Kellerwand abdichten

30.08.2010



Hilfe!
Ich habe ein 50 Jahre altes Haus. Eine Seite ist ca. 2m tief in der Erde. Das Haus wurde ohne jegliche Abdichtung gemauert. Es ist eine 50 cm dicke Granitbruchsteinmauer, die direkt bzw. mit minimalem Betonuntergrund auf den Boden gestellt wurde. Der Kellerboden wurde nachträglich betoniert.
Die Wand ist feucht. Nach entfernen des Innenputzes sehr Feuchte Wand mit sehr sandigen Fugen sichtbar.
Der Boden ist ein schwerer Lehmboden, der teilweise fest verbacken wie Stein ist und die Feuchtigkeit lange hält.
Frage: Wie haltbar ist die Mauer, wenn der Mörtel diesen Einwirkungen so lange ausgesetzt war?
Wie kann man die Mauer am besten innen sanieren?
Wie sicher ist die Statik?
Das Haus soll jetzt von außen abgedichtet werden (ausgraben, sanieren, betonieren und abdichten), besteht da eine Gefahr?
Gruß
Resi2010





Hallo,

auf jeden Fall sollten sie nicht den Fehler machen den Aushub zu entsorgen und den Arbeitsgraben mit Kies oder ähnlichem verfüllen. So würden Sie eine Badewanne konstruieren in der dann das Haus steht.
Auch eine Dränage sollten Sie sich nicht aufschwatzen lassen.
Die äußere Abdichtung kann, nach egalisieren der Wandflächen mit Maurermörtel, sowohl mit KMB als auch mit Dichtungsschlemmen erfolgen.
Dichtungsschlämme sind einfacher zu Verarbeiten da diese “nur” mehrmals aufgestrichen werden müssen.
Die Abdichtung ist dann gegen mechanische Beschädigung durch das Verfüllen zu schützen, hierfür eignen sich Perimeterdämmplatten.
Die Innenwandflächen des Keller sollten Sie nach Reinigung nur mit einem Reinkalkmörtel Verputzen und mit Sumpfkalk streichen.
Möglicherweise genügt aber bereits die Innenseitige Instandsetzung den Ansprüchen eines Kellers.

Grüße aus Schönebeck



Kellerwand abdichten



Über eine Dränage habe ich schon nachgedacht, da wir eine Wasserader unter dem Haus haben. Bei einem vor etwa 25 Jahren erfolgten Wassereinbruch wurde in der dünnen Bodenplatte eine Ableitung zum Kanal verlegt. Seitdem gab es dort keine Probleme mehr. Der Wassereinbruch war dicht neben der Wand, die betroffen ist. Deshalb ist eine Dränage vielleicht doch nötig. Das Haus steht an einem leichten Hang, d.h. die Wasserader fließt ab. Diese Wasserader führt wohl nur zu nassen Jahreszeiten Wasser.



Kellerabdichtung



Hallo Resi,
Zur Haltbarkeit der Mauer:
Bauteilfeuchte wie hier vorhanden schadet der Mauer nicht, eher Austrocknung.
Die Fugen auskatzen, mit PII auswerfen und die Wand mit PI neu verputzen (Pinselputz reicht) dürfte genügen. Wichtig ist das kein Wasser in flüssiger Form in den Keller dringt; das scheint bei Ihnen gesichert.
Eine völlig trockene Wand durch eine senkrechte und waagerechte Abdichtung ist machbar, man sollte aber Kosten/Aufwand und Nutzen miteinander vergleichen. Für einen einfachen Keller brauchen Sie keine staubtrockene Wand.
Außerdem haben Sie mit so einer Abdichtung Kondensfeuchte und hygrische Feuchte nicht ausgeschaltet, die Wand kann trotz aufwändiger Abdichtung immer noch eine feuchte Oberfläche aufweisen.
Beim Freilegen des Kellers kann sich ein nicht zu unterschätzendes Problem einstellen:
Keller dieser Bauart wurden bei bindigem Boden oft direkt gegen den gewachsenen Boden erbaut. Es wurde senkrecht heruntergeschachtet, die Steine beim Mauern direkt an die Baugrubenwand gesetzt und vermauert. So nutzte man das anstehende Erdreich als Abdichtung. Wenn über dem Keller Gewölbe erbaut wurden nutzte man nicht nur den aktiven sondern auch den passiven Erddruck als Widerlager.
Ein Freischachten schaltet den Erddruck und die Mantelreibung im Gründungsbereich aus, ebenso die Abdichtung der Fuge zwischen Wand und Boden.

Viele Grüße

Soll der Keller wirklich nur 50 jahre alt sein?



Kellerwand abdichten



Das Haus ist vor 50 Jahren erbaut, so wie Sie vermutete, an einer abgestochenen Erdwand. Der Untergrund war zuletzt steinhart (sehr verfestigter Lehmboden, der wie brüchiger Stein verbacken ist). Ob die Mauer wirklich ganz freistehend war, weiß ich nicht.
Nach dem entfernen des losen Innenputzes Schadensbefund:
Fugen, die fast nur aus völlig naßer, sandiger Masse bestehen mit tiefgehenden Aushöhlungen. Bei Regen dringt Wasser durch die Mauer (nicht nur Feuchtigkeit)!!
Kann mit Schlämmen diese Löcher wirkungsvoll gefüllt werden?
Wie steht es mit der Statik? Kann der Mörtel durch die Feuchtigkeit auch innen so schlecht sein?
Gruß
Resi 2010



Kellerwand



Früher ist es schon vorgekommen, das am Bindemittel im Mörtel gespart wurde.
Wenn mit reinem Kalk gemauert wurde, konnte bzw. kann es vorkommen das bei zu hoher Bauteilfeuchte der Kalk nicht carbonatisierte. Der Mörtel ist immer noch weich.
Das passt aber nicht mit dem angegebenen Baualter zusammen.
Um 1960 wurde regelrecht in Zement geschwelgt.
Ein Stampfbetonkeller hätte besser zu der Bauzeit gepasst.
Können Sie nicht mal einige Fotos von der betreffenden Wand einstellen?

Viele Grüße



Kellerwand abdichten



Danke an alle.
Das hat mir schon sehr geholfen.
Gruß
Resi 2010