Fermacellplatten über Gewölbekeller

02.10.2008



Hallo,

wenn ich nicht weiter weiß frag ich am liebsten hier nach, denn bei den Handwerkern im Altbau ist das so ähnlich wie bei den Ärzten: frag 3 und Du kriegst 4 verschiedene Antworten.
Wir haben in unserem Haus von 1910 folgende Situation: Bodenaufbau über Gewölbekeller momentan Sand mit auf lose im Sand liegenden Lagerhölzern genagelten Holzdielen. Soweit so gut. In einem Raum allerdings (Küche) haben wir die Holzdielen entfernt und wollen Fermacellplatten Verlegen auf die wir mit Flexkleber Zementmosaikfliesen aufbringen möchten. Geplant ist: alte Schüttung drin lassen, Lagerhölzer drin lassen, Ausgleichsschüttung (Thermozell 250) drauf, Fermacellplatten im Verbund wie vom Hersteller empfohlen verlegen und mit den Lagerhölzern zusätzlich verschrauben.
Ist das o.k. so oder sind da Probleme mit der Festigkeit des Bodens vorprogrammiert?
Vielen Dank für die Meinungen schon mal im Voraus,

manu



Kleine entscheidende Korrektur



Die Fermacellplatten sind natürlich die Fermacell-Trockenestrich-Platten in 20 mm Stärke...



Kaufen Sie besser gleich...



...eine Schaufel mit, für die bald verfaulten Balken. Statt einer halbwegs diffusionsoffenen Fläche machen Sie mit Fliesen völlig dicht.

Vorschlag: Alte Schüttung teilweise entfernen Balken 'raus, statt dessen Leichtbeton, darauf eine Schweißbahn. Darauf ein gedämmter Aufbau. Auch in der Küche kann man übrigends ohne Bedenken Dielung robusterer Holzarten verwenden.

Grüße

Thomas



natuerliche Feuchtigkeit



hallo, knuepfe gedanklich auch an das Feuchtigkeitsproblem.
Fermacell ist gipsgebunden und wird Feuchtigkeit speichern und evtl. verrotten, gerade wenn darunter ein alter Keller liegt.
Schlage vor eine gebundene Schuettung aus Perlit und Kalk (z.b. mit klimasan -RK), darueber einen Kalkboden/Estrich in den Sie dann die Zementfliesen mit einem Dickbettmoertel legen. Die Fuge wuerde ich mit einem NHL-Moertel verfugen.
Damit haben Sie keine Blockade im Feuchtigkeitsaustausch. Und sind so weit wie moeglich offenporig und diffusionsoffen.
Gruss Norbert Hoepfer



@ Norbert Hoepfner



Seit ich hier bei Fachwerk.de bin, warte ich auf eine schlüssige Erklärung dafür, warum ein Fußboden zwischen (eher feuchten und kalten) Gewölbekeller und normal temperierten Wohnraum nach allen Seiten möglichst offenporig und diffusionsoffen sein soll bzw. "atmen" muß, und wieso eine Wasserdampfwanderung in Richtung Wohnraum das Hohe C der Bauphysik sein soll. Angeblich sollen sich wahre Gewässer unter der Abdichtbahn ansammeln. Dafür sehe ich bei normal klimatisierten Wohnraum und kaltem Keller keinen Grund und hab's auch noch nicht beobachten können.

Warum also nicht eine abdichtende Ebene unter Ihren Aufbau bringen? Die ohnehin nicht optimale Wärmedämmung wird, wenn der Aufbau feuchter bleibt bzw. wird, noch zusätzlich verringert.

Grüße

Thomas



Bodenaufbau



Sag doch keiner, daß wir die Handwerker nicht übertreffen können: jetzt kommt schon die 4. Ansicht !
Kurz und gut: machen Sie es so !

Auch die Hölzer sind ungefährdet. Ich habe selber einige 100 m² Thermozell zwischen Holz legen lassen; nach vielen Jahren: alles o.K.

Grüße vom Niederrhein

PS: Wenn Ihnen Gips nicht geheuer ist, können Sie auch die Platten "aquapanel" zementgebunden nehmen.



