Scheunentor mit Holzöl behandeln oder vergrauen lassen

15.08.2013



Hallo,
wir haben an unserer Museumsscheune ein neues Tor mit Lärcheholz Fasebrettern beplankt.
Gibt es Vorschläge zur Holbehandlung oder sollen wir das Holz einfch vergrauen lassen?
Der Boden vor dem Tor besteht aus Bessunger Kies. Was kann man tun um die Verschmutzung durch Spritzwasser zu vermeiden?





Den Schlüssel liefert mir das Wort "Museumsscheune": Dazu passt keine Konservierung in der Farbe frisch geschnittenen Holzes.

Grüße



Wenn es nun aber keine Museumsscheune wäre...



... was würde man dann am Besten nehmen?
Denke seit geraumer Zeit darüber nach, ob ich mein Garagentor und mein Holzlagerhäuschen behandeln soll oder nicht. ..





Wenn es einen UV-Schutz haben soll, geht das nicht ohne Pigmente. Also Leinöl mit Farbzusatz. Die Alternative wäre Sadolin - also acrylathaltig - ebenfalls mit Farbzusatz.
Nur: Die Lärche hat selber genügend holzschützende Inhaltsstoffe, und ihre natürliche Altersfarbe ist eben silbergrau.
Sonstige Kunstharze würde ich mal ablehnen wollen.

Grüße



naja obfehlende Holzflege



wirklich historisch korrekt ist?
Auch früher hat man, wenn es der Geldbeutel hergab, regelmäßig mit Leinöl gestrichen.
Das dies nach dem Krieg kaum noch erfolgte, nach dem Motto "wenn es einfällt bauen wir halt neu" passt da ja nicht rein.
Auch mit "nur Leinöl" wird das Holz dunkel.



Also,



der Abbau des Holzes durch UV ist isoliert betrachtet gering und hat wenig mit der Vergrauung zu tun. Letzere entsteht hauptsächlich durch Auswaschung von Holzinhaltsstoffen und oberflächliche Einlagerung von allerlei Stoffen, die der Regen so mitbringt.

Ich verstehe auch nicht, warum ein neues Tor für ein Museum ganz schnell grau werden soll. Erst 'mal wird es nämlich unbehandelt über lange Zeit scheckig aussehen. Außerdem bietet Öl ja auch Schutz, indem die Wasseraufnahme des Holzes verringert wird. Ob nun leicht pigmentierend (Lasur) oder farblos geölt wird, ist an dieser Stelle sicher nicht so wichtig.

Aus meiner Sicht ist das Ölen sinnvoll. Meidet aber acrylthaltige Anstriche (Dispersionskunststoffe auf Wasserbasis) und achtet, falls das Tor erst noch gebaut wird, auf den konstruktiven Holzschutz, speziell beim oberen Hirnholz.

Das Anschmutzen durch Spritzwasser ist nicht vermeidbar. Eine gut ausgebildete Tropfkante hilft aber, die Folgen des Spritzwassers zu mindern.

Grüße

Thomas



Scheunentore…



… wurden doch, genau wie Stalltüren oder Fensterläden je nach Region in bestimmten ortstypischen Farben gestrichen, also z.B. Münsterland grün, im Rheinland karminrot, im Westerwald rostrot etc.

Ob man das nur machte, weil für solche untergeordneten Bauteile nicht das schönste Holz benutzt wurde, sodass ein deckender Anstrich meist gefälliger aussieht, oder ob es eine übergeordnete Bautradition gibt, weswegen farbig gestrichen wird, weiß ich nicht. Es fällt bei uns in der Gegend jedenfalls sofort als Fremdkörper auf, wenn Scheunentore holzsichtig sind, das können dann nur Reiche aus der Großstadt sein, die da einen Pferdehof aufgemacht haben.

Gegen Spritzwasser im unteren Bereich helfen auch regelmäßige Anstriche nicht wirklich auf Dauer. Bei alten Scheunen auf Höfen mit echter Geschichte hat man früher die Fehl- und Gammelstellen durch Spritzwasser o.ä. einfach durch aufgebrachte Bleche "behandelt", die meist um die Tropfkante herum geführt sind. Vielleicht hat man in weiser Voraussicht die Bleche im unteren Bereich auch schon vorher angebracht, es fällt jedenfalls optisch kaum auf, weil diese selbstverständlich auch farbig überstrichen wurden, genau wie das Holz.

Ich würde empfehlen, einfach mal ein paar alte Dörfer in der Region zu besuchen und ein paar aufmerksame Blicke auf die alten Scheunentore zu werfen, ggf. auch mal ein paar alte Bauern zu fragen, wie ihre Scheunentore traditionell aussahen, nämlich bestimmt nicht wie von IKEA.



Scheunentor mit Holzöl behandeln oder vergrauen lassen



Ist erst mal Geschmackssache.

Ist die Aussenseite sonnenbeschienen? Wenn ja würde ich nur eine pigmentierten, eventuell auch einen deckenden Anstrich auftragen.

Wird "nur" farblos oder leicht pigmentiert geölt ist dieser Anstriche gerade auf der Südseite jährlich zu wieder holen, bei deckenden Anstrich nicht.

Grüße



Lärchenholz behandeln



Wenn Farbe (auch Holzfarbe) gewünscht ist, dann geht das nur mit Pigmenten. Die möglichen Ausharzungen von Lärchenholz können aber bei deckenen Farben recht stören.

Wir empfehlen unseren Kunden, die ölhaltige Holzlasur von Natural. Allerdings sollte im Folgejahr noch einmal nachgepflegt werden. Das Eigenharz lässt stellenweise manchmal nicht viel Ölimprägnierung zu. Nach einer Zeit der Bewitterung sind die Poren dann offen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de