Planungshilfe, ich weiß nicht wie...

11.03.2008



Hallo zusammen,

ja, wie soll ich sagen, ich habe eine ungewöhnliche Frage. Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt und ein altes Fachwerkhaus gekauft. Der Scheune habe ich ein neues Dach mit alten, teils uralten Biberschwanzzeigeln verpasst. Sieht richtig gut aus. Nun will ich an das Haupthaus. Teilweise habe ich schon angefangen, altes und unansehnliches zu entfernen z.B. Bad oder Zwischenwände. Ich bin langsam an einem Punkt der Wiederaufbeu heißt und weiß gar nicht wie???

Deshalb meine Frage: Gibt es Bücher, Zeitschriften, Berichte in denen erläutert wird, was man zu erst anpacken soll. Wo fängt man an Dach Keller, Elektrik, Wasser, Lehmwände, Decken, Fußboden, außen oder innen?
Wer kann mir solche Tipps geben. Anpacken kann ich gut, aber was plane ichzu erst und wo geh' ich als erstes ran. Da wäre ich für alle Ratschläge bzw. Nachschlagewerke dankbar.



Ein guter Baufachverlag



... ist der BLOTTNER-Verlag in Taunusstein, www.blottner.de

Und schau auch in den Link www.blottner.de/abv/index.htm
Dort findest Du alle Mitgliedsverlage der ABV Arbeitsgemeinschaft Baufachverlage, und das dürften die wesentlichen der Branche sein.

Bunte Grüße
Peter



Planungshilfe,



Hallo Markus,
Die Welt ist vieleicht schlecht, aber das Leben ist schön.
Such dir einen guten Architekten.
Grüsse aus Nordhessen



Warum...



...haben Architekten studiert!

@ R.Göbel
Du sprichst aus dem Herzen!

Eigentlich sollte man sich fragen, in welchem Werteverfall man sich mit befindet, wo es stets nach der Devise geht: "Geiz ist geil!"

Bitte nicht falsch verstehen, doch die Frage ist hier wirklich zu definieren, Bücher sind gut, verhelfen zu viel Wissen, doch Fachleute vor Ort verhelfen zu Sicherheit!

Nutze die Plattform und schaue die Fülle der Planer/Architekten durch und vertraue auch etwas Deinem gesunden Bauchgefühl.
Die Plattformmitglieder lassen grüßen und würden sich auf eine Kontaktaufnahme sicherlich freuen.

Unterstützende Grüße

Udo



Bauen ohne Architekt



...ist möglich, wenn keiner hinguckt.
Doch das Risiko, bestehende Bauregeln zu verletzen, ist so groß, daß ich es niemandem ernsthaft empfehlen würde.
Aber zum Schlaumachen kann es ja nicht schaden, Bücher zu lesen (Buch macht kluch):
Wolfgang Lenze: Fachwerkhäuser, IRB-Verlag 2005
Manfred Gerner: Schäden an Fachwerkfassaden, IRB-Verlag 1998
G.Ulrich Großmann, Hubertus Michels: Fachwerk als historische Bauweise, ein Materialleitfaden und Ratgeber, Edition Anderweit 2002.

Grüße vom Niederrhein



Tja,



da würde ich mal als erstes `ne Maurer- oder Zimmererlehre empfehlen, anschliessend die Meisterprüfung ablegen, eventuell noch das Fachabitur mit anschliessendem Ingenieurstudium, sich ungefähr 25 Jahre auf diversen Baustellen von Reperaturarbeiten über Umbauten unter Denkmalschutz bis hin zu Industrieanlagen rumtreiben. Und dann könnte es schon klappen.
Nachdenkliche Grüsse
dasMaurer



