Schiefer Fassade befestigen?

02.03.2004



Unsere Nordwand wollen wir als Wetterschutz mit einer hinterlüfteten Fassade verkleiden. Eigentlich dachten wir an diese senkrechten übereinanderlappenden "Bretter" wie man sie z.B. auf der Osmo.de Seite sieht.
Das erscheint mir relativ simpel, Kreuzlattung an die Wand, Bretter verschrauben, fertig. Nun könnten wir vielleicht von einem Abbruchhaus das Schiefergedeckte Dach bekommen. 3 Fragen dazu: 1. Eignen sich Dachschieferplatten auch für eine senkrechte Anbringung ? 2. Wie befestigt man das dann überhaupt ? Und 3. Fressen die wahrscheinlich höheren Kosten für die Befestigung des Schiefers die gesparten Kosten für das Holz wieder auf? (Hintergrund: Das mit dem Holz traue ich mir noch selber zu, bei dem Schiefer bin ich mir da nicht so sicher).



Bruch bei Bergung



Hallo,

gegen Schiefer ist grundsätzlich nichts einzuwenden und hält wahrscheinlich länger als Holz und benötigt einen geringeren Pflegeaufwand.

Schiefer ist / wird genagelt. Wenn jetzt also alte Platten geborgen werden müssen, d.h. die Nägel gezogen werden müssen, ist mit Bruch bis zu 50 % zu rechnen, da Schiefer relativ weich ist und leicht springt - vor allem, wenn mit dem Ent-Nagler Druck ausgeübt wird - oder das ganze wird bei einer "chirurgischen Maßnahme" zum Geduldspiel.
Frage: reicht im Zweifel die verbleibende Menge für das neue Objekt.
Schiefer kann man in fast jeder beliebigen Optik Verlegen - hängt natürlich auch etwas vom vorhandenen Format ab und von den bereits vorhandenen Löchern.
Gruß



Schiefer Fassade



Hallo,
Schiefer ist ein guter und langlebiger Wetterschutz.
Ohne Muste kann man den Schiefer durchaus selbst anbringen. Für Muster und Ornamente sollte man enen Fachmann zu rate ziehen.
1. Dachschieferplatten eignen sich auch für eine senkrechte Anbringung. Problem ist die Bergung (siehe oben).
2. Eine hinterlüftete Verbretterung der Fassade bildet die Grundlage. Die Schiefer werden auf die Bretter genagelt.
3. Die Verschieferung ist sicherlich teurer als die Holzverkleidung. Aber hier sollte die höhere Lebensdauer von Schiefer mit berücksichtigt werden.

Gruß



...genau wie unsere Nordseite



mal aussehen könnte. Bei uns hat bestimmt jedes 3. Haus Schieferfassade unser Westgiebel selber "Schieferersatz". Wir machen uns gerade Gedanken über die Dämmung der Wände. Aktueller Favorit an der Nordseite ist eine Außendämmung mit hinterlüfteter Fassade (Holzbretter + Schiefer). Also wie bei euch, aber mit Außendämmung. Dazu habe ich gerade Literatur gewälzt. Meine Erkenntnisse: 4cm Hinterlüftung. Die Gefache sollen vorher einfach verputzt werden. Finde ich unlogisch (unser Giebel ist es auch nicht), kann die Begründung im Buch aber nicht mehr finden. Könnte sein wegen der Winddichtigkeit/ Dämmwirkung oder das nichts abbröckelt und Wärmebrücken bildet. Wärmebrücken sollen nämlich vermieden werden - also die Haltekonstruktion aus Holz ist in der Beziehung recht günstig. Die Hinterlüftung muss mit einem Gittergewebe Insektendicht gemacht werden. Und ihr solltet bei der Anbringung der Lattenkonstruktion/ Schalung das Gewicht des Schiefers nicht unterschätzen.
@ Herr Hesse
Wissen Sie welches Material in welcher Stärke als Außendämmung verwendet werden sollte bei der vorgehängten Fassade? Die Fachwerkwand ist 15 cm stark und mit Lehmziegel ausgefacht.
Gruß Petra



Aufbau



Über eine zusätzliche Dämmung haben wir in diesem Zusammenhang auch schon nachgedacht. Damit ich es richtig verstehe, der Aufbau von außen nach innen:
Schiefer Verkleidung, Konterlattung, 4cm Hinterlüftung,
Dämmung (welche, wie dick?), Putz (über Holz und Ausfachungen?) ? Wie befestigt man denn die Konterlattung? Am besten hält die ja wahrscheinlich im Holz, aber wenn da Dämmung und Putz drauf sind, sieht man es ja garnicht mehr, also wo bohren/schrauben?



