Freilegen einer tragenden Fachwerkwand

09.01.2006



Hallo, an alle, bin noch neu hier, durch zufall auf dieses Forum gestoßen. Da wir ein ca.150 Jahre altes Fachwerkhaus renovieren und sanieren wollen, brauchen wir eure Hilfe, oder Tips.Wir wollen eine tragende Wand freilegen(sprich sichtbares Fachwerk),nun habe ich aber leichte Bedenken, da die Holzständer 12x12 cm im Abstand von 90cm stehen und so wie es aussieht, keine Querbalken oder Stützbalken vorhanden sind.Die Gefache sind mit Lehmsteinen gefüllt.Ich habe erst die Balken frei gelegt, wer kann mir sagen,ob ich die Gefache entfernen kann? freue mich über Tips und Ratschläge,liebe Grüße Christine



Radio Eriwan:



Im Prinzip können Sie die Gefache komplett herausnehmen, da normalerweise Fachwerk so aufgebaut ist, dass die Ausmauerungen keine Lastabtragungen übernehmen.
Schwierig wird es, wenn durch konstruktive Änderungen, schadhafte Bauteile oder Lastverschiebungen die Gefache dann plötzlich doch "aus Versehen" im statische System des Hauses Aufgaben übernehmen.
Leider lässt sich die Frage in aller Vollständigkeit nur vor Ort beantworten. Das Risiko ist vergleichsweise gering, aber vorhanden!
Sicherster Weg - Statiker oder kundigen Zimmerer fragen.
Mit freundlichen Grüßen aus Leipzig
Martin Malangeri



Warum Ausbau der Ausfachung?



Aus welchen Gründen wollen Sie die eventuell intakten Gefachfüllungen entwfernen?
Aus esthetischen oder anderweitigen Gründen (optische Raumvergrößerung)!
An sonsten schließen wir uns den Antworten von Martin mit an.

Grüße Jens



Freilegen einer tragenden Fachwerkwand



Hallo nach Leipzig, danke für Ihre Nachricht,ich denke, ich werde aus Sicherheitsgründen einen Fachmann kommen lassen,obwohl es einen Schweller gibt und auch oben ein durchgehender Balken in der Decke liegt, unter denen die Stempel sitzen, vermisse ich die Querverstrebungen.Ich habe in diesem Haus schon eine Fachwerkwand freigelegt, die allerdings in der ersten Etage (also unter dem Dachgeschoß)liegt und aus Eichenbalken besteht,eben eine richtige Fachwerkwand mit Quer-u.Schrägverstrebung.Ist es korrekt,im Obergeschoß dickere Stempel zu haben als im Erdgeschoß? Es handelt sich unten auch nicht um Eichenbalken. M.f.G.Chr.Loges



Freilegen einer tragenden Fachwerkwand



Hallo Jens, danke für Ihre Nachricht und Interesse,wir wollen aus 2 Zimmern ein großes Zimmer machen, dabei soll das Fachwerk stehen bleiben, als Raumteiler,ich bin nur vorsichtig, weil diese Wand keine üblichen Eichenbalken mit Querverstrebungen hat.Man hat lediglich dünne Bretter in die Lehmausfachungen eingelassen.M.f.G.Chr.Loges



Nö.



Das ist eher untypisch, unten Nadelholz und oben Eiche, normal wäre eher andersrum. Auch die Querschnitte werden nach unten eher dicker als dünner oder sie bleiben gleich. Hört sich nach einem späteren Umbau an. Also lieber mal schauen lassen.
Grüße
Martin Malangeri