Die Alten erhalten!

24.07.2007 J. Simon



Hallo Forumsmitglieder,

in der Nachbarschaft wird gerade ein kleines Fachwerkhaus "saniert". Die alte intakte Schindelverschalung
ist abgerissen worden. Momentan wird auf die mit Gasbetonsteinen ausgemauerten Gefache eine Querlattung aufgebracht, dazwischen ca. 5 cm starke Dämmkeile aus Rockwool. Ich gehe davon aus, daß da drauf wie beim Nachbarhaus direkt eine Lärchenholzdeckelverschalung aufgebracht wird. Habe eben gerade noch gesehen, daß auf die Dämmwolle gerade eine Unterspannbahn aufgebracht wird.

Ich stelle noch mal Bilder ein. Was haltet ihr denn davon?

Gruß J. Simon





Das hört sich ja mal wieder gut an: Ein Haus wird "kaputt saniert"!. Porenbetonstein kann ich auf dem Bild aber nicht erkennen. Kennen Sie Ihren Nachbarn nicht so gut, daß Sie im Vorfeld mal darüber geredet haben?
Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Die Alten erhalten!



Hallo Herr Kibies,

ich kenn den Nachbarn gar nicht, das Haus sthet in der Nähe meines Büros. ich werde mir aber nochmal die Steine genauer anschauen und sage Bescheid, was es ist und sie es weitergeht.



Die Alten erhalten!



Hallo Herr Kibies,

die Nachschau hat ergeben, daß es sich bei den Steinen um eine Art Lehmsteine handelt, dazwischen einzelne Ziegelsteine und in den zugemauerten Fenstern Gasbetonsteine.

Die Lehmsteine zerbröseln relativ leicht , wenn man daran herumfingert, scheinen also gut Wasser aufnehmen zu können.

Die Unterspannbahn ist nun auf einer Seite angetackert worden.

Gruß J. Simon



Wo liegt das Problem?



Ich kann auf diesem Foto beim besten Willen kein Fachwerkhaus erkennen? Oder habe ich in über 30 Jahren in diesem Metier irgendwas verpasst? Ich sehe nur einen Bungalow, als ausgemauertes Holzständerwerk mit Strebung und 1 Abriegelung gefertigt, welches wohl sehr richtig mit einer Schindelverschalung bekleidet war. Was also spricht gegen eine Verbesserung der Wärmedämung mit gleichzeitiger Erneuerung der Fassade als Boden-Deckel-Schalung, welche übrigens schon seit einigen hundert Jahren in dieser Form auf wetterexponierten Fassaden so ausgeführt wird, auch bei "richtigen" Fachwerkhäusern. Und ob "die alte, intakte Schindelverschalung" wirklich so intakt war, kann wohl nur ein Fachmann vor Ort entscheiden. Außerdem liegt es im Ermessen des Bauherrn, seinem Haus ein neues, den Anforderungen unserer Zeit entsprechendes Äusseres zu geben.Du würdest Dir auch verbitten, dass sich jemand das Maul zerreißt, wenn Du Dein 12-jähriges Auto gegen ein neues austauschst, obwohl es vielleicht noch etliche Jahre fahren würde.

Beste Grüsse
Wilfried





Guten Abend Herr Plum,

wie definieren Sie denn Fachwerk?

Ich zitiere mal aus "Fachterminologie für den historischen Holzbau, Fachwerk - Dachwerk".
Fachwerk, tragendes Gerüst untereinander verbundenen, senkrechten, waagerechten und schrägen Hölzern; die von diesen eingeschlossenen Gefache sind mit unterschiedlichen Material geschlossen.

Etwas anderes kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen. Porenbetonsteine halte ich unvermindert als ungeeignetes Ausfachungsmaterial, einen Materialmix sowieso. Leider laufen mir auch immer wieder mal Handwerker, Ausnahmen bestätigen die Regel, über den Weg, die eine Komplettsanierung ohne fundíertes Wissen (Bauphysik etc.) empfehlen. Aber das ist eine andere Geschichte.......

