Fußbodenaufbau - ohne Dampfsperrschicht?

29.01.2009



Hallo,
inzwischen habe ich so viel gelesen über Fußbodenaufbau aber je mehr ich lese desto weniger weiß ich was wirklich geeignet ist. Vielleicht kann mir hier jemand helfen.
Unser Haus ist 105 Jahre als, seit etwa 5 Jahren nicht mehr bewohnt und hat durch ein marodes Scheunendach nebenan gelitten. Es kam Wasser über den Stall in den Wandbereich (Innenwände, unten). Hanglage und Tauwasser durch fehlende Drainage kommen hinzu. All das lässt sich sicher in den kommenden Jahren verbessern aber wir müssen schon im Mai einziehen.
Jetzt sind wir beim Bodenaufbau. Bislang Hobeldielen auf Lagerhölzern (sehr alt aber noch sehr gut erhalten bis auf ein paar an der Außenwand - vermutlich Feuchtigkeit und Holzwürmer....) darauf Holzweichfaserplatten, Laminat.....
wir würden aufgrund der Feuchtigkeit an den Innenwänden gerne etwas diffusionsoffenes nehmen, also keine Dampfsperrschicht einbauen.
Meine Idee war:
- dicke Holzdielen (ca. 3 cm)
- Lagerhölzer (ca.12 cm) eingebettet in wärmedämmendes Material - evtl. Perlitschüttung, Korkschüttung oder besser Sand?
- Vlies
- Grobkiesbett 15 cm (16/32)

Wahrscheinlich raten mir jetzt viele davon ab aber ich habe bei Dampfsperrfolien, Polystyrolprodukten.... kein gutes Gefühl in unserem Fall. Vielleicht gibt's ja auch jemanden der Ähnliches gemacht hat ohne es zu bereuen!?

Vielen Dank.
Barbara Keck



Unter den geschilderten Bedingungen...



...würde ich über einen Aufbau ohne Sperre gegen aufsteigendes Wasser nicht nachdenken. Mein Vorschlag: Unterbeton auf Kiesbett, Schweißbahn (an der Wand hochgezogen bis UK Dielung, gedämmten Unterbau, z.B. mit Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern, Dielung geölt.

Folien und Polystyrol, da trügt Sie Ihr Gefühl nicht, können durchaus außenvor bleiben.

Grüße

Thomas



Hallo Thomas,



danke für die Einwände - auch wenn ich es zunächst gerne anders gehört hätte. Mein Gefühl hatte auch nicht 100 % vom Beton abgeraten, deswegen ja die Frage im Forum.
Was denken Sie - wenn wir den Beton baldmöglichst (bei über 5 Grad) gießen würden - Luftfeuchtigkeit im Haus derzeit über 90 % - obwohl wir noch keine Wände verputzt haben o.ä. - wird der überhaupt fest? Wir müssen in 13 Wochen eingezogen sein. Mit Baustelle kann man durchaus leben aber ohne Boden zum Drauftreten ist es schwierig.
Manche raten zu 5 manche zu 10 cm Beton!? Reichen 5??
Eigentlich würde mir eine Schüttung besser gefallen als Holzweichfaserplatten - Schaumglasschotter oder Kork oder Perlit. Ist das zu wackelig für die Lagerhölzer? Warum tendieren Sie zu den Holzweichfaserplatten?
Ach, und noch eine Frage: woraus besteht denn so eine Schweissbahn? (werde gleich auch noch einmal googlen)

Danke jedenfalls fürs heissersehnte Feedback!

Gruß,
Barbara



Fußbodenaufbau - ohne Dampfsperrschicht?



Hallo,

Ihr Aufbau ist durchaus richtig.
Mit der Sperrschicht schliesse ich mich Herrn Böhme an.
Wie diese ausgeführt wird kommt auf die Gegebenheiten vor Ort und auf den schlussendlichen Aufabu an.
Das arbeiten mit Polsterhölzer und Perlite ist mit Sicherheit nicht die schlechteste Wahl.
Denkbarer Aufbau mit Perlite wäre z.B.
- Feuchtigkeitssperre
- Ausgleichsschüttung verdichtet(je nach Ausführng)
- 8 mm Holzweichfaser
- Hölzer
- Dämmschüttung
- Boden

Grüsse Thomas



Mit...



8cm Stärke sollte die Platte hinreichend dimensioniert sein.

Zwischen Kiesbett und Beton sollte noch ein Geovlies o.ä. diffusionsoffenes Material ausgelegt werden. Es verhindert, daß der Beton in das Kiesbett läuft.

Die Luftfeuchtigkeit verhindert das Abbinden des Betons nicht. Da die (bitumierte) Schweißbahn AUF den Beton kommt, muß er auch nicht völlig trocken werden, bevor sie aufgebracht wird.

Unter der Vorraussetzung, daß der Beton so gerade abgezogen wird, daß nicht mehr ausgeglichen werden muß, ziehe ich HwPl mit zwischenliegenden Lagerhölzern vor, weil der Dielenboden so vollflächig auf HwPl und Lagerhölzern liegt. Er wird besonders stabil, besonders ruhig (keine Hohlräume darunter), ist gut gedämmt und es sind geringe Aufbauhöhen möglich. Das Verlegen der Dielung macht deutlich mehr Spaß, weil man nicht in der Schüttung rumspringen muß und die Gefahr, Schüttungskörner in den Dielenboden zu treten, entfällt.

Unbedingt rate ich von Billigschüttungen (Isoself & Co., krümeliger zerreibbarer Kram, wohl auf Bims - Basis) ab. Das Zeugs ist recht staubhaltig und quält die Lunge schon beim Verlegen, auch danach kann ein schwingender Boden über die Randfuge Stäube in den Raum abgeben. Ich hab's selbst vor Jahren verbaut und würde es nicht mehr machen.

Grüße

Thomas





Hallo Thomasse (oder wie ist die Mz von Thomas?)

vielen Dank für das weitere Feedback. Werde den Aufbau (dort wo oben Holzdielen sind) wohl jetzt so machen sobald ich nicht mehr mit Frost rechnen muss. Grobkies, Vlies, Unterbeton (8 - 10 cm), Schweißbahn, Lagerhölzer, dazwischen Perlite und obenauf Hobeldielen. Das mit der Holzweichfaser werde ich nochmals überlegen.
Darf ich noch eine Frage anschließen?
Was würdet Ihr bei diesem Aufbau denn bezüglich der Wiederherstellung / Verbesserung der Wand in diesem Bereich raten? Es gibt praktisch kein richtiges Fundament und die Wände sind nur auf Bruchsteine gestellt, die teilweise rausbröckeln, wenn man die Erde weg nimmt. Untergraben machen wir nicht, zumindest passen wir gut auf. Aber irgendwie müsste man die Wände ja einigermaßen glatt hinbekommen sonst nützt auch die hochgezogene Schweißbahn nichts, wenn dahinter Luft .... ist. Erst dachte ich einfach an Zement. Die lockeren Steine damit einfach festigen und glatt machen. Ist das eine gute Idee oder sollte es besser etwas diffusionsoffeneres sein?

Danke Euch schon im Voraus!! :-)

Gruß,
Barbara



Ein Zementsockel,



ggf. aus WU-Beton, wäre eine gute Möglichkeit.

Nivelliert vorher sauber durch, damit die OK des Sockels unter den Dielen bleibt, und diese auch nicht darauf aufliegen.

Ca. 5cm stark sollte er schon sein

Grüße

Thomas