Kellerdämmung bei Saunaeinbau

11.05.2010



Hallo Gemeinde,

ich plane in einen Kellerraum eine Sauna einzubauen. Raum ca. 5x4 Meter, Höhe 2,10 mit 2 Außenwänden 24´er Kalksanstein. Kelleraussentür und 1 Fenster.

Ausblühungen im unteren Drittel durch kondensierende Feuchte (erzeugt durch sommerliches Lüften meines Vorbesitzers)- jetzt trocken. Boden gefliest.

Welche Dämmung ist ratsam - Decke (maximal 5 cm, wg. Saunahöhe)und Außenwände?

Bisher bin ich bei einer diffusionsoffenen Variante mit Calsitherm oder Multipor, wobei mir die 2te Variante besser gefällt, da kostengünstiger. Ebenfalls geht mir eine Dämmung mit Holzfaserplatten/-matten durch den Kopf (die ich dann unbearbeitet lassen möchte). Oder ist es ratsam die Decke mit PUR-Platten (alukaschiert) zu versehen, um bei geringer Dicke eine maximale Dämmung zu erzielen.

Ich bin über jeden Hinweis, weitere Ideen und Anmerkungen dankbar.

Viele Grüße
Michael Kemna



Sauna



Ich schlage Ihnen folgendes Gedankenexperiment vor:
Stellen Sie sich vor Sie gehen zur Wahrsagerin und fragen sie wie es mit Ihrer Sauna vorangeht.
Die guckt in ihre magische LED- Kugel und könnte zum Beispiel folgendes herauslesen:
Sie schaffen es, die Saune so zu dämmen und einzubauen, das keine Schäden am Haus entstehen, trotz des immensen Kostenaufwandes, des Ärgers und der Arbeit.
Prima, Sie sind glücklich, jetzt wird gefeiert.
Es gibt eine große Einweihungsparty, Familie, Nachbarn kommen, Sie und vor allem Ihre Frau genießen die neidischen Blicke.
Sie können gönnerhaft an die, die entsprechendes Wohlverhalten zeigen, Einladungen zum Saunagang verteilen.
Auch die Kollegen sind beeindruckt und warten begierig auf eine Einladung von Ihnen.

Nach einem Jahr und später:
Alle Verwandten und Bekannten waren da zum neidischen Bestaunen.
Sie laden auch niemanden mehr ein, da Sie es satt haben für die undankbare Bande den Badesklaven zu geben.
Die Familie hat in der Anfangszeit jede paar Tage, dann jede Woche und nach Vorlage der Stromabrechnung nur noch sporadisch die Sauna genutzt.
Nur Sie halten noch das Fähnlein hoch, irgendwann sind die anderen auch mit Drohungen nicht mehr hineinzulocken.
Im dritten Jahr- Stillstand, der erste kleine Defekt erlöst Sie von den einsamen Saunagängen ohne großen Gesichtsverlust.
Die Sauna und der dazugehörige Raum werden langsam wieder zum normalen Keller; der Platz wird zum Abstellen genutzt.

Jetzt zu Ihrer technischen Frage:
Der Einbau einer Sauna in ein Wohnhaus ist immer eine technisch heikle Sache, selbst wenn man mit kleinen Fertig-Heimsaunen arbeitet.
Um dazu etwas Genaueres sagen zu können, sind Ihre Angaben einfach zu dürftig.
Am besten geht so etwas in Kenntnis der Örtlichkeit und Ihre Vorstellungen und Gewohnheiten, wie Sie Ihre Sauna nutzen möchten.

Viele Grüße





Sehr geehrter Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihr "Gedankenexperiment", wobei es sich um eine Geschichte handelt, die sich möglicherweise bei Ihnen oder in Ihrem Umfeld so abgespielt haben könnte.

Befrage ich nun meine Wahrsagerin mit der Kristallkugel, so sagt diese:
"falls Ihnen jemand eine Lösung für ihre Fragestellung gibt, womit Sie die Sauna ohne immensen Kostenaufwand und ohne Bauschädigung in den Keller kriegen, dann werden Sie niemanden davon erzählen und Partys feiern, da Sie nicht angeberisch sind und lieber Ihre Ruhe haben wollen. Außerdem haben Sie keine Lust für zweifelhafte Freunde unnötig Energie zu vergeuden, sondern wollen alles für sich alleine. Nach 1 Jahr wird es immer noch so sein, dass Sie ca. 2x pro Woche für ca. 2 Stunden (3 Gänge) in der Sauna sind und zwischen 90-100 Grad mit einem Aufguß pro Saunangang glücklich sind, ..."

auf meine Frage hin, welche Angaben Herr Böttcher noch braucht, um mir einen Hinweis zu geben sagt die Wahrsagerin:
"möglicherweise, dass es sich um eine 60 mm Blockbohlensauna 2x2 Meter mit einem Abstand zu einer Außenwand von 15 cm und zur anderen Außenwand von 50 cm handelt. Vielleicht erzählen Sie ihm auch von Ihren Saunagewohnheiten, wie bereits oben geschildert. Welche Angaben noch fehlen könnten, kann ich leider in meiner Kristallkugel nicht erkennen. Aber wenn Sie ihn fragen, gibt er Ihnen darauf eine Antwort."