Zeit ist Geld



Die Fachleute haben gesprochen, wie sie sprechen mussten. Aber ich finde, dass sie uebertreiben. Man spricht doch dem Experten nicht seine Daseinsberechtigung oder auch den Wert seiner Ausbildung ab, wenn man etwas selbst machen will. Es tapezieren und Streichen ja viele Leute ihre Wohnungen selbst, obwohl des den Berufsstand des Malers und Tapezierers gibt. Es kochen sogar Leute ihre eigenen Mahlzeiten, obgleich es Restaurants gibt.
Letztlich geht es doch darum, Zeit und Geld gegeneinander abzuwaegen. Wer das eine hat, hat meistens das andere nicht. (Und immer haeufiger hat man keines von beiden; dann erst wird es wirklich haarig.) Hat man das Geld, einen Handwerker mit der Arbeit zu beauftragen, so ist das schoen. Hat man es aber nicht und macht es selbst, so ist das auch in Ordnung.
Und das Schoene an diesem Forum ist, dass die Fachleute den Selbermachern freigiebig mit Rat zur Seite stehen. Nicht ohne Grund sind drei der fuenf bisherigen Antworter Premiummitglieder.
Zur Sache: Fast alle anfallenden handwerklichen Taetigkeiten kann man mit etwas Intelligenz und handwerklichem Geschick selbst machen. Darum geht es ja in der Frage auch nicht. Die Planung dagegen kann Dir, Markus, in einem Forum natuerlich tatsaechlich keiner abnehmen. Grob wuerde ich sagen, dass erste die Aussenhaut dicht sein sollte, ehe man sich an den Innenausbau begibt. Fenster und Aussentueren sollten da sein, ehe man die Fassade macht. Elektrik und Sanitaer macht man logischerweise, ehe man verputzt.
Einen Tipp habe ich noch: Such Dir jemanden in der Naehe, der auch gerade am Selberbauen ist. Ich hatte das Glueck, dass mein Freund Jordi sich zeitgleich einen alten Bauernhof in der Naehe gekauft hat. Jetzt werkeln wir an Wochenenden abwechselnd mal da, mal hier und teilen uns so Arbeitskraft, Geraete und Wissen. Und es macht mehr Spass.



Mensch Konrad...



...du sprichst mir aus dem Herzen.
Ich koche meine "Mahlzeiten" auch selbst. Obwohl ich kein Koch bin. Wenn es denn mal daneben geht, versuche ich es halt nochmal.
Ich gebe ganz offen zu, wenn ich unser Haus unter der Prämisse gekauft hätte, Architekten, Maurer, Statiker, Zimmerleute und diverse andere Handwerker zu beschäftigen, hätte ich es nicht gekauft.
Aus dem ganz einfachen Grund heraus das ich es mir nicht hätte leisten können.
Diese Aussage soll jetzt um Gottes Willen nicht die fachlichen Kompetenzen der vielen helfenden, kompetenten, netten und lieben Fachleute in diesem Forum schmälern. Ausdrücklich nicht!!!!!
Nur viele (Fachwerk)Leute kaufen ihr Haus auch, weil sie vieles selbst machen wollen. Erfahrungen sammeln wollen, Erkenntnisse gewinnen wollen, und mit ihrem Vorhaben Erfolg haben wollen.
Natürlich spricht man den Experten mit dem "ich mach das alleine" nicht die Kompetenz, noch die "Daseinsberechtigung" ab. Na wo komm mer den da hin?
Nur, ein Fachwerkhaus ausschließlich durch Fachleute Restaurieren zu lassen übersteigt meiner Meinung nach die Mittel des "Normalbürgers" (wenn man bei "Fachwerkfreaks" überhaupt von "Normalbürger" sprechen kann. "Durchgeknallt" sind wir doch alle irgendwie!).
Der Hinweis "da ist ein Fachmann gefragt" wird aber mittlerweile durchaus lauter hier im Forum.

Zurück zum Thema: als Literatur (auch zur Ausarbeitung" von Planungsvarianten) kann ich "Fachwerkhäuser, restaurieren, sanieren, modernisieren" von Wolfgang Lenze empfehlen.
Ein anschauliches, leichtverständliches Werk für den "Selbermacher".

Grüße
Martin



Hilfe bei der Planung



Hallo Konrad, hallo Martin,

endlich die Antwort die ich wirklich hören wollte. Dass ich ohne einen Architekten auskommen will, war gar nicht die Rede. Nicht jeder Architekt in meiner Umgebung kennt sich mit Fachwerkhäusern aus. Eigentlich suche ich eine kurze Anleitung was man in welcher Reihenfolge macht. Denn hat man erst mal etwas fertig und muss es hinterher wieder entfernen, ist es doppelt teuer. Nun gut, ich werde die empfohlene Literatur lesen. Wer noch einen Architekten für Fachwerk im Hintertaunus kennt, für Infos bin ich sehr dankbar. Die Arichtektenkammer hat mir hierzu keine Infos geben können.



Ein erfahrener Fachwerk-Architekt



ist der Zimmermann und Architekt Stephan Dreier aus Niederbrechen bei Limburg. Er hat für seine gelungenen Projekte schon mehrere Preis bekommen, siehe
www.dreier-denkmalpflege.de

Bunte Grüße,
Peter