@ Hr. Beckmann



Habe heute mit Hr. Boehme generell ueber solche Faelle gesprochen. Ich denk jeder hat hier seine Erfahrungen / Hintergruende, er kommt vom Holz, ich komme vom Putz und Mauerwerk, daher verstehe ich ihn. Schade ist nur dass wir nicht vor Ort diskutieren koennen. Aber ich hoffe man sieht sich auf der Denkmal in Leipzig. Ich bin am Stand von sbv und halte am 22. Nov einen Vortrag ueber Romancement.
Gruss Norbert Hoepfer



@ DB



Haben Sie da gerade geraten (so verstehe ich es), Lagerhölzer in nach oben dichter und von unten feuchter, unbelüfteter und nicht luftumspühlter Situation zu belassen?

Das ist, mit Verlaub, Unsinn und führt aller Wahrscheinlichkeit nach zum baldigen Abriss des Bodens. Wir reden hier und heute von Holz und ggf. schon bald von Mycelen und Früchtkörpern unliebsamer Pilze. Die machen auchvor Thermocell nicht halt.

@ Norbert Hoepfner

Einfach zum Community-Treffen kommen, dann können wir die Sache gern vertiefen.

Grüße

Thomas



Bei mir war der gleiche Aufbau drin...



...alerdings zirka ein Meter Schutt von Lagerhölzern bis zum Gewölbescheitel. Furztrocken. Ich habe ordentlich abgegraben (ca. 40 cm), eine erste Schicht Styrobeton eingebaut. Das war dann die Installationsebene. Danach nochmals ca. 10 cm Styrobeton. Darauf einen Zementestrich (7 cm) auf Trennschicht.
Bin eher so der Typ: Sofern sich ein Trockenaufbau für Fliesen vermeiden läßt, dann vermeide es.

Gruß Patrick.





Noch ne Meinung:
Wenns darunter trocken ist, können Sie die Lagerhölzer weglassen und die Platten schwimmend auf Trockenschüttung verlegen. Trockenschüttung und Lagerhölzer zusätzlich verschrauben ist wenig sinnvoll: entweder trägt die Schüttung nicht oder die Schrauben ziehen die Lagerhölzer von unten an die Bodenplatten hinauf, was ziemlich sinnfrei ist. Das einzige, was man damit erreichen kann, ist dass der Boden in sich uneben wird.



Vielen Dank



.... für die rege Diskussion, auch wenn ich jetzt nicht wirklich weiß wie wir uns entscheiden sollen. Wenn wir das aquapanel nehmen und die Lagerhölzer entfernen kann doch eigentlich nichts verotten? Sowohl unser Keller als auch die darüber liegende Kohleschüttung sind trocken und hier haben wir ja wie gesagt keine Holzbalkendecke. Bezüglich Folienabsperrung zum Keller hab ich bauchmäßig irgendwie ein komisches Gefühl, auch wenn ich weiß, dass Thomas Böhme auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann (entnehme ich zumindest den vielen kompetenten Ratschlägen hier im Forum). Wir haben im EG auch nicht unbegrenzt viel Schüttung, sodass wir vom Bodenaufbau her begrenzt sind, wollen wir die Schwellen zu den benachbarten Böden mit der Original Dielung nicht gegen Unermesslich wandern lassen.

Lieben Dank also , und ich muß aus dem Bauch heraus eine Entscheidung treffen. Wird immer noch besser als würfeln sein?! Eine Schaufel hätte ich übrgens schon!

manu



@ Manu



Das Bauchgefühl hin wie her. Auch wenn ich hier nun nicht gerade als Konformist bekannt bin - eine Abdichtung der Fläche ist Stand der Technik.

Ob es ohne Abdichtung auch dauerhaft funktionieren kann, hängt von vielen Faktoren ab, die auch Fachleute zuweilen falsch einschätzen können.

Auch wenn Vergleiche hinken: Ohne Seil würde ich nur klettern, wenn ich mir meiner selbst, meines Klettermaterials und des Berges völlig sicher bin.

Grüße

Thomas