Hausschwamm im Keller

24.02.2007


Hallo,

in einem Kellerraum meines Hauses (Bj 1903) habe ich ca. 2 Jahre lang Holz gelagert. Dieses wurde vom echten Hausschwamm befallen. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm und Ziegeln und lieferte die nötige Feuchtigkeit. Die Fugen enthielten teilweise alten Kohlenstaub. Der Befall beschränkte sich hauptsächlich auf das Holz, es gab aber auch ein/zwei runde Flächen von Oberflächenmyzel auf den Ziegeln in der Nähe des Holzes. Fruchtkörper hatten sich noch nicht gebildet!

Ich habe nun:
- das Holz entsorgt
- die Fußboden im betroffenen Bereich abgeflammt
- den Putz (der Natursteinwände) entfernt
- die Ziegel (Fußboden) entfernt
- die obere Lehmschicht entfernt

Die Myzelstränge setzten sich an zwei Stellen unter den Ziegeln fort (ca. 10cm tief). Diese Bereiche habe ich tiefer ausgehoben.

Nun meine Fragen:

Kann sich aus im Fußboden verbliebenen (evntl. noch tiefer gehenden) Myzelsträngen eine erneute Ausbreitung ergeben wenn der neue Fußbodenaufbau keine neue "Nahrung" für den Hausschwamm bietet?

Ist ein Fußbodenaufbau Frostschutz/Splitt/Betonpflaster sinnvoll?

Können einzelne Myzelreste die mit dem Schuhwerk im Haus verbreitet und über Umwege (andere Hausbewohner) evntl. bis auf den Dachboden befördert wurden Schaden anrichten?

Sind Myzelreste die sich (durch die Zwischenlagerung des befallenen Holzes) im Garten befinden problematisch?




Ja



Hallo Stefan,

zu alle vier Fragen:
- ja, kann, kommt auf die weitere Verwendung an.
- ja, wenn komplett neuer Fussbodenaufbau.
- ja, in jedem Fall auch Sporen, die kriegen sie kaum bekämpft.
- ja, wenn Sie in Kontakt mit feuchtem Holz kommen.

Alles Gute



Danke



Der Keller soll in Zukunft hauptsächlich als Hauswirtschaftsraum (Bügeln) verwendet werden (Holz kommt dort mit Sicherheit nicht mehr unter). Außerdem ist nun ständiges Lüften angesagt - das wird nur im Sommer problematisch.

Der Fußboden wird komplett neu aufgebaut - nur kann ich nicht abschätzen wie tief sich einzelne Myzelstränge ausgebreitet haben.

Sporen dürfte es doch ohne Fruchtkörper nicht geben, oder?



An den Herren "Fragen kostet nix"



Lieber Herr "kostet nix"

Es können sich auch ohne Fruchtkörper Sporen bilden. Die Arthrosporen - auch Gliedersporen oder Oidien, Oidiosporen - sind vegetative, d. h. nicht durch sexuelle Vermehrung gebildete Sporen. Sie entstehen durch thallische Konidienbildung. Im Unterschied zur blastischen Sporenbildung (Blastosporen), wo sich an der Spitze einer Hyphe eine blasenförmige Struktur bildet, die sich anschließend abtrennt, werden bei der Bildung von Arthrosporen bestehende Hyphenzellen durch nachträglich gebildete Septen gegliedert und schließlich in Sporen umgewandelt.

Vorerst kostenlose Grüße

L. Parisek





Vielen Dank für die Erklärung bezüglich der Sporen.

Mit diesem Risiko muss ich jetzt halt leben. Lt. meiner "Mama" roch es in diesem Keller schon immer nach Pilzen (wie beim Herausnehmen der Ziegel). Also war der Hausschwamm wohl auch schon immer da und die Sporen können sich seit Jahrzehnten im ganzen Haus verteilt haben.

Was bleibt mir nun anderes übrig, als im Keller und auf dem Dachboden für ständige Lüftung zu sorgen und den betroffenen Fußboden zu erneuern?



Freibier


Lutz Parisek

Es muß nicht mit dem Risiko gelebt werden und es bleiben dem Fragesteller auch noch ander Möglichkeiten übrig. Daher noch einen letzten kostenlosen Rat:

Einen Fachmann holen und den ganzen Befall fachgerecht bekämpfen

Gruß

L. Parisek

PS: Es zeigt sich hier wieder einmal, was mit den kostenlosen Ratschlägen geschieht. Sie können noch so richtig sein, da sie nichts kosten, erscheinen sie dem Fragesteller meist nichts wert und er macht in vielen Fällen genau das, was er auch ohne Beantwortung der Frage gemacht hätte.

