Geruchssanierung im Fertighaus Streif mit Kairatin

27.01.2010



Betreff: Geruchssanierung

Wir besitzen ein Fertighaus der Firma Streif aus dem Jahre 1972.
Auch wir haben das Problem des muffigen Geruchs der in der Kleidung hängt. Wir nehmen ihn so gar nicht mehr wahr, bemerken aber im Urlaub und auf Kurzreisen den speziellen Geruch in Kleidung und Reisegepäck. Auch von Außenstehenden wird er bemerkt.

Uns ist bekannt das dieser Geruch von Cloranisolen ausgeht die durch die Ausdünstungen der Spanplatte in der Außenwand entstehen, und so durch die Steckdosen in den Wohnbereich gelangen. Außerdem ist der Geruch bei einer höheren Luftfeuchtigkeit ( meist im Spätsommer) intensiver als in der trockenen Zeiten.

Nun haben wir uns zu fast zu einer Sanierung entschlossen bei der die Asbestfassadenplatten die Dämmwolle und vor allen die kontaminierten Spanplatten entfernt und entsorgt werden.
Anschließend wird das Ständerwerk, mit Schafwollvlies( Kairatin) ummantelt. Danach wird in das Fachwerk eine neue Holzfaserisolierung 9 cm stark eingebracht .Darauf kommt eine 8 cm starke Dämmplatte. Auf diese wird eine Armierung aufgebracht und anschließend mit einem mineralischen Reibeputz versehen.

Diese Maßnahme würde bei unserem Haus ca. 30000 € kosten. Das ist sehr viel Geld hat aber den Vorteil das das Haus eine bessere Wärmedämmung bekommt und einen optimalen Energiepass erhält. Fenster, Rolläden + Kästen und Haustür wurden bereits erneuert.

Können wir nach dieser aufwendigen Sanierung davon ausgehen das die Geruchsbelästigung auf ein erträgliches Maß zurück geht?

Hat jemand diese Sanierung schon machen lassen und kann uns seine Erfahrungen mitteilen.



Erfahrung mit Schafwolle....



... die habe ich und ich kann nur dringend davor warnen, Schafwolle, in welcher Form auch immer, in ein Haus einzubauen.

Selbst wenn die Schafwolle ausreichend gegen Mottenbefall ausgestattet wurde (was dann aber auch eine Schadstoffbelastung für die Bewohner darstellen kann), der Eigengeruch der Schafwolle zieht Motten und Teppichkäfer an. In einer behandelten Wolle sterben die Viecher ab. Aber sie werden noch genug andere, unbehandelte Materialien im Haus finden.

Hinzu kommt, dass die toxische Ausstattung sich mit der Zeit auswäscht und wirkungslos wird.

Der Erfolg der Geruchsminimierung durch Schafwolle ist meines Wissens auch nicht gerade als sehr hoch festgestellt worden.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo Frank, danke für deine Antwort.Das Schafwollflies Kairatin der Firma Fritz Doppelmeyer Gmbh Kempten kommt doch nur in Außenwand die ja beidseitig geschlossen ist.
da kann doch eigentlich kein Ungeziefer rein.Das Vlies soll nur die vorhandenen Holzständer vor Ausgasungen schützen.
Liebe Grüße Karin



Selbst wenn kein Ungeziefer rein kommt....



... die Wolle wird anlocken und das Ungeziefer befällt dann das, was es erreichen kann: Teppiche, Gürtel, Kleidung, etc.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Von einem Mottenbefall



dieses Vlieses habe ich noch nichts gehört. Bei Schafwolldämmung ist dieses vorgekommen. Ich denke aber nicht, dass die beiden Materialien vergleichbar sind.
Im Übrigen geht es bei dieser Sanierung nicht um eine Geruchssanierung, sondern um eine Schadstoffreduzierung, die bei dem Einsatz eines solchen Vlieses messtechnisch nachgewiesen wurde.
Nach meinen Informationen wird diese Wirkung durch dass natürliche Wollfett erreicht. Schafe werden aber nicht von Motten befallen und ich kann mich auch an Wickelhosen für unsere Kinder aus unbehandelter Schafwolle erinnern die von Motten heimgesucht wurden. Motten kamen in Pullover und Socken, aber nicht in den gestrickten Wickelhosen vor. ;-))



Daß Kinderhosen...



...nicht an Mottenfraß leiden, mag an der Vitalität der lieben Kleinen oder am Harnstoffeintrag liegen. Bei Bauteilen, die ich einbaue, würde ich unbedingt auf tierische eiweißreiche Produkte verzichten. Eigentlich kommt Ungeziefer auch nicht in Vorratsbehälter, trotzdem ist es immer wieder drin. Im E-Fall habt Ihr eine gut bewohnte Schädlingsfutterstelle im Haus und kommt nicht ran.

