Wassereinbruch beim Schornstein

07.11.2006



Guten Tag,
ich würde gerne noch einmal -- als Nicht-Fachwerkhaus, sondern sozusagen Bauhaus-Stil-Hauseigentümer die geballte Kompetenz des Forums nutzen. Obwohl es um mein Flachdach geht. Also folgendes Problem: Vor einem Jahr wurde das Dach neu gedeckt: die üblichen Schweißbahnen, Dämmung. Am Schornstein ist die Schweißbahn rundum hochgezogen und mit einer Kappleiste befestigt, diese ist eingeputzt. Das war alles gut bis vor ca. einer WOche. Seitdem bildet sich im OG am Wand/Deckenübergang unterhalb der SW-Kante des Schornsteins ein DIN-A-3 großer klarer, später gelblich abtrocknender Wasserfleck (freilich rund, das Zentrum ist genau unterhalb des Punktes, wo die Ecke des Kamins die Decke trifft). Was mag das sein? Regenwasser, das in den Schornstein fällt? War bisher aber auch kein Problem. Ein plötzliches Leck in der Abdichtung? Der Architekt meint: Feuchtigkeit, die im Schornsteinputz nach unten sinkt. Der Arch. meint, der Schornstein müsse noch eine Metallhaut und eine Haube bekommen, dann wäre das behoben. Hat jemand hier eine Intuition?





Die Fragestellung ähnelt eher einem Quiz. Es gibt leider unzählige Möglichkeiten vom bauphysikalischen (es wird kälter, seit ca. einer Woche) bis zu diversen mechanischen und qualitativen Ursachen.
Ziemlich sicher aber ist es nicht die Feuchtigkeit "die im Putz nach unten sinkt", der wird doch wohl ausreichend oberhalb der Dachhaut aufhören. Oder?
Intuitiv und investigativ frage ich mal in verschiedene Richtungen weiter:
Ist der Schornstein mit Hochlochziegeln gemauert? Gibt es irgendeine Obere Abdeckung/Kranz? Ist die Abdichtung aufgrund der Temperaturschwankungen abgerissen? Wie ist der genaue Aufbau des Flachdaches? Belüftet/unbelüftet? Ist die innere Abdichtung defekt/nicht vorhanden?
Hat der Architekt schon mal genauer nachgeschaut? Hat die ausführende Fachfirma schon mal nachgeschaut?

Ist nicht einfach :)



das mit dem "Quiz" ist gut!



... Wenn es Feuchtigkeit ist, die von Aussen kommt hilft Ihnen keine Kaminabdeckung und auch kein Innenrohr. sondern nur ein warmer Kamin!

Kamine wurden seinerzeit gebaut, damit schadlos warme Kaminabluft (und auch ein Teil Wärme) aus dem Haus entweichen kann. Mittlerweile braucht man nur noch ein "Plastikrohr" um die Abgase zu entsorgen, die auch nicht mehr warm sind.

Eine Versottung eines Kamins ist ein schleichender Prozess und kann m.E. nicht so einfach aufgehalten werden, und nicht verbessert werden durch Inlayrohr oder Häubchen! (das dachte ich auch mal und die Versottung hat nicht aufgehört)

Hier eine Ferndiagnose abzugeben ist heikel!

FK



Wasser am Schornstein m.E. keine Versottung



Danke

Klar, nicht nur die Ferndiagnose ist schwierig. Trotzdem merci für die Ideen.

Nochmal zur Präzisierung:

Haus, Bj. 1959, Flachdach Betondecke, darauf Bitumenfolienvordeckung, dann ca. 20 cm Styropordämmung, darauf Bitumenfoliendeckung. Schornstein gemauert aus massiven Ziegeln, bis incl. Oberseite verputzt, Kappleisten eingeputzt, bis zu denen die Folie hochgezogen ist.

Neue Deckung des Daches ist ein Jahr alt und sieht ok aus, für einen Laien. 1 Jahr, also auch schon im WInter, war nichts.

Der Schornstein wird sporadisch von unserem Kaminofen benutzt, das aber erst seit ca. März. Vorher war da gar nichts dran (Nachtspeicherheizung). Es sieht nicht nach Versottung aus, finde ich: es ist klares Wasser, das bei Regen kommt und dann mit Rändern abtrocknet.

Es ist so, dass die Fa. schon an anderen Stellen die Sachen nicht abgeschlossen hat (zT weil wir geplante Anschlussarbeiten nicht machen konnten); dadurch hatte ich schon einen Wasserschaden am EInlauf einer Dachentwässerung.

Ich wollte hier vor allem mal abklären, inwieweit es häufig vorkommt, dass Regenwassser durch die Schornsteinöffnung von die Mauer durchfeuchtet. Es haben ja längst nicht alle Häuser so eine Kaminhaube oder -verblechung, und da kann es ja auch nicht überall reinregnen.

Danke



Wasserfleck am Schornstein



Als Gutachter könnte ich steinreich werden, wenn ich per Ferndiagnose solche Fälle beurteilen könnte. Kann ich aber nicht! Ich kann nur raten und in mein Kristallkugel schauen: Der Wassereinbruch ist nicht am Schornstein, sondern sonstwo auf oder am Dach darüber. Das Wasser läuft durch die einzelnen Schichten und verteilt sich in der untersten Ebene (auf der Decke oder der Dampfsperre) und läuft denn dort heraus, wo es am tiefsten oder undicht ist. Die Ursache zu lokalisieren ist schwer, aber machbar. Zip: Ruf bei der zusändigen Handwerkskammer an, lass Dir die Adresse eines Sachverständigen für das Dachdeckehandwerk geben und lass ihn das Dach begutachten. Die Kosten kannst Du über die Gewährleistung der DD- Firma und die Haftpflichtversicherung Deines Architekten weiterreichen.