Abgenutzter Dielenboden (in Mietwohnung) verschönern?

23.11.2009



Liebe Community-Mitglieder,

ich trau mich mal, und stelle direkt mal eine Frage - nachdem ich mir einige Forenartikel durchgelesen habe. Aber irgendwie passen die geschilderten Fälle nicht wirklich zu unserem Problem...

Wir beziehen gerade eine Wohnung, in der auf ca. 70 qm ganz alter Dielenboden liegt. Nicht mit Farbe oder Ochsenblut behandelt, was eigentlich ja sehr gut ist. : )

Nur ist der Boden leider stark abgenutzt, was heisst, dass anscheinend der Klarlack an vielen Stellen abgeblättert ist. Und an diesen Stellen hat sich schwarzer Schmutz angesammelt, auch in (zum Teil langen) Kratzern. Da sind wohl Maschinen über den Boden gezogen worden.

Nun wohnen wir jedoch zur Miete, und unser Vermieter möchte uns nicht explizit erlauben, den Boden selbst abzuschleifen. Wir haben das noch nie gemacht, würden uns aber die Geräte im Baumarkt mieten. Es professionell machen zu lassen, ist uns für eine Mietwohnung zu teuer. Wir stecken gerade schon sehr viel Geld in Farbe und Lack....

Das Risiko, dass es in Eigenregie schiefgeht, möchten wir ohne OK vom Vermieter nicht in Kauf nehmen.

Gibt es eine Möglichkeit, den Boden zu verschönern? Dass heisst, den Schmutz wegzubekommen - und das graue Holz unter den Kratzern dem eher honigfarbenen Boden anzugleichen? Und eine Neuverschmutzung durch Lack oder ähnliches zu vermindern?

Habe folgendes gelesen: "Kratzer in der Versiegelung, die sich nicht wegpolieren lassen, werden vorsichtig angeschliffen und mit verdünntem Versiegelungslack nachbehandelt. Mit feiner Stahlwolle werden die Übergänge dann geschliffen."

Ich freue mich über alle Tipps, wir sind absolute Anfänger bei allen handwerklichen Dingen - was ganz oft sehr schade ist. Denn es ist immer toll, wenn etwas selbst umgesetzt klappt!!!

Vielen Dank an alle, die sich unseres Problems annehmen, im Voraus,
Sophia





Ich kann Deinen Wunsch verstehen. Aber, wenn Du Mieterin bist, lass es, zumal der Vermieter nicht einverstanden ist. Wenn man das richtig macht, ist es bei der Fläche schon sehr viel Aufwand. Da hat nur der Vermieter was davon, es sei denn, er bezahlt Dich dafür. Und wenn etwas schiefgeht, hast Du den schwarzen Peter.
Kauf lieber ein paar Teppiche, leg das Geld auf die Seite und betrachte es als Anfang des Eigenkapitals für Deinen eigenen Altbau.



Äh,



wenn der Boden wirklich hässlich ist, kannste doch Miete mindern....bzw. mit dem Vermieter nen deal auf 50:50 machen - schliesslich habt ihr beide was davon.

Reparaturtipps nur gegen Foto!

:-) Boris



Foto2



Noch ein Bild



Foto 3



....



Foto 4



.... danke



Das sieht



nach lackierten Brettern aus, da hilft nur abschleifen.
Ein drehen der Bretter wird auch keinen Sinn machen, da die Rückseite vermutlich sägerauh ist.
MfG
dasMaurer





Ach schade, dass wird nicht gehen.

wenn die Unterkante doch nicht sägerauh ist, bekomme ich das überhaupt gewendet? Oder bekomme ich das Puzzle nicht mehr zusammen und sitze auf losen Brettern? :0)

Wie kann man die Kratzer wenigstens reinigen?

Viele Grüße
Sophia





Lass den Boden drauf ...
Das ist fast sicher durch die Nut mit versenkten Drahtstiften schräg in die Balken darunter genagelt, und beim Aufnehmen ziehen sich die Nagelköpfe durchs Holz. Das reisst aus und wird hässlich, und das wird dann die Oberseite, wenn du den Boden wendest.
In der Theorie sind alle Bretter gleich, d.h. jede Nut passt zu jeder Feder. In der Praxis reissen einige Nuten oder Federn aus.
Wenn Du unbedingt etwas machen willst, miete eine Bodenschleifmaschine.
Über die Nachbehandlung können andere hier kompetent Auskunft geben.



Lackierte Böden...



...sind nicht partiell reparabel. Der Boden muß zwingend geschliffen werden, oder man lebt halt mit den Schäden. Dafür zuständig ist der Vermieter. Es wäre allerdings einfacher gewesen, ihm das vor Vertragsabschluß auf das Auge zu drücken.

Danach sollte statt Lack ein gutes Bodenöl verwendet werden. Solche Flächen sind später ohne Schleifen regenerierbar.

Grüße

Thomas



Abschleifen oder Teppich drauf



Moin Sophia,

das sieht mir nach lackiertem Fichtenboden (sehr weiches Holz) aus, womit deine Kosmetikideen zum scheitern verurteilt sind.

Umdrehen macht man nich - bringts nich, bleibt wirklich nur Abschleifen und mit Hartöl bzw. Parkettsiegel drüber.