Wie lange das ganze wirksam ist, wird wohl nur vage vermutet werden können. Was hingegen passiert, wenn Kondensat ausfällt, ist bekannt. Eiweiße sind hochwertige Nahrungsmittel für den Schimmel.

Wie das konstruktiv sauber ummantelt werden soll, ist mit ferner ein Rätsel.

Die Balken können anders behandelt werden. Zum einen ist Schellack schadstoffmaskierend, da gibt es einen fertig eingestellten Sperrgrund. Zum anderen gibt es von "Baden-Chemie": "Ex-Der Schadstoffvernichter". Maskiert ebenfalls, und befördert gleichzeitig den Abbau. Die schicken bei Interesse umfangreiches Infomaterial.

Also: Füttert besser die Vögel, nicht die Motten.

Grüße

Thomas



Nachtrag:



Da Ihr den Innen-Putz ohnehin erneuert, nehmt Lehm.

Dieser bindet Schadstoffe tatsächlich, und er klimatisiert wesentlich besser als ein Zement- oder Kalkputz.

Grüße

Thomas



Geruchsanierung



Irgendwann ist jeder Filter voll.

Grüße vom Niederrhein





Hallo Thomas, ich glaube ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Die Innenwandbekleidung(18mm Rigips) bleibt bestehen. Die komplette Sanierung erfolgt von außen. Gruß Karin



Sanierung älterer Fertighäuser / Geruch



Hallo,

es gibt ein Unternehmen, das auf dieses Problem und seine
Beseitigung spezialisiert ist. Der Geruch entsteht meist
durch Chlor-Ansisole, die sich aus den Rückständen der bis
Ende der 80er verwendeten Holzschutzmittel entwickeln.
Wir kennen den Geschmack daher, wenn der Wein "korkt".
Die machen erst mal eine Raumluft-Analyse vor Ort und bauen - wenn es die Anisole sind - ein Vlies in die Wände ein, dass diese absorbiert. Ein Aufwand, aber dann ist Ruhe.
Schauen Sie mal bei www. renopan.de und lesen Sie selbst...



Na,



Sie haben ja wirklich ein Händchen für fragwürdige Technologien.

Absorbervlies renopan AirClear® Spezial, Wirkstoff Absorbin®. Aha.

Das ist ja letztlich auch nur, so meine Vermutung nach Studium der ziemlich informationsarmen Seite, Wolle mit irgendwas nicht näher Bezeichnetem dran.

Eine nachhaltige Sanierung sieht anders aus.

Grüße

Thomas





Hallo Ringelcat,

der beschriebene Wandaufbau hat so manche Tücke. Lobenswert ist zunächst der Ansatz die Schadstoffe aus dem Haus zu bekommen, doch berücksichtigt werden hierbei nicht die großen Flächen der Böden und Decken, die bei diesen Haustypen durchweg aus Spanplatten mit hohen Formaldehydkonzentrationen bestehen dürften.

Die Gipskartonbeplankung an der Primärkonstruktion nach innen bleibt bestehen, was bedeutet, dass eben das Tragwerk nicht komplett "eingepackt" wird. Eben dieses ist aber mit Holzschutzmitteln getränkt und gibt diese auch nach Jahrzehnten konstant ab.

Der muffige Geruch dürfte nach der Sanierung abnehmen, wird aber auf Dauer verm. nicht vollständig verschwinden.

Mehr dazu gibt es hier

Der Preis erscheint hoch.
- Um wieviele Quadratmeter Wandfläche handelt es sich?
- Wie hoch sind die derzeitige Heizkosten?
- Was beinhalten die 30 TSD an Leistungen?

Ein weiteres Problem aber könnte der zukünftige Wandaufbau an sich darstellen:
- GK-Platten
- Holzfaserdämmstoff
- Dämmplatten (EPS?)
- Mineralischer Putz (welcher wirklich?)
- Farbbeschichtung

Je nach Dämmplatte und tatsächlicher Endbeschichtung kann die Art des Wandaufbaus nach einige Jahren versagen, sprich absaufen, da die diffusionsoffenheit vorrauss. nach Außen nicht zunimmt / keine Sperre verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Innenraum in die Dämmlage eindringt und möglicherweise die äußere Dämmplatte auch nicht in der Lage sein könnte eingedrungene Feuchtigkeit wieder kapillar abzuführen.
Wie ausgerechnet die Schafswolle Pentachlorphenol, Hexachlorcyclohexan/Lindan, Formaldehyd, etc. umwandeln und neutralisieren soll erschließt sich mit auch durch die Unterlagen des Herstellers nicht.
Wenn all die Leckereien in der Raumluft messbar und wie bei Dir olfaktorisch vorhanden sind, stammen diese eben aus Wand, Decke und Boden. Aus der Wand heraus haben diese also die Gipskartonplatten passiert und sind ebendort in erhöhtem Maße vorhanden.

- Welche Materialien sollen hier tatsächlich zum Einsatz kommen?


Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer