Kerndämmung nach Konrad´scher Weise, gibt es das?

18.09.2011


Liebe Gemeinde,

nach langem Recherchieren, vielen eigenen Erfahrungen und mitdenken bin ich nun ebenfalls davon überzeugt, dass diese dusselige Dämmerei mit Styropor für den Hintern ist.
Was ich mich aber immer noch frage, ist, wie verbessert man die Dämmwirkung von zweischaligen Außenwänden. Folgt man der Konradschen Überzeugung, dann braucht man eine ordentlich dicke Wand, möglichst aus Ziegeln, die die Wärme vernünftig speichern kann. Das erscheint mir sehr Sinnhaft. Da kann meine Außenwand mit je 11,5 cm Hohlziegeln und 8 cm Luftdazwischen aus den 50ern wohl nicht mit. Irgendso einen Styropormist da rein kippen macht aus meiner Sicht gar keinen Sinn. Die Gammelgefahr ist mir viel zu hoch. Könnte man jetzt aber wärmespeicherfähiges Material da reinkippen, dann müsste es doch deutlich besser werden, oder? Man kann ja schlecht Ziegelmehl mit der Kaffeemühle herstellen... Obwohl, wie sieht es eigentlich mit Perlite aus. Ist das etwa ähnlich gut wärmespeicherfähig?

Wer kann helfen oder wer diskutiert hier mal mit.

Beste Grüße

der Olaf



Kerndämmung



mit Perlite ist die einfachste Methode, wir verwenden gebrochene expandierte Perlite aus Vulkangestein, der Vorteil liegt darin, dass das Korn eckig ist und sich beim einbauen ineinander verkeilt. Dadurch kann eine Setzungssicherheit bei fachgerechtem Einbau gewährleistet werden.
(z.B. ThermoFill S40 mit WLG 040 oder ThermoFill S)
Bei Fragen einfach melden

Grüsse Thomas



Begriffsverwirrung?



Speichern und dämmen sind zwei untewrschiedliche Sachen, die sich ergänzen. Bei Außenwänden wird in der Regel mehr Wert auf Dämmung gelegt. Das erreicht man mit Stoffen, die eine geringe physikalische Dichte haben. Wenn die Dichte höher ist kann man allerdings mit einer dickeren Wand auf den gleichen Dämmwert kommen.
Speicherwände machen mehr Sinn bei Innenwänden. Gut in Kombination mit Heizsystemen mit Strahlungswärme arbeiten. (Kachelöfen, Fußleistenheizungen, Wandstrahlungsheizungen.)
Perlite würde ich für den von Ihnen beschriebenen Zweck auch in Erwägung ziehen. Wobei nochmal zu überdenken wäre, wo dann der Taupunkt entsteht.
Mit freundlichen Grüßen aus Nordvorpommern
Ralph Schneidewind



2-schaligkeit



Hallo

Lassen Sie es wie es ist und behalten Sie dadurch die bauphysikalischen Pluspunkte Ihrer Wand.

Das Dämmen ist und bleibt ein Märchen in dem nur der Hersteller der Dämmung verdient und davon profitiert.

Machen Sie sich lieber Gedanken über den physikalischen Lapsus einer Heizungsart, die Luft warm macht und diesen schlechten Wärmeleiter und schlechten Wärmespeicher als Erhitzungsmedium in den Himmel hebt.

Die Ansicht, dass die 2-schaligkeit aus dämmungstechnischen Erwägungen erfunden wurde ist doch auch irrig.

Sparsamkeit ist das Gebot - nicht der Glauben, dass das mit Geld ausgeben verbunden ist. (Wie zur Zeit in Billigheimer-Marketing-Superkonzepten postuliert wird: Kaufe 2 zahle 1!)

Durch das Nachdenken und Forschen nach der Wahrheit kommt man ans Ziel nicht an den Glauben der himmlischen Erlösung!

FK



das



"Die Ansicht, dass die 2-schaligkeit aus dämmungstechnischen Erwägungen erfunden wurde ist doch auch irrig"

wäre zumindest erst einmal mit Daten zur Zeitpunkt der Erfindung zu hinterlegen.
Zumindest wurde dies irgendwann als Wärmedämmung weiterentwickelt bis hin zu mehrschaligen Wänden aus Ziegeln, die sogar mit Sonderformaten ausgeführt worden.



Doppelschalige Wände



Ich hatte letztes Jahr ein Forsthaus aus der Gründerzeit in der Mangel, schon ein paar mal Gutshäuser aus der gleichen Epoche. Da waren die Innenschalen mit ungebrannten Lehmsteinen gemauert. Es sah so aus als ob das ursprünglicher Bestand gewesen wäre.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph



Aha!



"Folgt man der Konradschen Überzeugung, dann braucht man eine ordentlich dicke Wand, möglichst aus Ziegeln, die die Wärme vernünftig speichern kann."

Folgt man ebendieser Überzeugung aber nicht, betrachtet man vielleicht auch das Wärmeleitverhalten einer Wand. Und da sieht eine massive Wand aus Holz weitaus besser aus als eine Ziegel- oder Stahlbetonwand, obwohl doch letztere die höchste Masse hat.

Eine Holzwand können Sie nun aber nicht einbauen. Wenn Sie auch die Heizung anfassen wollen, wäre eine gute Lösung die folgende: 50mm Holzweichfaser innen vollflächig in Lehm ansetzen (z.B. die DOSER DHD 50N mit Stufenfalz und einliegender Montageleiste, darauf die Kammschinen für die Wandheizung, Lehmputz. Leider ist das Ganze mit Entbehrungen verbunden, wenn man gleichzeitig da wohnen will. Andererseits selberbauerfreundlich.

Grüße

Thomas



Hohlmauerwerk



gab es schon vor 1914 und diente der Verbesserung der Wärmedämmung, aber auch zum Abführen von Feuchte, aber auch der Materialeinsparung. In einem Fachbuch von 1900 wird dabei extra darauf hingewiesen, daß man die Ausführung unbedingt kontrollieren soll,da die Mauerer allzuoft die Lüftungskanäle mit Mörtel verschliesen .... (die Schlampen die :-))

1895 wurde in Hamburg vom Regierungsbaumeister Janssen bereits zum Zwecke der Wärmeisolierung mit Lüftungskanälen ausgeführt.(Dt. bauzeitung, Jahrgang 1899, No. 70). Da wird es sicher auch Vorversuche und erste kleinere Bauten gegeben haben. Im übrigen sind dabei auch die Balkenköpfe in den Luftstrom vom Keller zum Dachgeschoss eingebunden gewesen.

Also, Herr Kurz, es fehlt der Nachweis Ihre These.

Ähnlich ist es doch auch mit vielen anderen Thesen, die hier mal so hingeschrieben werden...




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