Sandstein-Kellertreppe "sanieren"

19.02.2008



Hallo,
ich habe folgendes Problem: in meinem Haus ist die Kellertreppe (Stufen aus rotem Sandstein) wohl wg. Feuchtigkeit von außen im unteren Bereich stark ausgetreten und bröselig.
Meine Idee ist es nun, die Treppe zu verfliesen. Die engagierten Mitglieder dieses Forums mögen mir verzeihen...
Ich müßte zuvor natürlich die Unebenheiten der Stufen ausgleichen und wollte dazu schlicht Beton oder Estrich mehmen (soll ja auch möglichst schnell trocknen) und anschließend mit Flexkleber verfliesen.
Nun lese ich aber hier, daß zementhaltige Mörtel u. ä. den langfristigen Tod des Sandsteins bedeuten, weil der Sandstein nicht mehr atmen kann. Das allerdings könnte er durch die Fliesen ja auch nicht mehr.

Soll ich meine Idee also besser aufgeben? Übrigens ist das Haus ansonsten aus Backsteinen gebaut, Kellerboden aus Beton gegossen. Die Kellertreppe wurde wohl aus Sandsteinen gesetzt, weil die damals 'gerade herumlagen' - es gibt sonst im Haus keine weiteren Sandsteine. Ich will auch daher die Treppe nicht schön sanieren, sondern schlicht und einfach reparieren, damit man sie auch mal putzen kann...

Einfach mit Kalkmörtel egalisieren geht ja wohl auch nicht, weil das zu Behehen nicht hart genug wird.



Sandsteintreppe



Das beste ist es, die defekten Stufen durch neue zu ersetzen.
Vielleicht liegen ja noch ein paar herum, die Sie noch nicht gefunden haben.
Fliesen bringt nichts, darunter friert nur das Wasser und sprengt den Stein sowie die Fliesen und mit Pampelacke bleibt man besser vom Sandstein weg.

Grüße vom Niederrhein



Re: Treppe erstezen



Vielen Dank...

...für den Vorschlag, lieber Herr Beckmann, aber das geht nicht (oder nicht so einfach) oder der Aufwand wäre unverhältnismäßig groß, weil die Treppenstufen links und rechts eingemauert oder eingeputzt sind.

Mich würde eigentlich folgendes interessieren:

1. wenn ich meine Idee verfolge (Zement-Spachtel, Flexkleber, Fliesen), würde die Treppe vielleicht 80 oder 100 Jahre halten. Oder wäre diese Zeit wesentlich kürzer?

2. Wenn ich die Stufen austauschen müßte (wieder gegen Sandstein?!), würde das dann wesentlich länger halten?

3. Wenn ich die Stufen austauschen würde, hätte ich dann nicht weiterhin das Problem, sie nicht vernünftig putzen zu können, weil Sandstein nun mal sandet?

4. Immerhin handelt sich ja nur um eine Kellertreppe und es würde völlig ausreichen, 'wie auch immer' Fliesen auf die ausgetretenen Stufen 'kleben' zu können. Eine 'Haltbarkeit' von mehr als 20-50 Jahren wäre schon OK.

(Ich numeriere die Fragen, damit es einfacher wird, zu antworten.)

Ich danke im Voraus herzlich für Antworten!
(Ein entspr. Dank in meiner ursprünglichen Frage ist leider im Nirvana verschwunden, ebenso wie ein paar kleine Rechtschreib-Korrekturen...)

Vielen Dank auch an dieses Forum und die Tatsache, dass es überhaupt existiert. Es ist eine wahre Fundgrube und zu bewundern ist die Tatsache, dass hier offensichtlich sehr ernsthaft diskutiert und auch fundiert geholfen wird. Bravo!
insbesondere fasziniert hat es mich, dass sehr viele Profis (Architekten, Ingenieuere und Handwerker) auf die Fragen antworten. Ein schöner Beweis für die Fähigkeit zur Solidarität in Deutschland!

Freundliche Grüße aus dem Schwabeländle...


U.W.



Für solche



"Reparaturen" kann niemand ´ne Garantie übernehmen. Das kann schon nach wenigen Wochen wieder kaputt sein, oder nach 20 Jahren. Manchmal ist es sinnvoll, sich von sowas zu trennen und was Neues zu bauen.
MfG
dasMaurer



Wenn...



die Straßenbaufirma nicht die Teile unserer Sandsteintreppe (1.Altbau)kaputt gebrochen hätte, war geplant,die Stufen umzudrehen und die ehemalige Unterseite vom Steinmetz glatt zu Schleifen und wir hätten somit eine "neue" Treppe gehabt.
tja, wenn...
Aber vielleicht als Anregung für Sie?
Viele Grüße
Silke



Sandsteintreppe



Guten Morgen,
der Reihe nach zu Ihren nummerierten Fragen:
1. Sie hält keine 3 Jahre
2. ja !
3. wer sagt das denn ? fegen reicht und ab und zu mit Essigreiniger gegen Algen abschrubben.
4. ist keine Frage.

Grüße vom Niederrhein





Hallo

und vielen Dank für die Antworten!

Insbes. Dank an Herrn Beckmann. Ich denke, Sie sind ein sehr erfahrener Profi, der alles tut, erhaltenswürdige Substanz eben zu erhalten oder kompatibel zu sanieren. Das empfinde ich als höchst ehrenhaft und vorbildlich. Nur eben liegt mein Fall (meine Treppe) m. E. etwas anders: es ist nur eine einfache Treppe im Innenraum, nicht mehr schön, wegen der ausgetretenen und bröckeligen Stufen auch nicht mehr so sicher. Und erhaltenswert ist sie wohl auch nicht: das Haus ist von außen mit Styropor verkleidet, Backsteine wurden übermalt, überall gibt es kleine und größere Löcher, die mit verschiedensten Materialien verspachtelt wurden. Also kommt es auf die Kellertreppe wirklich nicht mehr an.

In der Tat ist Nr. 4 keine Frage. Die Frage, die sich dahinter verbirgt, ist: gibt es eine Möglichkeit, eine Haltbarkeit von ca. 20-50 Jahren mit 'einfachen Mitteln' zu erreichen? (Vermutlich wir das Haus insgesamt nicht länger stehen...)

Daher jetzt die neue Frage:

Inzwischen habe ich weiter gesucht und bin auf Knauf/Marmorit 'Lidursan GM 330' (zumindest eine gelungene und vielversprechende Bezeichnung: Stein dauerhaft sanieren...) gestoßen. Wäre dieser 'betonartige Grobkornmörtel zum einlagigem Ausmörteln tiefer Ausbruchstellen in Sandsteinbauteilen' (so die Produkt-Beschreibung) für mein Vorhaben geeignet? Und dann wie gesagt: oben drüber Fliesen geklebt oder diese - wie heißen sie gleich - rotbraunen 'Fliesen' mit offener Oberfläche, die man häufig auf Treppen sieht.

Nochmals meinen herzlichen Dank für die bisherigen Reaktionen auf meine Frage und vielleicht hat jemand Erfahrung mit 'Lidursan GM330' und teilt sie hier mit.

Danke im Voraus!

Herzliche Grüße aus Stuttgart und 'umzu'

U.W.