Schimmel im Dachstuhl

15.12.2003



Hallo,

wir brauchen dringend Hilfe!

Wir bauen ein Stein-auf-Stein-Massivhaus. Der Dachstuhl ist gedeckt, Estricharbeiten und Innenputz wurden ausgeführt. Vor einigen Tagen begann das Aufheizen des Hauses. Der Spitzboden verfügt über kein Fenster, die Bodeneinschubtreppe ist noch nicht eingebaut.

Bei der letzten Begehung stellten wir intensiven Schimmelbefall im Dachstuhl sowohl an den Sparren und Pfetten fest.

Was kann zur Behebung der Ursache und des derzeitigen Schimmelbefalls getan werden? Ist mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen (wir planen mit einem Säugling in 6 Wochen einzuziehen).

Für Hilfe wären wir sehr dankbar, da unsere Bauleitung meinte, dieses Problem tritt häufiger auf und ist dann im Sommer verschwunden ...

Aufgrund unserer familiären Situation bitten wir dringend um Hilfe, Hinweise und Ratschläge. Vielen Dank.



Luftaustausch ermöglichen!



Intensive Belüftung ist das "A und O", damit das Holz trocknen kann. Wenn kein Dachfenster vorhanden ist müssen Sie eben durch die Luke lüften, was aber nur mit einem (besser mehreren) Ventilator oder Lüfter möglich ist. Schrauben Sie den oder die Lüfter auf ein Brett und legen sie es auf die Öffnung, so das der Lüfter nach oben bläst und lassen Sie ihn Tag und Nacht durchlaufen. Ideal ist auch nicht, daß die warme Luft in diesen Raum steigen kann, also bis zum Einzug: Heizung aus! Ich würde an Ihrer Stelle solange ich noch nicht dort wohne im gesamten Haus für ständige gute Durchlüftung sorgen. Damit sich kein Tauwasser an kalten Bauteilen bilden kann, würde ich erst zwei Tage bevor ich einziehe, die Heizung anstellen, dann aber vorher die Luke schließen!



Danke



Vielen Dank für die schnelle Antwort. Wir werden es so versuchen.



Schimmel im Dachstuhl



Gute Tag, im wesentlichen kann es zwei Ursachen geben, 1. das Holz wurde zu feucht eingebaut (lässt sich ohne Messungen bei Lieferung und Einbau später oft schlecht nachweisen, auftretende Risse und Schwindverformungen können aber auch dann noch Hinweise geben) 2. Die Baufeuchte durch Putz, Estrich, Mauerwrk usw,. erhöht die Luftfeuchte gewaltig. Es dauert ca. 1-2 Jahre bevor die Baufeuchte aus den Materialien auf Ausgleichsfeuchte gesunken ist. Oft wirken beide genannten Ursachen zusammen. Da sie Im Dachboden vermutlich relativ kalte Oberflächen haben (Ist zwischen den Sparren gedämmt? oder in der Kehlbalkenlage? oder gar als Eigenleistung die Dämmung für "demnächst" geplant?) Die Luke ist nich dicht schließend, das bedeutet Sie haben eine "klimatisch angekoppelten Raum". Der Dachraum wird selbst nicht beheizt und ist kälter als der Wonbereich, gleichzeitig wird nicht verhindert, dass feuchtebeladene relativ warme Luft aus dem darunter liegendem Massivbau eindringt und zu Oberflächenkondensat führt. Schimmelpilzsporen sind überall, bei der Kondensatfeuchte können sie auskeimen und einen Schimmelrasen erzeugen. Trocknung (auch technische trocknung) und ausreichende Lüftung sind wichtig um die Baufeuchte loszuweren, Wenn technisch mit Kondenstrocknern getrocknet wird, ist wichtig während die Trockner in Betrieb sind alle Öffnungen geschlossen zu halten, sonst wird die Luft auf der Straße getrocknet. Wenn die Konstruktion auf normale Feuchtewerte abgetocknet ist, stirbt der Schimmel ab, ist aber immer noch vorhanden. Sie haben toten Schimmel, Stoffwechselprodukte und noch mehr Sporen als sowieso in der Luft sind. Es gibt sehr viele verschiedene Schimmelpilze, die unterschiedlich bewertet werden, wenn es um gesundheitliche Beeinträchtigungen geht. Meist haben sie keine Auswirkungen. Wer zu Allergien neigt usw. kann Probleme bekommen. Jeder Mensch reagiert anders, deshalb ist Schimmel potentiell immer gefährlich, mann soltte aber keine Panik bekommen und sich vielleich aus Angst Symptome einbilden, die gar nicht da sind. Die gesundheitliche Wirkung sollte von dafür ausgebildeten Spezialisten eingeschätzt werden, als Sanierung kommt Entfernen des Schimmelbelags in frage. Einige Stellen empfehlen ein Abwaschen mit Alkohollösung (EXPLOSIV!) An Bauholz kann angebracht sein zusätzlich noch einige Milimeter abzuhobeln da der Pilz in die oberen Zellhohlräume eingedrungen ist. Putz usw. wird in der Regel im Befallsbereich erneuert. Zusätzlich muß ein Feinstaubsauger den Schimmmelsporenniederschlag beseitigen. Man kann auch versuchen schimmelbefallene Bereiche, wenn diese trocken sind, staubdicht abzuschotten. Entweder sie sind robust und unternehmen nichts weiteres, sonst ist eine aufwendige Voruntersuchung und Maßnahmenplanung gefragt. mfG. Ulrich Arnold