Bruchsteinmauer verfugen

08.06.2006



Hallo Zusammen,

noch eine Frage: in unserem Wohnzimmer steht eine alte Bruchsteinwand. Die haben wir jetzt gesäubert und möchten sie nun ordentlich verfugen. Gestern habe ich ein Gemisch aus 1:1 Trasszement und QuarzSand ausprobiert - von der Konsistenz her sehr zufriedenstellend, leider ist die Farbe zu dunkel. Was kann ich beimischen, um eine hellbeige oder hellgraue Farbe zu erreichen???
Vielen Dank für Eure Tips!
Pia



Bruchsteinfugen



Hallo Frau Bredtmann

vor kurzem erst hier im Forum das gleiche oder ähnliche Thema:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/53804$.cfm

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/51125$.cfm

zum Beispiel!


In kurzen Worten:
keinen Trass oder zementären Mörtel verwenden

reinen Luftkalkmörtel kann man in gewissen Farben einfärben - wenns denn sein muss - kein Problem

lesen Sie mal bei www.wolubel.de rein
das könnte weiterhelfen!

Viel Erfolg

FK



Korrektur



Die Seitenadressen lautet www.solubel.de

LKP 0-2 oder 0-4 lässt sich hervorragend in allen kalkechten Pigmenten einfärben



wo Sie recht haben ...



haben Sie Recht!
ausnahmsweise keinen Widerspruch!
:-)

danke

FK



Empfehlung ;-)



Ich pflichte Herrn Kurz bei !....

Aber ist eine ständig trockene Dekowand im Innenbereich ein Objekt, das um zu Überleben tatsächlich unbedingt 100% Zementfrei sein muß?

Nachdenkenswert.



keine Antwort ...



" ich hasse Deko ..."

FK



"Hassen"



ist ein ganz gräßliches, brutales Wort.

Die Tatsache, daß die Wand innen liegt und nun hergerichtet wird, entspringt dem Wunsch die Wand als Schmuckelement zu sehen. Also, als dekoratives Bauteil mit einem Nutzen, den wir aus der Frage nicht ersehen können.

Fachwerk finden wir heute so toll, nicht nur weil es so alt ist, sondern weil wir es in unserer Umwelt als dekorativ wahr nehmen. Man kann sich darüber streiten, ob die Städteplanung Fachwerkhäuser als Deko akzeptiert.

Ich denke, daß die Architekten im Allgemeinen daran arbeiten Ihren Bauherren auch dekorative Elemente nahe zu bringen. Andernfalls könnten wir, am Bau, die Schnittstelle zwischen Kunst und Technik weg lassen. Sprich den Architekten. Nüchterne und Phantasielose Ingineuere gibt es genug auf der Welt.

Wer unter "Deko" nur das Bild von Plastikappliaktionen a la Phantasialand in sich trägt, sollte einen stillen Moment seine Matrix scannen.

Mit dekorativen, augenzwinkernden Grüßen

Ach ja, Portlandzement ist in der Regel heller als Trasszement. Eisenoxydfarben aus dem Malergroßhandel runden die Farbpalette ab ....
Und jetzt verkrümel ich mich hier, bevor ich geschlagen werde, tschüüüß ;-)

Kurze Nebenbemerkung: Dieser Eintrag ist einmalig und erscheint nur hier an dieser Stelle.



"Hassen"



ist ein scheußliches Wort!
Da haben Sie recht!

Nun dann schreib ich : Ich kann "Deko" in jeder Form nicht leiden"
Die Fachwerke sind in erster Linie statische Gebilde, die den Formen der Lastabtragung entspringen und aus dem Material - Holz - entstehen (Zug- und Druckkräfte)
"Deko"-Elemente wurden hier nur peripher eingesetzt...

