Balken über Sockel (Schweller?) hat Hohlraum und Loch- was tun?

04.08.2010



Hallo,
ich habe vor knapp zwei Jahren ein Fachwerkhaus gekauft und habe nun angefangen den Anstrich des Fachwerks aussen zu erneuern. Beim Abbürsten mit der Messingbürte blätterte der noch vorhandene Anstrich (Deckfarbe) und irgendwie gefiel mir das Holz nicht ( war weich). Also mal das schadhafte Holz soewit ich kam ausgekratzt, wobei hinter der weichen Deckschicht dann zunächst mal nur curry-gelbes, tockenes Holzmehl kam bis ich dann irgendwann wieder auf hartes Holz stieß. Wurde dies durch Schädlinge oder möglichwerweise durch Feuchtigkeit (Sockel ist dort nicht unterkellert) verursacht?
Nun habe ich quasi eine "Höhle mit einem Durchmesser von ca 7cm auf 30cm länge im Balken. Dummerweise ist auf einem etwa 10cm langen Teilstück der Balken bis zur Sockelauflage zerstört. Ich weiß, wenn mans richtig und dauerhaft machen wollte, dann muß der Balken wahrscheinlich raus. Da wir uns aber in einer sagen wir mal "anstrengenden" finanzieller Lage befinden, ist jeder Tip für eine preiswerte Interrims-Lösung herzlich willkommen. Ein Bekannter (auch mit Fachwerkhaus) gab mir als Tip "ausspachteln mit glasfaserverstärkter Spachtelmasse", hätte er auch schon gamacht. Irgendwie kann ich mich damit aber gar nicht anfreunden.





Hallo,

Sieht das in etwa so aus?

Grüße aus Schönebeck


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Bilder vom Schaden...



@ Oliver Struve:

Ja, könnte so hinkommen...

Ich hänge mal ein paar Bilder dran...



Bilder vom Schaden...



.. noch eins..



Bilder vom Schaden...



.. und noch eins..



Bilder vom Schaden...



.. und noch eins..



Bilder vom Schaden...



.. und noch eins..



Bilder vom Schaden...



gelöscht!



So fing das hier auch an.



Dann wurde es fast ein Fass ohne Boden.
Es sind ja nicht nur meist die Schwellen......



Du wirst...



...um eine fachgerechte Reparatur wohl nicht drum herum kommen. Die Sache mit dem Spachtel würde ich lassen. Das mag vieleicht ein Weilchen funktionieren, aber mit so einem "Pfusch" am Haus könnte ich nicht gut leben.
Bei meiner Hütte sah das ähnlich aus. Nur das man dort statt Spachtel Beton genommen hat.

Eine Ursache für die Schäden bei Dir wird übrigens die verwendete Latexpampe (Farbe) sein. Hat man in den 70´gern wohl gern genommen, ist aber zu dicht.

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Grüße
Martin





Hallo Franky,


wie hier von meinen Vorrednern schon gesagt wurde wird das etwas aufwendiger.
Eine Interims-Lösung gibt es hier nicht.

Auch der Sockelvorsprung ist nicht das glücklichste Ausführungsdetail, hier kann sich Niederschlagwasser und Schnee ansammeln.

Das Schwell von mir sahen nach dem Ausbau so aus.

Grüße aus Schönebeck
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Zubetonieren ...
Beton ist genauso schlecht wie glasfaserverstärkte Spachtelmasse, nützt auf Dauer auch nichts, ist aber billiger und das Loch ist erstmals zu.
Richtig instandstellen ist auf Dauer am kostensparendsten. Malen kommt ganz am Schluss!



Siliconfarbe



Bin nun schon seit einigen Monaten dran die Siliconfarbe von meinen Balken zu säubern. Welchen Bürstenaufsatz nutzt du denn, Flex oder Bohrmaschine?

Wenn es wirklich nur die eine Stelle an den Schwellen ist hast du Glück. Ein ordentlicher Zimmermann sollte sich dass mal anschauen. Die Balken werden wohl von unten faulen.
Der verputzte Sockel und deine vorspringeden wohl mit Zement Verputzen Gefache verschlimmern dass Ganze. Sind allemöglichen Ritzen mit Silicon verschmiert?



Nun denn...



also ich fasse mal zusammen:

- als dauerhafte Lösung kommt wohl nur ein Ersatz des Schwellers durch einen Fachmann in Frage
- mögliche Ursache(n) sind die wohl ungeeignete Sockelfarbe (diffusionsgeschlossen?) und die Ausführung des Sockelüberstandes (ein leichtes Gefälle nach aussen hat er aber)
- Loch verfüllen mit Glasfaserspachtel oder Beton wird allgemein abgelehnt.

Auch ich bin der Meinung, daß der Balken über kurz oder lang raus muß. Nur wie schon geschrieben, sind die finanziellen Mittel derzeit sehr begrenzt.
Daher nochmals etwas präzisere Fragen:

- Was kann man unter diesen Prämissen tun (also keine Endzeit-Instandsetzung sondern temporäre Verbesserungsmaßnahmen im Sinne treffen) welche den Schaden vielleicht nicht dauerhaft beseitigen aber zumindest den entstandenen Hohlraum stabilieren und bis wieder genug Geld für eine anständige Instandsetzung in der Kasse ist, die weitere Schädigung verhindern, verlangsamen, wie auch immer. Es kann eben nicht jeder Porsche fahren.

- Die Sperr-Latexfarbe muß weiterer Schädigung vorbeugend sowieso runter. Wie am besten? Winkelschleifer mit Drahtbürstenaufsatz? Oder besser gleich den ganzen Putz erneuern (weiß ja nicht was drunter ist)?

- An anderer Stelle im Web hab ich was von Verfüllen mit 2K-Metacrylat-Fließenmörtel gelesen. Wäre sowas vielleicht als kurzzfristige Sofortmaßnahme anwendbar?


Im übrigen habe ich noch heute einen Ortstermin mit einem Zimmermann. Der soll sich das mal ansehen und dabei auch gleich den Rest mal durchchecken . Wenn's aber den finalen Kostenrahmen sprengt, dann muss halt zumindest vorrübergehend eine praktikable Ersatzlösung her.


Ärgerlich nur, daß ich vor dem Kauf eine Expertise bei einem Architkt mit Fachgebiet historische Bauten habe machen lassen, und dieser in meinem Beisein das Fachwerk mit dem Fazit "keine Mängel erkennbar" begutachtet und auch abgeklopft hat. Sonst hätte ich gleich die Finger weg gelassen.

Sollte ich dem ein oder anderen jetzt auf die Füße getreten sein, bitte ich dies zu entschuldigen, aber bei mir liegen die Nerven im Moment ganz oben...

Und über Antworten würde ich mich trotzdem freuen.


Trotzdem.. ein klasse Forum hier.





Hi Franky,

ich meinte mit Latexpampe das Zeug auf den Balken.

Du schreibst: Expertise?

Liegen Dir die Aussagen von dem Fachmann schriftlich vor? Nicht das ich glaube das da etwas zu machen wäre, interessiert mich nur.

Wenn der nach Abklopfen zu dieser Aussage gekommen ist, hat er es dir vermutlich nicht schriftlich gegeben, oder?

Habe bei mir auch abgeklopft. Die Bereiche wo sich der Klang geändert hat, trafen überaschend gut mit dem Beginn des schadhaften Holzes überein. Wundert mich, das der Schaden bei Dir nicht zu hören war.

Grüße
Martin



Latexpampe....



...also bei mir war schon beim Kauf das Fachwerk deckend angestrichen. Im Farbenfachhandel (kein BAumarkt!) sagte man mir, wenn einmal deckend gestrichen muß man immer wieder deckend streichen. Empfohlen wurde mir Farbe der Fa. Remmers.

Ich hatte "Latexpampe" auf den Sockel bezogen, da m.E. dadurch der Sockel diffusionsgeschlossen ist und bei den angeblich verwendeten Bruchsteinen (Sandstein) die wohl naturgemäß nicht zu vermeidende aufsteigende Feuchtigkeit im Stein bleibt, was auch nicht gesund ist für den Sockelschweller..

Jatzt aber nochmal zu deiner Frage, wie du das Zeugs auf den Balken denn weg bekommst. Die freie Stelle bei meinem Schaden hab ich mit manuell mit der Messing-Handbürste freigelegt, war auch kein Problem, da auf dem kaputten Holz die Farbe eh abblätterte. Dort wo sie aber noch drauf ist, hebt sie wie Pech. Ist wohl schon Qualitätsfarbe gewesen.
Wenns es bei dir genau so ist, wäre vielleicht Trrockeneis eine Lösung. Bei Wikipedia wird die Wirkungsweise interessant dargestell. Hab das mal in der industriellen Reinigung bei hochempfindlichen Werkzeugen gesehen. War schon beeindruckend und absolut schonend für das intakte Material.

Hie im Fachwerk.de gibt's auch (beispielhaft) einen Dienstleister aus unserer Gegend:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/6873$.cfm

Hatte heute einen Zimmermann da, nach dessen Meinung die Reparatur machbar sei und derzeit kein statisches Risiko bestünde. Auch die Kosten für die fachgerechte Reparatur hielten sich noch in Grenzen (Freiräumung in aber in Eigenleistung, Ausschnitt und Einpassung durch Fachbetrieb). Ist zwar immer noch nicht erfreulich, aber das Bild der Abrißbirne weicht so langsam aus meinem Kopf...

Gruß an alle