Hauptproblem beim abschleifen mit Walzenschleifer ist, dass wenn du eine halbe Sekunde zu lang an einer Stelle stehen bleibst, du eine Welle in den Boden geschliffen hast, die man nie wieder rauskriegt. Von daher kann ich deinen Vermieter verstehen.

Machen lassen kostet so zwischen 15-20€ / qm, möglich wäre vielleicht das Schleifen machen zu lassen und selber zu ölen/lackieren.

Wenn die Wohnung wirklich so günstig ist isses ja ne Überlegung wert, oder? Habt ihr den Vermieter schon gefragt, ob er bereit wär die Kosten zu teilen, wenn ihr's schon nicht selbst machen dürft?

Gruss, Boris



Wir dürfen nun



So, wir haben endlich doch ein schriftliches Einverständnis vom Vermieter : ) Und dürfen nun loslegen, mit dem Boden abschleifen!!

Nun stellen sich viele Fragen:
Eher ein Walzenschleifer oder Einscheibenschleifgerät?
Öl oder Lack als Versiegelung? (wir möchten eher Öl, Ökotest sehr gut)
Welche Anfänger-Fehler gibt es, die man vielleicht vermeiden kann?

Als erstes machen wir einen kleineren Raum, bevor wir uns ans große Wohnzimmer rantrauen. Dann hat man die Maschine hoffentlich besser im Griff...

Danke und viele Grüße an alle!
Sophia





Lass Dir auch noch eine oder besser zwei Offerten unterbreiten fürs abschleifen lassen durch Profis. Vielleicht kostet das gar nicht soo viel.



Kosten?



Tja, warum nicht - ein Angebot hatte ich schon. Das waren für 100qm abschleifen und versiegeln ca. 1.600 Euro.

Für eine Mietwohnung zu viel, auch weil der Vermieter sich nicht beteiligen wird.....

da bleibt wohl nur, es selbst versuchen, denke ich.



Anfängerfehler...



... mit einer Walzenschleifmaschine kannst Du schnell große Schäden anrichten. Wenn das Zimmer klein ist, dann wird so ein Teil schnell auch unhandlich, bzw. braucht es Erfahrung, damit zu arbeiten. Es ist dringend nötig, dass Du jemanden zur Seite hast, der das schon mal erfolgreich gemacht hat.

Ist schon geprüft worden, ob die Dielen einen weiteren Abschliff statisch vertragen?

Die Einscheibenmaschine brauchst Du zusätzlich für den Feinschliff und für das Ölen.

Ich würde erst an einer Probefläche austesten, mit welcher Körnung Du sinnvoll beginnen solltest.

Ein Anfängerfehler ist es auch, Öko-Test als alleinigen Entscheider gelten zu lassen.

Unter
http://natural-farben.de/aktuell/2009-04/holz-mit-naturoel-schuetzen-grundregeln-fuer-das-oelen/
habe ich mal versucht, das Wichtigste über Ölen zusammen zu fassen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Statik?



Hmm, was ist gemeint mit "statisch vertragen"? Darunter liegt wohl noch ein anderer Boden....

Das Öl sollte die Raumluft möglichst nicht belasten, ist ja schon genug Gift in der Luft.



Mit jedem Schleifen wird halt die Diele



ein wenig dünner und trägt nicht mehr so viel.

Wenn sich die Dielen bei Belastung jetzt schon bewegen, dann wird sich das noch verschlimmern.

Bei Ölen immer die Volldeklaration anschaunen. Dann wird schnell klar, mit was man seine Raumluft anreichert oder nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



?



An Statik haben wir bislang nicht gedacht, weil der Boden so eine Art Click-Holzdielen mit Nut und Feder ist, der geschraubt wurde. Ich habe mir das mal angeschaut...

Bewegen tut sich der Boden nicht, wenn man drüber geht.

So, nun bin ich ratlos...
sophia



Ein Klickboden ist das bestimmt nicht.



So wie Du das beschreibst, ist es ein Boden aus Nut- und Federbrettern, die verdeckt verschraubt sind.

Ratlos brauchst Du nicht sein. Per Ferndiagnose können wir hier sicherlich das eine oder andere raten. Aber die Entscheidung, ob Du das noch mal abschleifen kannst und wenn ja, wie das recht ausgeführt wird, dazu brauchst Du als Laie eine erfahrene Person vor Ort, die das für Dich macht oder Dich einweisen kann.

Der nächste Schritt wäre, dass Du vor Ort so ein Person findest. Vielleicht hat ja jemand hier eine Empfehlung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Relax.....



Die Dinger sehen jüngeren Datums aus und wurden denk' ich noch nicht abgeschliffen. In ner Ritze kannst du mal bis zur Feder Messen, wenn da nur noch ein paar mm sind gäbs allerdings ein Problem...

Walzenschleifer machen bei Dielen ein etwas schöneres Schleifbild (wenn man nicht quer schleift ;-). Wichtig ist nicht mit abgesenkter Walze stehen zu bleiben, sondern kurz vor Ende im Rollen anzuheben bzw. abzusenken.

Je nach Lack könnt ihrs auch erstmal mit einem mittleren Schleifkorn (z.B. 60) versuchen - da macht man nich so schlimme Dellen wie mit dem 36er.

Apropos, die Öko-Bodenöle schnuppern oft länger, als ein konventioneller Lack, riechen halt "Öko".....

Gutes Gelingen, Boris