser puffern kann als andere Putzarten. Was meine Erfahrung betrifft so arbeite ich seit 10 Jahren mit Kalk, NHL (natur hydraulischer Kalk) und Romankalk. Einen Romankalk-Perlite-Putz habe ich in Akko an einem historischen Gebaeude (Fassade, ca. 300 Jahre) aufgebracht. Der Putz arbeitet kapillaraktiv, die Feuchteflecken gehen zurueck und austretende Salze haben den Putz nicht zerstoert. Andere Versuche in Akko mit CL (Luftkalkmoertel) oder HL (hydraulischer Kalkputz) sind hier nicht so erfolgreich und zeigen nach kuerzester Zeit Abplatzungen. Das auf die Schnelle.



Aber welches Ergebnis bringt der Vergleich - Fassade und feuchte Wand im Keller?



Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun!
.
Natürlich muss die Feuchtequelle abgestellt werden, logisch...
Sie schreiben: Da das Mauerwerk durchfeuchtet ist, sollte ein Kalkmoertel verwedet werden, da dieser, auch wenn er "feucht stehen bleibt" entschieden mehr Wasser puffern kann als andere Putzarten.
Zitat Ende.
Und für was soll das puffern gut sein, aber auch woher weis der Verputz wie viel Wasser er aufnehmen darf?
Wie reguliert er sich?
Ich denke dies sind nur Phrasen und helfen nicht weiter.
Das Hauptproblem ist doch die Feuchte an der Oberfläche und die entsteht durch Tauwasser. Dadurch kommt es auch oft zu Schimmelbildung auf den Oberflächen.



Hallo Hr. Bromm,



Was die Wand betrifft, so gehe ich aus dass diese feucht ist. Sicher auch von Innen (Taupunktunterschreitung). Ein Kalkputz arbeitet in beide Richtungen. Ruecktrocknung der Wand und schnelles Aufsaugen der Kondensfeuchte bis zur Ausgleichsfeuchte. Wann ein Kalkputz hier ueberlastet ist, ist im Vorfeld schwer abzuschaetzen. Habe auch schon verschimmelte Kalkputze gesehen, aber dann war der Feuchteschaden schon gewaltig.
Gruss Norbert Hoepfer





Wie aus deinen Zeilen zu lesen, ist Dir das Problem und die Lösung bekannt.

Kümmere Dich um eine vernünftige Regenentwässerung und beobachte deine Kellerwände anschließend mal für ein Jahr.
Hilfreich dabei kann das Aufzeichnen(mit Bleistift oder Wachskreide) des augenblicklichen Feuchtehorizontes auf der Wand sein.

gruß jens



Hatte/habe



auch ein ähnliches Problem. Direkt vor der Kellerwand war ein mit Bauschutt gefüllter Brunnen. Dahinein wurden von ca.50m² Dachfläche das Regenwasser geleitet. Das Ergebnis kannst Du dir ja denken. Ich habe den Brunnen so ca. 0,5 - 1m unter das Niveau des Kellerbodens ausgebuddelt. Jetzt nach ca. einem Jahr wird die Natursteinwand langsam heller, sie scheint wohl langsam zu trocknen. Auch die Ziegel die als Fußboden dienen werden stellenweise schon trocken. Aber es dauert halt.
Dass das Wasser vom Haus weg muss ist klar. Was dann zu machen ist musst du entscheiden. Bei Naturstein würde ich nichts machen. Bei Ziegeln je nach Zustand. Wenn die schon schlimm aussehen würde ich Kalkputz drauf machen. Dieser Opferputz sollte Kristalisationszone(ich weiß nicht ob das so heißt)der Salze aus den Ziegeln in den Putz verlegen. Damit könnten dann die Ziegel etwas geschont werden. Bei der Trocknung kann Salz nämlich die Ziegel weiter schädigen.
Ich habe auch einige Ziegelwände im Keller-unverputzt. Ich gehe dann in der Winterzeit 2-3 mal mit Handbesen und Schaufen in den Keller und kehre die Salze von der Wand. Ziegel sind nach ca. 100 Jahren noch i.O.

Gruß Marko



Danke für die Antworten!



werde am Wochenende den Wasserschacht leerpumpen. Wollte dann auch demnächst die Regenwasserrohre in einen unterirdischen Wassertank (keine Ahnung wie das Ding heißt) leiten und das Wasser nach anschließender Filterung für Garten, Toilette, Waschmaschiene usw. nutzen.

Möchte auch das Dach Isolieren und alle Fenster erneuern. Nun sehe aber ein Problem darin, dass dann die in alten Häusern vorhandene Feuchtigkeit nicht entweichen kann und so Schimmel entstehen könnte. Ist das Problem berechtigt und wenn ja wie kann man es beheben?

(Bitte entschuldigt, bin nicht vom Fach, bin zwar gelernter Handwerker und Ing. aber nur für Kfz...)



Luftfeuchte



Hallo Stephan,
kauf Dir nen Hygrometer und dann siesht Du wo Du stehst. Zwischen 40 und 70% rel. Luftfeuchte ist ok. Auch erkennst Du was das Heizen und Lueften (Stoss oder Querlueften) bringt.
Gruss Norbert



Fenster erneuern



Hallo,
Das Problem haben sie richtig erkannt:
Z.Zt sind die alten Fenster die kälteste Stelle im Raum .
Die Fenster beschlagen bei kalten Außentemperaturen.
Wenn sie neue Fenster einbauen, sucht sich die Physik eine neue kalte Stelle.Meist sind das die Innenecken der Außenwände. Hier wird es feucht und es kann schimmeln.
Eine Wärmedämmung von außen wäre dann angesagt.
Oder: gut heizen und gut lüften.
Aber wer kann sich das heute noch leisten?
viele Grüße



Ich dachte hier ging's um einen Keller?



Aber was soll's.

Zu denen Bedenken wegen der Feuchtigkeit:

Stimmt, könnte Schimmel geben muss aber nicht. Lüften musst du schon. Bei mir sind auch dichte Fenster eingebaut und ich habe kein Schimmel. Liegt möglicherweise am mit Kaminofen. Da 1. Strahlungswärme und 2. recht viel Lüftung. Den die Luft die durch die Esse entweicht wir durch den Zustrom von Außenluft ausgelichen. Würde dies nicht funktionieren wäre das Feuer bald aus. Ich muss im Winter sogar aufpassen, dass die Luft nicht zu trocken wird. Hatte schon Werte von 25% rF.

Gruß Marko



Habe das Wasser abgepumpt



Das Wasser ist nun raus, zum Vorschein kam eine gemauerte Grube ca. 1,3m x 2m und ca. 1,30m tief. Abgedeckt ist diese Grube durch eine Betonplatte. In diesem Schacht befindet sich direkt in der Ecke an der Hauswand ein kleiner gemauerter Schacht (wie ein Schornstein) und dort geht das Rohr der Dachrinne rein. Dieser kleine Schacht steht immer noch voll mit Wasser. Ich vermute, dass das der Ablauf des Regenwassers zur Kanalisation ist, dieser aber verstopft ist und deshalb das Wasser überlief und so mit der Zeit die Grube füllte. (Mache am Besten mal ein Foto). Aber warum hat man diese Grube nicht zugeschüttet? Habe alle Zeichnungen durchgearbeitet, aber diese Grube ist nicht eingezeichnet. Es sin jedoch noch andere Gruben an anderer Stelle eingezeichnet (und auch noch zum Teil vorhanden) diese waren Anfangs wohl für Jauche, später für Kohle.