Ich denke, daß die Architekten im Allgemeinen daran arbeiten Ihren Bauherren auch dekorative Elemente nahe zu bringen
In der Ausbildung wird da mittlerweile grosser Wert darauf gelegt anstatt sich auf die "Urtugenden" der Architekten zu besinnen: Qualitätsmanagement im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile macht das mit der Qualität die DIN und die Gesetzgebung (mit m.E. abnehmendem Erfolg) un dDie "Hausdesigner" streiten sich um "Dekoelemente" und die Bauherren sagen: "Für was brauche ich denn einen Architekten? Einen "Geschmack" habe ich selber und weiß was ich schönes will"

Ich mags lieber offen und ehrlich und ungeschminkt!
Ein Haus mit Firlefanz wie im Fasching ... auf einer momentanen "Modewelle" schwimmend, lehne ich ab ... bunt und "hip" und glitzerglänzend ... querleistenverbrettert ... alles lenkt nur die Augen in ne falsche Richtung ... wenn die Qualität nicht passt wird "geschminkt" .... mir gefällts nicht

das kann man im Messebau machen aber nicht bei Häusern die länger als eine "Modegeneration" überleben sollen ...

Zeitlos elegant ... Modeschnickschnack und gefälliges kann man immer aplizieren udn wieder wegmachen ....

Aber Zementfugen bleiben Zementfugen - innen wie aussen!

mfG

FK



???



Mir fehlen die Worte. Begreifen Sie Deko einfach als Schmuckelement und nicht als Pampe und schon ist die Welt doch in Ordnung. Objektiv wie subjektiv werthaltige Bauteile können ebenfalls Deko darstellen. Lassen Sie bessere Bilder in Ihrem Kopf entstehen.

Man muß an diese Frage nicht ganz so absolutistisch ran gehen. Dafür bietet die Baukunst viel zuviele Möglichkeiten um objektiv werthaltigen Schmuck zu liefern.

Die Baukunstentwicklung ist nämlich nicht statisch, sondern fortschreitend. So entwickelt jede Zeit auf Basis des Alten eine Neuerung. Diese ist streitbar, doch Fakt und vielleicht auch zielgerichtet zum Positiven Ganzen einsetzbar.

Entscheiden wird darüber in 300 Jahren eine Gesellschaft, die in Stahl/Iso Wandbauten lebt und vielleicht dann begeistert sein wird, mit wieviel Liebe und Raumgeschmack heute jemand solch eine Wand hergestellt hat.

Lassen Sie uns progressiv und nicht absolutistisch denken.

Und ich schicke es vorweg: Auch ich finde manch Deko als fragwürdig. Deko als Ganzes deswegen hassen?

Zuviel Energieaufwand!



Ein bißchen Deko...



....muss schon sein!
Vielen Dank erst mal für die Beiträge, hat schon weiter geholfen, werde mich mal über Eisenoxydfarben kundig machen.
Ich will die Wand ja nicht himmelblau einfärben...aber ein bißchen hervorheben soll sie sich schon im Raum und dazu gehören meiner Meinung nach auch schöne Fugen. Wenn man die Wahl hat zwischen einer Betonwand oder einer darunter versteckten Bruchsteinwand nimmt man doch die Bruchsteine, oder? Soviel zum Thema Deko.
Viele Grüße
Pia



Ich werde gesteinigt ...



Ich vermute jetzt einfach mal, daß Sie nicht so genau wissen, wie Sie auf die Schnelle an das Solubel Material rankommen. Zement, Kalk und Sand haben Sie. Farbe fehlt.

Versuchen Sie mal folgendes: Sande und Maurerkalk (hat jeder Baumarkt). Das ist heller als Trasszement.
Wenn Ihnen das immer noch zu dunkel ist, dann etwas weiße Fugmasse kaufen und in kleinen Schritten dem Kalkmörtel hinzufügen. Bis zu dem Punkt, wo Ihnen die Fuge hell genug erscheint.

Diese Methode entspricht keinem Fachbuch und wird allseits verpönt werden. Ich geh dafür ewig in den Fachwerk-Bunker !!!

