Fachwerkgiebel gestalten

17.02.2012



Moin moin

Wir wollen eine Scheune neu bauen, die Fachwerkgiebel bekommt. Der Entwurf ist bisher ganz schlicht und zweckmäßig. Die Ausfachung soll verputzt werden.
Wollte mal hier fragen, ob jemand gute Vorschläge hat, wie man das Fachwerk noch im traditionellen Sinne schöner gestalten könnte. Also die Anordnung und Art der tragenden Teile. Sparrendach, im Giebel Ladeluke erforderlich.
Der Standort ist in Mecklenburg.

Freundliche Grüße!
Werner





hier mal ein kleiner hingucker .
aber nicht das er ihre finanziellen möglichkeiten sprengt :-)

http://www.welt-atlas.de/datenbank/fotos/1-186/big/1-186-10.jpg



Fachwerkgestaltung



Ich glaub ich würde mir Beispiele aus der direkten Region ansehen,ihr könnt Andreaskreuze einziehen ,Kopfstreben ,Gegenstreben,Knickstreben,Kopfbänder an der Ladeluke,Bundstreben oder wilden Mann,falls Bundwand vorhanden,aber konstruktiv notwendig?

Grüße Martin



Mecklenburg



... ist zwar nicht meine Gegend aber ist da bei den Scheunen nicht ein Walm- oder Krüpelwalmdach üblich gewesen?

Egal. Das hier ist zwar eine Kirche aber mir gefällt sie.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/eb/Rom_%28Meckl%29_Kirche_2008-04-28_015.jpg/450px-Rom_%28Meckl%29_Kirche_2008-04-28_015.jpg





http://www.flickr.com/photos/mecklenburg/5413804467/

Dieses passt dock ganz gut von Größe und Gefachaufteilung.
Das obere Fenster verbreitert als Luke, die dann links und rechts mit Stützen befestigt, die dann nur ganz schmale Gefache zu denen daneben ergeben. Mich stört bei deinem Entwurf das riesige Loch. Muss die Luke so breit werden?

Die breiteren Gefache an den Seiten, das versetzte Gefach im oberen Bereich und die schmalen Gefache neben der Luke dürften dann genug Schmuck für ein einfaches Wirtschaftsgebäude sein. Außerdem steht es bei dir in der Region.

Viel Spaß bei der weiteren Planung,
LG utaca

PS: Hier dieselbe Eckenkonstruktion, auch in Mecklenburg http://img.onoffice.de/smart20/Objekte/ARNEWULFImmobilien/277/Foto_2545.jpg@600x
Sieht interessant aus, finde ich.



Fachwerkgiebel



Danke schon mal für die guten Hinweise!
Vieles was man so sieht, ist ja technisch nicht so sinnvoll, zum Beispiel die versetzten Gefache, was ich auch nicht ansprechend finde. Auch Streben, die nach innen zeigen, obwohl mir diese zweiteiligen Streben nicht schlecht gefallen.
Gerade heutzutage soll es ja nicht kitschig werden.

Es ist wohl vor allem das Giebeldreieck, das noch nicht schön ist. Sicherlich muß die Luke nicht zwei Meter breit sein, aber unter 1,50 wird es sicherlich knapp. Also groß wäre schon besser. Klar, irgendwelche Zierhölzer könnte ich mir auch ausdenken, aber es wäre schön, wenn es was erprobtes oder eben sehr schlüssiges wäre.

Viele Grüße!
Werner



Fachwerkgestaltung



Hallo Werner,
Im Grenzgebiet zu Niedersachsen wird bestimmt anders gebaut wie zu Pommern (da hatte ich schon meine Finger drin,Fischland und Bad Sülze)
Ich würde mir an Deiner Stelle die alten Häuser anschauen, die da schon in der Gegend rumstehen und versuchen die alten Systeme zu verstehen.
Auf den ersten Blick kommen mir die Streben etwas steil vor. Klassisch sind 72°, ich habe auch schon mal 54° bei einer Bauaufnahme gemessen.
In verschiedenen Gegenden gibt es manchmal auch besondere Holzverbindungen. In meinem "Revier" sind die Giebelrähme auf die Traufrähme verkämmt und der Eckstiel ist so ausgebildet, dass er das Hirnholz des Traufrähms noch schützt. Das gilt auch für den Knotenpunkt der Innenwände mit der Giebelwand.
Ich würde darauf achten, dass immer genug Vorholz vor einem Zapfen ist. Deshalb die Stiele im Giebeldreieck lieber etwas zur Gebäudemitte rücken. Dadurch würden die Gefache und die Ladeluke eher rechteckig-stehend aussehen, anstatt fast quadratisch. Achte mal auf alte Vergleichsbuden, ob dies am Standort üblich ist.
Im Giebeldreieck die Riegel durchlaufen lassen und die Stiele (mit Vorholz zum Sparren) in die Riegel einzapfen nicht umgekehrt.
Der Mittelstiel ganz oben tut meinem Zimmererauge weh. Da würde ich eher zwei Streben in der Form eines "V" vorschlagen. Ein Andreaskreuz habe ich da oben auch schon mal gesehen. Wenn die Streben des "V" mit den Sparren und dem Sturzriegel darunter mittels eines Schwalbenschwanzblattes anstatt einer Verzapfung verbunden werden, halten die den Sturz auch noch. Dessen Spannweite kommt mir etwas groß vor.
Gruß
Ralph



Prima!



Danke Ralph, sehr schöne Hinweise!
Dann wären ja die Stiele des Giebelfeldes auch nicht in der Flucht mit denen des Erdgeschosses.
Habe ich noch nie bewußt gesehen. Muß mir das mal alles ordentlich aufzeichnen.



Die unteren Stiele



müssen nicht immer dogmatisch unter den Giebelstielen stehen. In Vorpommern tun sie das in der Regel nicht.In den angrenzenden Gegenden von Mecklenburg wirds wohl nicht anders sein. Es gibt aber Regionen in denen das üblich ist.
Ralph