Sandsteintreppe, wie richtig sanieren

11.09.2005



Hallo zusammen,
vor unserem Hauseingang prangt eine hübsche "Freitreppe" mit geschmiedetem Geländer. Der linke Bereich wurde anscheinend später erweitert, als man die zusätzliche Türe eingebaut hat. Leider wurden da einige nette kleine Fehlerchen eingebaut. Der Stein hat nicht genug Gefälle nach vorne, damit das Wasser richtig ablaufen kann. Also sind die Holzteile sehr mitgenommen und müssen teilweise erneuert werden.

Zunächst soll die Treppe abgebaut und gelagert werden. Später wollen wir sie mit den alten Materialien neu aufbauen (lassen).

Ein mittlerweile schon eigeholter KV enthält Positionen, die uns nicht so recht schmecken wollen: der Aufbau soll auf einer Gründung in Magerbeton vorgenommen werden, die Stufen sollen einen Betonunterbau bekommen (mit Gefälle weg von Haus).

Den Beton würden wir ganz gerne durch etwas anderes zu ersetzen. Aber wie? Hat jemand eine Idee dazu?

Das in Blei eingesetzte Geländer soll abgeflext werden - grusel - geht das nicht anders?
Später soll das Geländer mit Edelstahl verlängert und außen an der Treppenwange befestigt werden. Auch grusel - das muss doch alles etwas anders machbar sein.

Wer hat Ideen/Lösungen dazu?

Die Treppe steht zusammen mit dem Haus unter Denkmalschutz. Die Türen gehören natürlich auch dazu.

Danke und regnerische Grüße
Ulrike



Hauseingangstreppe



Guten Tag Frau Nolte,

sicher kann man das so und so machen. Aber tun Sie bitte meinem Kollegen, der für Sie in guter Absicht tätig ist einen Gefallen und erzählen Sie nicht, im Internet hätte jemand Ihnen gesteckt....
Also: Gegen den Beton habe ich nichts, man kann aber auch Mauern und dann die Stufen setzen. Man könnte auch einfach mehr Stufen nehmen und sie als Blockstufen setzen.
Blei läßt sich sicher wieder verflüssigen (Umweltsauerei) und dann das ganze Geländer herausziehen.
Anstückeln mit VA stelle ich mir nicht so schön vor. Ich würde vom Schmied verlängern lassen.

gutes Gelingen



Sandsteintreppe massiv



Hallo Ulrike,

Geländer wird wohl nur mittels Säbelsäge oder Flex zu entfernen sein. Andernfalls müßten die Stufen zerstört werden.
Das Fundament wird am Besten (Boden vorher geprüft?) 90 cm tief ausgeschachtet. Im Hauswandbereich könnte nochmals isoliert werden. Das Erdreich wird mechanisch verdichtet. Darauf lassen sich mehrere zu verdichtende Lagen Schotter einbauen. Meinetwegen mit Zement gemischt. Du erhälst dadurch eine Wasserdurchlässige Gründung.
Den Treppenunterbau kann man mit Bruchsteinen und Mörtel aufbauen. Dadurch gewinnt die Seitenansicht der Treppe.
Das Geländer ist über eine geschickte Steck/Schraubverbindung auf die Stufen aufsteckbar. Der Dorn ist vorab mit Epoxidharz fugenlos und steinverbunden in die Stufe eingeklebt. Dies ist vielleicht auch mit Bleiverguß machbar, da habe ich aber jetzt weniger Ahnung. Müßte mit dem Schlosser ausgetüftelt werde.

Es gibt mehr als nur Schema F.

Frag mal den Schlosser, bei wieviel Grad sich das Blei anfängt zu verflüssigen. Auf diese Temperatur müßte man den Geländerpfosten (nicht das Blei!!!!! Stufe würde zerstört) erhitzen und vom Blei anlösen und abhebeln. Das Blei ist mit Kernbohrung entfernbar..........