Ich gebe Ihnen aber in einem Punkt völlig recht, aus der Ferne kann man so etwas nicht beurteilen. Aber da ist Herr Simon ja wesentlich näher dran.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Die Alten erhalten!



Guten Tag Herr Plum,

erstens habe ich mir nicht das "Maul zerissen" über die Arbeiten, sondern lediglich die Maßnahme zur Dikussion gestellt. Daß es sich bei dem Haus um fachwerk handelt dürfte ziemlich eindeutig sein, denn die tragende Funktion übt hier die Holzkonstruktion aus und nicht eine massive Mauerung. Was der Nachbar treibt ist mir auch egal.

Im Übrigen kann ich sehr wohl sehen, ob eine Verschindelung intakt ist oder nicht, auch wenn ich kein "Fachmann" bin.

J. Simon



Aber, aber....



meine Herren Kiebiss und Simon !
Selbstverständlich ist das, was auf dem Foto zu sehen ist, unter dem Großbegriff "Fachwerk" einzuordnen. Das ist die Deutzer Eisenbahnbrücke über den Rhein in Köln und die Bushaltestelle mit mehr wie 3 Zapfenverbindungen aber auch! Dieses Fachwerk auf dem Foto jedoch ist lediglich eine ganz normale Ständerkonstruktion, welche wahrscheinlich niemals als Sichtfachwerk vorgesehen war. Also ist es nicht als verwerflich anzusehen, eine wahrscheinlich defekte und unansehnliche Schindelbekleidung zu entfernen und eine neue, intakte Verschalung in Boden-Deckel-Bauweise anzubringen unter gleichzeitiger Verbesserug der Wärmedämmung. Über die dabei verwendeten Baustoffe und den Aufbau lässt sich zugegeben trefflich streiten, aber Fakt ist nunmal, dass dies kein "Fachwerk" im Sinne von historisch und erhaltungswürdig ist.
Ausserdem, Herr Simon, ist dies auch nur ein Beitrag zur Diskussion und es drückt lediglich meine Meinung aus. Wenn wir uns schon auf die Fahnen geschrieben haben, Fachwerk zu lieben und zu erhalten, dann sollten wir das auch an wirklich erhaltenswerten Objekten praktizieren.
Und Sie, Herr Kiebiss, sollten sich nicht anmaßen, einem Zimmerermeister die Fachterminologie des Zimmererhandwerks beibringen zu wollen. Dazu sind Sie mit Sicherheit nicht in der Lage. Doch wenn Sie schon in der Denkmalpflege tätig sind, sollten Sie auch mal versuchen, jenseits von irgendwelchen Schriften irgendwelcher selbsternannter "Fachwerkpäpste" zu denken und zu handeln und ein eigenes, kreatives Bewusstsein zu erlangen. Das haben die Zimmerleute und Baumeister vergangener Zeiten nämlich so gehandhabt und sie brauchten auch keine Fachbücher und Normen unterm Kopfkissen.
Selbstverständlich sind diese Normen heutzutage in bestimmten Bereichen unerlässlich, aber, Hand auf´s Herz, müssen wir denn wirklich alles in bestimmte Schablonen pressen?
In diesem Sinne und mit den besten Grüßen
Wilfried





Sehr geehrter Herr Plum,
Ihr Beitrag entspricht ungefähr dem, wie Sie meinen Namen wieder geben. Er ist unaufmerksam, lückenhaft, falsch etc.
Meine Befindlichkeit steht hier nicht zur Debatte. Ihre Verleumdungen kann ich ertragen. Schade nur, daß Sie nicht in der Lage sind, meinen Namen richtig zu schreiben.
Das Sie anerkannte Fachliterarur von u.a. Binding, Gerner, Grossmann usw. diskreditieren, sich selber fachlich darüber stellen, ist selbsterklärend. Damit entlocken Sie mir nur ein müdes Gähnen. Bitte verschonen Sie mich nur mit weiteren Ergüssen.
Ein schönes weiteres Leben wünscht Ihnen,
Bernd Kibies