Auf was muss ich beim Kauf von einem Fachwerkhaus besonders achten?




In meiner Region wird in Kürze ein ca 150J altes Fachwerkhaus verkauft (der Zustand von außen ist ziemlich armselig). Das Fachwerk ist mit Holzschindeln bzw. mit Brettern verkleidet. Im Erdgeschoss ist der Sockel verputzt. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie zu der damaligen Zeit gebaut wurde (was sind die Schwachstellen?).
Das Haus ist für mich dadurch interessant, dass der Erwerbspreis vermutlich sehr gering ist und ich nach und nach das Gebäude verschönen und instandsetzen kann.

Natürlich möchte ich da nach Möglichkeit keine böse Überraschung erleben.

Welche Tips können Sie mir auf die Schnelle geben, um die "großen" Probleme zu erkennen?



Fachwörk



1. Sie sollten wirklich viel Geld haben.
2. Sie sollten wirklich viel Zeit haben.
3. Sie sollten wirklich viel Ahnung (von Fachwerk) haben.
4. Sie sollten wirklich etwas verrückt sein.
Und dann kann es schon losgehen...
OK das war etwas ironisch, aber wenn sie selbst nicht in der Lage sind die Bausubstanz zu beurteilen, müssen sie sich natürlich das Fachwissen besorgen und das gibt es in Südhessen zu Hauf:
Das Standardbuch schlechthin zu diesem Thema ist von Ottfried Rau und trägt den Titel DER Altbau (Verlagsanstalt Alexander Koch)
Hier in Handwerkerkreisen ist der gute Mann unter dem Spitznamen "De Facherkpabscht" bekannt.
Aber es kommt noch besser, der wohnt nämlich in Südhessen, genauer in Sensbachtal.
Gegen ein entsprechendes Honorar kommt er ja vielleicht vorbei und schaut sich das Objekt der Begierde an.
Steht in den gelben Seiten.
Ansonsten sollten sie einfach mit dem schlimmsten rechnen.

Ach ja, wenn sie dann ihren Kachelofen einbauen sollten sie mich anrufen, da ich als Ofensetzer in Südhessen mein Unwesen treibe. Tel. 06068/941586
Viel Glück
Jürgen



gute Bausubstanz der tragenden Bauteile ist das wichtigste



Hallo Sandra,
da ich viel in Südhessen rumkomme (heut hab ich im z.B.im Odenwald,nahe bei Reinheim/Michelstadt Kunden beraten)ist mir nach Deiner Schilderung die typische Bauweise gut bekannt.Prüfe in jedem Falle gut die Außenwände,die Deckenbalken, vor allem die überm feuchten Kellergeschoß. Wenn die Vorbesitzer arme Leut waren,hatten die glücklicherweise oft kein Geld für teure Kaputtsanierungen mit Styropor-Wand-Decken-Dachdämmungen o.ä.Allerdings findet man/frau in solchen Häusern oft Einzel-Ölofenheizung vor.
Wichtig ist,beim Kauf die Sanierungskosten in jedem Falle im Gesamtpreis mit einzukalkulieren.Dazu solltest Du zumindest wissen,was saniert werden muß,welche Möglichkeiten es gibt und was das ganze kostet und wielang sowas dauert (Bauablauf/Bauzeitenplan)Auf Wunsch kann ich mir Dein "Traumhaus" gern mal aus der Nähe anschauen.
Seit 25 Jahren leite ich regelmäßig 1x im Monat Selbstbau-Altbausanierungs-Seminare. Der nächste ist am 18.Februar in Reinheim.
Schau mal rein bei www.texbis.de



Gemeinsam



mit einem Menschen,egal ob Zimmermann oder Gutachter, ein erstes persönliches Gespräch führen, vobei schon eine gewisse Gemeinsamkeit erkennbar sein sollte, im Bezug auf Erhalten! Ein Vertrauen muß erkennbar sein!

Zwar kein Vergleich, aber a bissl wie beim ersten Date;-)

Nicht einen der Dir nur etwas verkaufen will, sondern der die Substanz deines Traumhauses wirklich einschätzen und beurteilen kann.

Selber solltest Du Dir einen Rahmen setzen, welche Kosten beim Kauf,Welche Kosten beim Restaurieren stehen zur Verfügung, welche Zeit kannst Du investieren für Eigenleistung und...

Die Entscheidung bleibt natürlich an Dir hängen;-)

p.s. Hilfreiche und kompetende Leute findet man bei der IGB,vobei man nicht nur auf die Mitgliedschaft und Kontaktstellen schauen sollte! Eher die Mitglieder im Umkreis mal ansprechen und um Rat fragen!

Viel Erfolg für Dich und dein Haus

Micha