Es gibt mehr als nur Schema F. Interessante Tüftelarbeit.



Nachfrage



Die Stufen scheinen ziemlich kaputt zu sein. Ich gehe davon aus, daß Ihr die Vorderseite entweder nach hinten tut oder aber neue Stufen nehmen werdet.
Flicken der Stufen hält nicht.

Keinesfalls die Stufen imprägniern, hydrophobieren, versiegeln und was es da alle für nette Wörter gibt.

Basaltlava aus der Eifel wäre ein schönes und haltbares Alternativmaterial. Fragt mal die Denkmalschutzbehörde.

Bei vielen Sandsteinen kann es schon nach kürzester Zeit wieder zu Rissen kommen. Ohne daß der Steinmetz was für kann. Das Theater und die Kosten sind dann sehr hoch. Vermeidbar? Ja, durch bessere Materialauswahl.
Basalt aus der Eifel ist anthrazit.



Entschuldigung



erst mal. Wir sind erst heute am späten Nachmittag von einer Woche Arbeitseinsatz in Hummersen wieder zurück gekommen. Dort haben wir im Moment weder einen Telefon- noch einen Internetanschluss. Das geht zwar alles auch über Männes Handy, ist aber etwas kostspielig.

@Dietmar Beckmann
Ich behaupte niemals, dass mir in einem Forum dies oder jenes empfohlen wurde. Will mir ja meine Handwerker nicht vergraulen. Aber konstruktive Vorschläge darf man immer machen ;-)

Dass mit dem aufmauern würde passen - wie wir zwischenzeitlich wissen. Offensichtlich hat man das schon früher so gemacht. Das Blei zu verflüssigen ist schon eine rechte Sauerei ...

@Uwe
"Eifelstein" sieht ganz sicher schön aus. Nur leider wird unser Denkmalamt da nicht mitspielen. Die wollen roten Wesersandstein.

Die Stufen selbst sind völlig in Ordnung. Auf der linken Seite sind das ja richtige Quader. Das ist nachträglich gemacht worden. Die rechte Seite ist die ursprüngliche Treppe. Diese Seite ist nachträglich der linken Seite durch zusätzlich aufgelegte Platten angeglichen worden. Dazwischen wurde Zement oder Beton gepackt.

Zwischenzeitlich wissen wir etwas mehr. Vor den rechten Stufen lag ein riesiges Abstreifgitter aus Eisen, völlig verrostet, auf einer Stufe unterhalb der ersten sichtbaren auf. Nachdem Männe das Gitter entdeckte, haben wir es hochgenommen, es war vollständig eingewachsen.

Zum Vorschein kam die ursprüngliche erste Stufe und auch ein Teil des Aufbaus. Wegen des schlechten Wetters konnte ich nicht fotografieren.

Der Aufbau der rechten Seite besteht tatsächlich aus Bruch- und Ziegelsteinen.

Deine Beschreibung entspricht in etwa meinen Vorstellungen: tief gründen und neu aufbauen. Obenauf die intakten Sandsteinplatten, bzw. neue Platten für die rechte Seite oder auch neue durchgehende Platten. Wir werden sehen was wir da finden können.

Und keine Sorge - hier wird nichts hydrophobiert, versiegelt, oder sonst was.

Ich gehe auf die Suche nach einem Steinmetz und einem Schlosser. Die Altbaustoffhändler in der Region warten auch noch auf uns ;-)

Herzliche Grüße
Ulrike



Einen Steinmetz



zu finden war gar nicht so einfach. Entweder gibt es im Lippischen nicht sehr viele davon, oder die haben alle kein Telefon ;-)

Aber mir gelingt es ja doch immer - zu finden was ich suche. Nächste Woche ist Baustellentermin. Die waren am Telefon sehr interessiert, haben auch schon alle Detailfotos bekommen :-)

Nur mal so als Zwischeninfo

Sonnige Grüße
Ulrike Nolte