Warum schreibe ich Ihnen diese Lösung?
Diese Methode beschert Ihnen vermutlich in I h r e r vorgestellten Zeit und Geldachse die gewünschte Fuge, die Sie in Ihrem Anwendungsfall überleben wird.

Wenn sie Sand nehmen, dann nur gewaschenen Rheinsand 0-2 mm oder aber Quarzsande bis zum gröberen Korn. Gewöhnliche Sande neigen im Zusammenhang mit farbigen Fugen zu Fleckenbildungen.

Habe ich Ihr Anliegen richtig erahnt?

Ich weise darauf hin: Diese Fuge entspricht nicht dem Idealbild eines Kalkfan. Diese Fuge wird keinen Schaden anrichten. Diese Fuge ist n i c h t dem Gedankengut von fachwerk.de - konform.





Das sehe ich so ähnlich wie Herr Werthebach. Die Fugen sind wegen des von Ihnen verwendeten Zementes zu dunkel. Ich würde da einen hellen Sand und Weißkalk verwenden. Dann hat sich das fachgerecht ohne Grundsatzdiskussion auch erledigt.

MfG



Fugen reparieren



So ähnlich sehe ich das auch. Nehmen Sie einen Fugenmörtel nach Originalrezept aus Sand und Kalk, und Sie haben die "richtige" Farbe. Zur Manipulation kann man auch eine Reihe mineralischer Farbpigmente beimischen, die es in jedem besseren Laden für Künstlerbedarf gibt (würde ich aber nicht machen, verfälscht nur den "richtigen" Farbton und ist nicht ungefährlich, weil sich nicht jedes Pigment mit Kalk verträgt)

Noch ein Wort zur "Deko": Eine alte Bruchsteinwand als Deko zu definieren finde ich schon ziemlich abwegig. Der Wert und die Schönheit, die wir heute an historischen Konstruktionen bei Fach- oder Mauerwerk gleichermassen empfinden, resultiert doch nicht aus nostalgischer Schwärmerei für irgendeine regionale Folklore, sondern ist die Einheit von Material, Konstruktion und Funktion, wie sie von Handwerkern vergangener Epochen in bestmöglicher Effizinz zusammengefügt wurde. Erst mit dem Herumbasteln an solchen Konstruktionen mit beliebigen Materialien moderner industrieller Produktion (jedes Jahr wird das ultimative Neue erfunden)degradiert man eine historische Konstruktion zur "Deko".

Sehts doch mal als Reparatur. Die Wand mit gleichen Mitteln zu reparieren bringt sicherlich das beste gestalterische Ergebnis. ganz von selbst.

Sommerliche Grüsse,
jh





Kleiner Einwand, Herr Hülsemann. Heute ist das „Sichtbarmachen“, das „alles Zeigen“. Mauern, Fachwerk, Holz etc. Mode. Häufig entgegen der eigentlichen Bestimmung, und häufig wird der baukonstruktive Schutz unterlaufen. Nicht selten sind die Ergebnisse geschmäcklerisch und alles andere als zeitlos. Also doch eine Schwärmerei, bei der das Objekt der Begierde allerdings falsch interpretiert wird. Womit ich das nicht pauschalisieren möchte. Eine Bruchsteinmauerwand kann schon eine sehr gute Sache sein.

Dass Herr Werthebach die Wand als „Deko“ bezeichnet hat, ist sekundär. Hier zeichnet sich in meinen Augen eine andere Problematik ab. Namlich die, dass der Wert einer kleinen klaren Hilfestellung, hier manchen anscheinend zu wenig ist. Da muss dann gleich (und sowieso immer) der Verweis aufs ganz Große erfolgen. Eine Kurz`sche Spezialität sozusagen.