Mit dieser Sicherheit im Rücken frage ich Sie, Herr Böttcher, welche weiteren Angaben benötigen Sie, um eine Meinung hinsichtlich - könnte gehen, auf keinen Fall, besser so - abzugeben.

Viele Grüße
Michael Kemna



Sauna



Werter Herr Kemna,
ich selber habe keine Sauna.
Ich kenne aber eine Reihe von Wohnungen bzw. Häuser meiner Kunden, in denen Saunen stehen.
Keine von denen war noch in Benutzung.

Welche Angaben noch fehlen?
So ziemlich alle.
Wie wollen Sie den restlichen Raum nutzen?
Ruhebereich, Umkleidemöglichkeit, Beheizung, Belüftung, wie ist der Fußbodenaufbau (Dämmung, Abdichtung), gibt es einen Fußbodenablauf,was ist mit Duschen, wie ist der Übergang zum Garten (direkt oder indirekt), wie sieht die Kellertür nach draußen aus, wie ist die Beheizung der Sauna, wie oft soll sie genutzt werden, gibt es noch andere vorgesehene Nutzungen, Wandbekleidungen, wie wollen Sie in den 15 cm breiten Spalt zur Wartung, Reinigung usw. gelangen?
Soll die Kellerwand wirklich nur 24 cm dick sein?
Was ist über dem Kellerraum?
Gibt es eine Tür zum restlichen Keller?

Viele Grüße





Nun habe ich auch mal meine Glaskugel befragt, die gibt zu bedenken,
dass, bei:

---“Ausblühungen im unteren Drittel durch kondensierende Feuchte (erzeugt durch sommerliches Lüften meines Vorbesitzers)- jetzt trocken. Boden gefliest.”---

dieses Kondensat sehr wahrscheinlich (durch falsches nutzen (((Sauna im Haus))) des jetzigen Eigentümer) genau in den Bereichen wieder ausfallen wird.

Grüße aus Schönebeck





Sehr geehrter Herr Böttcher,

vielen Dank für die Fragen.
Anbei meine Antworten:

F1. Wie wollen Sie den restlichen Raum nutzen? Ruhebereich, Umkleidemöglichkeit, Beheizung, Belüftung.
A1. Ruhebereich.
Belüftung sollte durch ein Fenster und die Kelleraussentür gegeben sein.
"Beheizung" sollte nur durch die Sauna erfolgen. Falls Sie zu einer ständigen Beheizung raten, wäre das zu bedenken.

F2. Wie ist der Fußbodenaufbau (Dämmung, Abdichtung), gibt es einen Fußbodenablauf,was ist mit Duschen, wie ist der Übergang zum Garten (direkt oder indirekt), wie sieht die Kellertür nach draußen aus.
A2. Fußbodenaufbau ist 15cm Schlacke/10cm Beton/Estrich/Fliesen.
Fußbodenablauf ist vorhanden.
Dusche (Kaltwasser-Schwallbrause ist geplant.
Direkter Übergang nach draußen (Kellertür). Kellertür 90´er Jahre, weiß, Kunstoff, dicht.

F3. Wie ist die Beheizung der Sauna, wie oft soll sie genutzt werden, gibt es noch andere vorgesehene Nutzungen, Wandbekleidungen, wie wollen Sie in den 15 cm breiten Spalt zur Wartung, Reinigung usw. gelangen?
A3. Beheizung der Sauna elektrisch 8KW.
Nutzung ca. 2x pro Woche je 2 Stunden.
Außer Ruheraum keine weitere Nutzung.
Wandbekleidung - Abhängig vom sinnvollen Wandaufbau (Dämmung).
Die 15 cm sind der Abstand zwischen der Außenwand und der rückwand der freistehenden Sauna (zwecks Umlüftung).

F4. Soll die Kellerwand wirklich nur 24 cm dick sein?
Was ist über dem Kellerraum?
Gibt es eine Tür zum restlichen Keller?
A4. Mein Fehler - die Kelleraussenwände haben 36,5cm Kalksandstein (geputzt mit 3xBitumenanstrich)
Über dem Kellerraum befindet sich das Wohnzimmer. Deckenaufbau z.Zt. Beton/2cm SilanDämmatte/Estrich/Solnhofener Platten.
Tür zum übrigen Keller besteht. Wohnraumtür mit Zage.

Das Haus ist BJ 1966.
Könnte ein Luftentfeuchter (Kondensationstrockner) - neben einer passenden Dämmung - etwaig auftretende Feuchtigkeitsprobleme lösen?

Anbei habe ich den Plan des Kellers angehängt (so es funktioniert hat) - der Raum mit der Bezeichnung "Partykeller" soll es werden.

@ Oliver Struve: Damit das möglichst nicht passiert stelle ich hier diese Frage ins Forum - unter den aktuellen Bedingungen gebe ich Ihnen 100% Recht.

Viele Grüße
Michael Kemna