Daher erscheint mir der Wunsch, kostenlos Fragen wirklich gewissenhaft und gründlich zu beantworten, mangels konsequenter Würdigung zunehmend sinnlos.



fragen kost nix!


fragen kost nix!

herrn parisek zum kontra:
diese forum ist für kostenlose fragen und antworten da!

herrn parisek zum pro:
die korrekte, kostenlose antwort lautet:
"fachmann holen! hausschwamm ordentlich bekämpfen! ohne restrisiko leben!"

und herrn stefan ins gewissen:
ich verdiene immer gutes geld, wenn Heimwerker mit restrisiko Schwamm behandelt haben.
erkundige dich nach einem fachmann in der nähe, laß dir den "sachkundenachweis für holzschutz" zeigen, dann sollte es kein restrisiko geben. alles andere sind schwammige lösungen!

alles gute, vom kay

zum foto: hier wurde nach heimwerker-schwammsanierung ein fußbodenaufbau ohne holz gewählt, damit das restrisiko gering ist...



Hallo Stefan



Fachmann solltest du auf jeden Fall holen! Wichtig ist es dem Pilz nie die nötigen Lebenbedingungen zu bieten! An keiner Stelle deines Hauses sollte Holz mit mehr als 16% Feuchte sein! Selbst wenn der Pilz ordentlich bekämpft wurden ist und du wieder feuchtes Holz einlagerst kannst du wieder HS bekommen! Die Sporen sind wohl überall in der Luft enthalten! Sieh zu, dass du dein Holz überall schön trocken hältst.

Es scheint wohl dein Keller relativ feucht zu sein? Den solltest du versuchen trocken zu bekommen! Aber das wird ein Fachmann vor Ort besser klären können.

Gruß Marko





Hallo,

vielen Dank für die große Resonanz.

ich glaube ich muss das hier etwas relativieren, also: es war ein Sachkundiger für Holzschutz vor Ort. Der hat die Diagnose für den echten Hausschwamm getellt und mir Hinweise für die Bekämpfung gegeben. Allerdings war der da, als Holz und Ziegel noch im Keller lagen. Nun habe ich den Fußbodenaufbau entsorgt und brauche weitere Hinweise. Deshalb habe ich mich an das Forum gewandt (genauso wie ich mich an nochmals an "meinen Sachverständigen" wende). Aber KEIN Sachverständiger ist ein GOTT und keiner kann ALLE Risiken ausschließen. Deshalb ist es gut, verschiedene Meinungen zu hören. Wer kann meinen Dachboden begutachten und mit Sicherheit ausschließen, daß Sporen zwischen die Dielung gefallen sind?!

Hallo Herr Parisek
Sie schrieben:"und er macht in vielen Fällen genau das, was er auch ohne Beantwortung der Frage gemacht hätte."
Ihre Beantwortung der Frage beschränkt sich leider nur darauf, einen Fachmann (Sie) zu holen. Genausogut könnten Sie konkrete Vorschläge zur richtigen Herangehensweise machen. Im Moment liegt der Kellerfußboden noch frei ud es ist eine Aufbauhöhe von ca. 15cm für den neuen Fußboden vorhanden.

Hallo Kay,
das Foto sieht erschreckend aus - sowas entsteht wohl aber nicht innerhalb einer Woche. Hat der Hausherr hier monatelang seinen Keller nicht betreten?

Hallo Marko,
der Keller wurde 2005 (nach der Einlagerung des Holzes) aufwändig vertikal isoliert und wird tendenziell weiter austrocknen. Nachdem jetzt der Putz entfernt und die Wände mit Hochdruckreiniger gesäubert wurden, sind die Natursteine gut abgetrocknet.

Zum Schluss mal ganz konkret: welche Fehler habe ich denn nun bisher begangen, und was sollte ich noch tun?





Schade,

wahrscheinlich lautet in diesem Forum das Zauberwort: "KONKRET". Aber die schlagartig ausbleibenden Reaktionen beruhigen mich schon wieder ein wenig...



Tja Stefan



Garantien kann dir da niemand geben ob er weg ist oder nicht! Wenn du denkst, dass du ihn erledigst hast und der Keller trocken wird kannst du ja in einem Jahr oder so mal ein Stück trockenes Holz in eine ehemals befallene Zone legen und regelmäßig prüfen ob er doch noch lebt! Oder ob das Holz mit der Zeit eine kritische Feuchte erreicht?

Ich drücke dir die Daumen dass du ihn los hast!

Gruß Marko



Wünsche



Nun Stefan, die Ruhe ist doch verständlich.

Es ist doch auch schon alles gesagt, daher bleibt als einzige Reaktion nur ein anteilvolles Hoffen, dass dein von dir gewählter Weg funktioniert.

Mit besten Grüßen

L. Parisek





Vielen Dank für die Anteilnahme + Wünsche. Nachdem ich mittlerweile ein gutes Gefühl hatte, bin ich nach Euren Beiträgen wieder nachdenklicher geworden (das habt Ihr also geschafft!). Ich werde mit meinem Sachkundigen nochmal die Lage besprechen und hoffentlich eine kostengünstige Lösung für den Kellerraum finden, bevor ich den Fußboden neu aufbaue.

Eine Entdeckung habe ich auch gemacht: Der Hausschwamm ist entgegen der landläufigen Expertenmeinung sehr wohl gesundheitschädlich! Bei mir führt er zu akuten Schlafstörungen und einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf (Bier:-).

Tschüß Stefan



Na dann werde



ich wohl auch Hausschwamm haben! Denn diese Symptome hatte ich beim Hauskauf auch!--Grins!

Marko