Nicht das Fachwerk überputzen



nur die Gefache selber. Der Aufbau hört sich richtig an, aber das es zu keinen Missverständnissen kommt: 1. Schiefer 2. Holzschalung mit senkrechten Brettern auf die der Schiefer genagelt wird 3. Konterlattung waagerecht= Hinterlüftung, daran werden die Bretter befestigt (4. Unterspannbahn?) 5. Lattung senkrecht mit Wärmedämmung dazwischen 6. Fachwerkwand. Und dann wären wir an der selben Stelle wie ihr - der Rest Info fehlt uns nämlich auch noch.
Aber ich habe das schlaue Buch noch da, das heißt "Lebensräume...." von Ökotest, ISBN 3-89508-042-X, Auf S. 169 gibt es ein Bild von unserem Aufbau. (Bibo! ist bestimmt sau teuer, aber topp, werde heute noch versuchen es hier in Hartmuts Bücherabteilung zu stellen). Also die erste Holzlattung schraubt ihr senkrecht ans Fw und dazwischen ähnlich wie beim Trockenbau die Dämmung. Damit liegt die Dämmung direkt auf der Wand ohne Luft dazwischen. Darauf wird dann quer eine Konterlattung geschraubt - die 4 cm Hinterlüftung. Und wegen der Zirkulation müsste die an einigen Stellen versetzt/ unterbrochen sein. Auf dem Bild im Buch ist zwischen den beiden Lattungen noch eine dünne Bahn eingezeichnet, aber ohne Beschriftung. Vielleicht so eine Art Unterspannbahn, ich denke als Feuchteschutz im Fall die Schalung ein Regen-Leck hat. Aber in dem Abschnitt geht es um Massivwände, keine Ahnung ob das dem Fachwerk schadet. Aber auf dem Dach wird es ja auch so gemacht und sind ja auch Holzbalken drunter.
Zu Dämmstärken habe ich auch nichts, würde aber instinktiv mal die selben wie bei einer Innendämmung nehmen. Die Dämmmaterialien werden in dem Buch hier alle !-natürliche wie künstliche- herstellerunabhängig mit Vor -und Nachteilen abgehandelt- seitenweise. Sogar mit Lamda-Wert. Aber so den idealen Stoff gibt es wohl nicht. Da hätte ich auch gern noch mehr Meinungen dazu. Ich werde dann hier in Fw.de noch mal stöbern. Meldet euch mal wieder wenn ihr einen genauen Plan habt. Gruß Petra



Holzweichfaserplatten



eignen sich hervorragend für die Aussendämmung. Schaut doch mal bei Udo Mühle im Profil nach, da gibts ne Menge Bilder und auch eine Tel-Nummer.



@ Herr Schneider



Danke! Gut zu wissen, dass ich Udo fragen kann, der kommt wegen der anderen Wand im März sowieso bei mir vorbei. Hat er zumindest versprochen. Gruß Petra



Dämmung unter Schiefer



Hallo,
eine etwas verspätetet Antwort.
Von meinem Denkmalberater habe ich folgenden Aufbau bekommen.
Von Innen:
1) senkrechte Kanthölzer 8X12 auf dem Fachwerk befestigen.
2) dazwischen 8 cm Dämmung. Z.B. Holzfaserweichplatten
3) Wagerechte Bretterverschalung (es bleiben 4cm für die Hinterlüftung)
4) Schiefer

Gruß,
Volker



Unser Dachdecker



ein echter Schieferexperte- wie alle Dachdecker unserer Region- meinte, dass es sogar ohne Hinterlüftung geht, wenn man eine Unterspannbahn ran macht. Ansonsten finde ich die Art der Hinterlüftung von Herrn Hesse am einfachsten für den Laien zu bauen.
@Andreas und Claudia
Bretterstärke beachten, damit es beim Nageln des Schiefers nicht nachfedert. Aber nicht mich fragen, muss sonst noch mal zum Dachdecker ;-)
Gruß Petra



Vielen Dank



für die reichlichen Antworten und Tipps. Ob wir den Schiefer bekommen können ist noch nicht klar und dann ist ja noch das Problem der Entnagelung.
Ich halte euch auf dem laufendem...



Kanthölzer



Main Dachdecker sagte mir, der Abstand zwischen den Kanthölzern sollte höchstens 60 cm betragen.
Damit die Schalung beim Festnageln der Schiefer nicht so Federt.
Bin gerade bei mir mit dieser Arbeit dran und es ist viel Aufwand. Auf das passende Maß Unterlegen, Festschrauben und die nächste Schraube.
Die Kanthölzer Befestige ich Lotrecht an den alten Balken. Die Schrauben müssen ca. 6cm in die alten Balken und alle 42 cm Befestigen.
Vom Statiker Berechnet.

Habe mir hierzu aussen an der Fassade links u. rechts ein Kantholz im Lot Befestigt und dann ca. jeden Meter eine Schnur gespannt, diese mit 2 mm Plättchen Unterlegt als Schwanung. Dann die anderen Kanthölzer geschnitten und unten Befestigt.Ein Loch freigelassen um an der Schnur auszugleichen und Festschrauben. Dann das untere freigelassene Loch Unterlegt und Geschraubt und zur nächsten Schnur.
Wie versprochen viel Aufwand.
Mal in groben Zügen erklärt.
Grüsse
Marc