Ganz in diesem Geiste kann Herr Kurz auch keine 2 ungerade sein lassen, denn die eigentliche Frageabsicht von Herrn Werthebach war ja nicht, die Wand als Objekt eines ästhetischen Konzeptes ins Blickfeld zu rücken, die Benutzung des Wortes „Deko“ sehe ich somit eher als Reduktion, sondern ob denn ein tatsächlich zwingender bautechnischer Grund besteht, in vorliegendem Fall im Innenbereich auf Zement zu verzichten.

So kam es zu einem kleinen Interlude zum Thema Dekoration. Ein Nebenschauplatz.

Bemerkenswert allerdings dieses Statement: „Zementfugen bleiben Zementfugen - innen wie aussen!"

Sachlich, pointiert zur Aufklärung beigetragen. Na dann mal prost!

Ich tippe übrigens 2:1 für Deutschland gegen Costa-Rica, und denke Trinidad Tobago wird Weltmeister. Die oder Brasilien.



Behauptung



Der überwiegende Großteil der Menschen, die dem Fachwerkbau nahe stehen, tun dies aus Schwärmerei.

Es ist wie immer im Leben: Für die Dinge die man liebt (oder für die man schwärmt) setzt man sich umso mehr ein. Siehe die Premiummitglieder.
Konstruktive Zusammenhänge sind dem Großteil des Nicht- Fachwerk.de-Forum egal. Es ist einfach herrlich urig in solch einem romantischen Haus zu wohnen....

In der Lokalen Geschichte hat Fachwerk vielleicht auch was mit Folklore zu tun. Heimatkunde, Folklore, Brauchtum, Tradition .....

Bezüglich der konstruktiven Bauabsichten der Vorväter: Viele Lösungen, die wir heute so bewundern, sind aus der Not geboren. Man hat Steine aus der Nachbarschaft/Wald/Steinbruch herangekarrt, weil man nichts anderes hatte. Irgendwie mußte eine Behausung für die Familie geschaffen werden. Diesem Luxus (wertneutral) dem wir uns heute hingeben hat es vor 300 Jahren im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen nicht gegeben.

Bei einer Lebenserwartung von zumeist nur 50 Jahren wurde in die Hände gespuckt und gebaut. Vielen fehlte mit Sicherheit sprichwörtlich der Atem um allzulang alles zu diskutieren. Von Geld und Absicherung etc. wollen wir hier nicht reden.

Herr Hülsemann hat ganz streng genommen Recht, wenn er meint, daß die Wertschätzung gegenüber dem Werk der Vorväter wesentlich höher ist, wenn man es durch das anwenden derselben Herstellungstechniken bei Sanierung ehrt. Deswegen kann die Wand trotzdem Deko-Schmuckelement sein und bleiben.
Der Wert dieser Bruchsteinwand wird für den Besitzer schon aus dem Grund höher als vorher sein, weil er sich intensiv mit ihr auseinandersetzt und gemäß seiner heutigen Fähigkeiten und Möglichkeiten (die wir hier nicht beurteilöen können) Instand gesetzt hat.

Es zeigt sich, daß Wert nicht allein durch Material und Materie definiert ist, sondern durch Seele, Einstellung, Erziehung, Bildung und Beziehung, vielleicht auch Schwärmerei .....

Somit ist der Wert der Wand objektiv schwer messbar.

In diesem Sinne freut es mich, daß Frau Bredtmann, aus welchem Grund auch immer die Mühe auf sich nimmt und im Rahmen ihrer bescheidenen Möglichkeiten das Werk der Vorväter ehrt.



Fugenmörtel



Hallo zusammen, im Innenbereich ist auch ein Lehmmörtel als Fugenmaterial gut geeignet. Wenn man z.B. gelben Sand mit gelbem Lehmpulver mischt, bekommt man eine gelb-beige Fuge, hellgrau bekommt man mit Quarzsand hin, Rottöne sind auch möglich. Für die Eigenleistung finde ich das gut geeignet - man hat alle Zeit, das Material zu verarbeiten; kein Farbpulver nötig, noch nicht einmal Handschuhe. Viele Grüße, Johannes Prickarz