Gestrichenen Schornstein verputzen

18.02.2010



Hallo,

im Zuge unseres Dachbodenausbaus bin ich dabei, zwei Schornsteine zu verputzen. Die Schornsteine sind bereits verputzt, allerdings sehr unansehnlich. Der alte Putz wurde zudem mit einer weißen Farbe gestrichen. Ich habe nun den Schornstein leicht angeraut und mit Tiefengrund gestrichen.

Meiner erster Versuch mit Putz/Mauermörtel ist komplett fehlgeschlagen, weil das Zeug nicht haften wollte. Ein Maurer gab mir den Tip etwas Gips beizumischen und die Flächen vorzuschmeißen. Damit hatte ich dann mehr Glück, der Putz haftete und ließ sich sehr gut verarbeiten. Leider sieht es jetzt nach ein paar Tagen so aus, als wenn sich der Putz erneut löst. Einige Stellen klingen bereits hohl.

Was kann ich tun, damit der Putz hält, ohne die Farbe vorab entfernen zu müssen?

Vielen Dank.
Dumpy



Schornstein verputzen



Haben Sie zementhaltigen Mörtel verwandt?
Dann müssen Sie sich nicht wundern, das der Putz abfällt.
Calciumsulfat und Zement bilden nach einer Weile das Mineral Ettringit, das zu einer starken Volumenvergrößerung führt.
Sie hätten den Schornstein gleich mit Gips spachteln bzw. putzen sollen.
Warten Sie noch 4 Wochen, dann schlagen Sie die losen Teile ab, putzen die Fehlstellen mit Gips nach und spachteln die ganze Fläche mit Kalkglätte oder Gipsspachtel.

Viele Grüße



Tiefgrund



ist ein toller Untergrund für Kunstharzfarben und kunstharzgebundene Spachtelmassen. Kunstharzvergütete Gipsputze haften ebenfalls. Für Kalk- und Zementgebundene Mörtel wird genau das Gegenteil erreicht, nämlich eine Trennschicht.
MfG
dasMaurer





Wau, ich bin begeistert, vielen Dank für die schnellen Antworten.

Ich habe tatsächlich zementhaltigen Putzmörtel verwendet. Sollte ich dann alles wieder herunter nehmen oder reicht es die losen Stellen auszubessern? Welcher Gipsputz ist denn für mein Anliegen zu empfehlen? Ich muss zwischen 1 und 2 cm Putz aufbringen. Vom Volumen her würde ich 7 x 40 kg Mörtel benötigen.

Dumpy



Nach...



...den Abklopfen des zementhaltigen Putzes mit der Zahnscheibe UNI-H von Schwenk aufziehen und trocknen lassen, danach HP 100 von Knauf. UNI-H hält wie Gift und die Rillen von der Zahnscheibe geben dem HP-100 eine gute Möglichkeit, sich zu verkrallen.
Vor dem HP 100 Eckschienen setzen, dann sieht es was gleich.

Gruß Patrick.



Zusammenfassung



okay, zusammengefasst würde ich dann jetzt bei dem bereits verputzten Schornstein die Hohlflächen rausschlagen und mit UNI-H/Zahnspachtel vorbereiten. Könnte ich dann nicht auch mit dem zementbasierten Putzmörtel die Lücken schließen, UNI-H ist doch mineralisch oder? Ich habe ein wenig bedenken bzgl. der Dicke weil die Gipsputze seitens der Hersteller immer bis 1cm gehen sollen.

Eine weitere Frage habe ich bzgl. eines Zuges in dem Schornstein, an dem hängt ein Kaminofen. Der Zug ist lediglich gemauert, so dass sich die Wand auf dem Dachboden noch bis auf 40° erwärmen kann. Spielt das eine Rolle bei Putzvorbereitung/-wahl?

Dumpy



HP-100...



...soll laut Hersteller nur bis 2 cm Dicke in einem Arbeitsgang aufgebracht werden, es gehen aber auch bis zu 8.
Die 40 Grad sollten kein Problem sein. Meiner wird zwar keine 40 Grad warm, aber das macht jeder Putz mit. Da müßte ja der Putz um meinen Rauchrohranschluß herum schon längst abgefallen sein.
Den Rest von dem UNI-H kannste dann nach Abtrocknen des HP-100 in Kornstärke aufziehen (ohne Grundierung) und nach leichtem Anziehen mit der Schwammscheibe abfilzen. Kommt gut raus.
Danach Farbe drauf, am Besten Silikatfarbe.
So sieht meine ganze Hütte innen aus, auch der Zug im DG.

Gruß Patrick.



Darum



sage ich, bevor noch mehr kosten entstehen, klopf das alte Gelump runter und verputze neu.
eine Verkleidung wäre auch denkbar gewesen.

Grüße

Mladen





Danke nochmal.

An Verkleiden habe ich ursprünglich auch mal angedacht. Ich habe noch einige Gipsplatten, die ich draufkleben wollte, aber da hat der Schorni gleich abgewunken. Nur mit 5cm Unterkontruktion (Farmacell etwas weniger) und das war mir zuviel. Außerdem putze ich eigentlich ganz gerne:-)

Aber nochmal zu meiner Frage. Sollte ich nun alles wieder runterprügeln oder kann das was fest ist dran bleiben und kann ich auf den UNI-H auch mit meinem Putzmörtel auf Zementbasis drauf?

@Patrick
Meinst du wirklich 2cm in einem Arbeitsgang bzw. 8cm?

Gruß Dumpy



Gestrichenen Schornstein verputzen



schlag das Zeugs runter und Verputz es neu.Der Uni hat seinen Preis und mit dem hast Du auch nur ausgebessert, also verschiedene Untergründe, und dann?
Du hast schon viel Geld vergeudet, also mach Dir einen neuen Aufbau.

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



ja...



...in einem Arbeitsgang. HP-100 ist recht gutmütig. Was hast du denn für einen zementhaltigen Putz?

Gruß Patrick.



Den günstigen...



...von Bauking/Hagebau (40Kilo-Sack zu 3 Euro):

Sakret Putz+Mauermörtel
Mörtelgruppe M2,5 EN 998-2 bzw. NM II DIN V 18580

Ein Bekannter von Beruf Malermeister sagte mir, dass ich nach dem UNI-H auch mit meinem Putzmörtel weiterarbeiten kann. Sein Vorschlag war als Alternative zu dem UNI-H der Kleber, mit dem Dämmplatten zur Hausisolierung angesetzt werden (Marke weiß ich allerdings nicht).

Gruß Dumpy



WDVS-Kleber geht....



....auch. Dein Mörtel ist vielleicht etwas hart und nervig zu verarbeiten, müßte aber gehen.

Gruß Patrick.



Positive Rückmeldung:



ich habe jetzt die losen Stellen entfernt, dann Dämmplattenkleber mit dem Zahnspachtel aufgetragen und das Ganze mit dem gleichen Mörtel wieder verputzt und es hat hervoragend geklappt. Den zweiten Schornstein habe ich dann komplett vorgespachtelt. Wichtig dabei ist vielleicht noch, dass man den Zahnspachten möglichst waagerecht führt, insbesondere, wenn die Putzlage etwas dicker ausfallen muss, man aber nicht unbedingt vorschmeißen möchte ;-).

Dumpy