Sandsteinhaus renovieren mit KfW Förderung

09.02.2014 mruehrig



Hallo, nachdem ich schon länger hier mitlese und schon sehr viele hilfreiche Tipps gefunden habe, habe ich mich im Forum angemeldet und würde auch gerne gleich die ersten Fragen stellen.
Ich trage mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, mir ein altes Sandsteinhaus (Bj um 1850) zu kaufen. Ist zwar kein Fachwerkhaus, aber es ist denkmalgeschützt und die Frage lässt sich wohl auch auf Fachwerkhäuser übertragen.
Das Haus hat eine ca 40 cm dicke Sandsteinfassde, und ist innen weitgehend entkernt. Der Putz ist wetestgehend abgeschlagen. Ich möchte das Haus zunächst enrgetisch auf Vordermann bringen. Neben neuen Fenstern soll vor allem das Dach isoliert werden und eine Innendämmung eingebracht werden. Für die Sanierung würde ich gerne KfW Darlehen beantragen.
Soweitbich gelesen habe, könnte man 50.000€ pro Wohneinheit zu einem günstigen Zins bekommen. Ich weiss, ich brauche dazu einnen Energieberater, aber evtl. Gibt es dazu schon Erfahrungen im Forum, vorab zur Orientierung.
Welche U-werte muss ich für Dach und Fassade erfüllen? ( auf Passivhausstand werde ich sicher nicht kommen...).
Ich dachte daran, die Außenwände von Innen zunächst grob zu egalisieren, um dann 100 mm Multipor innen ankleben zu können, um nicht zu viel Platz zu verlieren, aber doch einigermaßen Dämmwirkung zu erreichen. Daruf soll eine Wandheiung in Lehm oder Kalkputz. Das Dach wird(obwohl die Ziegel relativ neu und augebscheinlich dicht sind) komplett abgedeckt um Wärnedämmung aufzubringen. Mein derzeiger Plan ist es, Weichfaserplatten unter die Lattung zu verlegen. Das Gebälk hätte ich gerne zumindest z.T. Von innen sichtbar. Was haltet ihr davon. Wie dick muss ich gehen? Welcher Aufbau ist zu empfehlen?
Werde natürlich noch anderweitig fachmännischen Rat einholen (Energieberater, Architekt) nur wären ein paar Tipps/Anregungen vorab schon mal hilfreich.
Wenn ich in dem Haus 3WE habe, könnte ich dann für alle 3 WE einen KfW Kredit zur energetischen Sanierung bekommen? Im Moment will ich nur eine Wohnung sanieren, ein Teil der Kosten betrifft aber alle 3 Einheiten (Dach, neue Heizung, Geschoßdecken). Gibt' da Erfahrungen hier im Forum wie das gehandhabt wird?
Ihr seht schon gleich beim ersten Mal sehr viele Fragen. Hoffe trotzdem auf die eine oder andere hilfreiche Antwort.

Schöne Grüsse,



KfW-Förderung



Gebäudeenergieberater (GEB) ist leider kein geschützter Begriff. Man arbeitet daran, aber bisher agieren eine Menge sehr unterschiedlich qualifizerter Berater unter dieser Berufsbezeichnung mit der entsprechenden Bandbreite an Beratungsqualität.

Bei einem Baudenkmal muss ein GEB für Baudenkmale die Bestandsaufnahme, die Berechnungen und die Beantragung der Maßnahmen bei der KfW durchführen. Von diesen Beratern gibt es nicht besonders viele. Wenn Sie einen solchen in Ihrer Region finden, dann achten Sie darauf, daß es ein Architekt oder Bauingenieur mit dieser Zusatzqualifizierung ist, der baukonstruktiv und bauphysikalisch weiß, was er Ihnen als Dämmmaßnahme empfiehlt. Viele GEB maximieren die Energieeinsparung, ohne auf die Stimmigkeit der MAßnahme im Gebäudezusammenhang zu achten. Das kann bis zur Empfehlung bauschädigender Maßnahmen führen, die zwar energieeffizient bis zum Anschlag sind, bauphysikalisch aber bedenklich.

Multipor ist z.B. nur bedingt geeignet und setzt absolut trockene Wände voraus. Davon können Sie aber bei Ihrer Sandsteinwand nicht ausgehen, da die Horizontal- oder/und die Vertikalsperre fehlen. Vielleicht liegt sogar eine Salzbelastung vor. Sie brauchen für die Innendämmung ein Materiual, das kapillaraktiv rücktrocknet. Und das ist z.Zt. nur die CalSi-Platte oder eine Holzweichfaserdämmplatte. Multipor ist nicht kapillaraktiv und feuchtet im ungünstigsten Falle im Laufe der Zeit auf.

All Ihre Fragen zu Dämmstärken und Dämmaufbauten besprechen Sie mit diesem -fachkundigen- GEB. Flächenheizungen (Wand/Boden) sind nicht zwangsläufig das nonplusultra bei der Gebäudesanierung. Sie haben auch NAchteile und setzen ein hochgedämmtes Gebäude und regenerative Energieerzeuger (Solarthermie/Wärmepumpe) voraus, die im Niedertemperaturbereich arbeiten. Flächenheizungen sind träge, liefern nur einen sehr begrenzte Wärmemenge pro m2 Fläche, die Sie von der Nutzung freihalten müssen etc. Wie gesagt: nicht unbedingt vorteilhaft.

Für die KfW-Förderung ist die Anzahl der WE vor der Förderung ausschlaggebend, nicht nach BAufertigstellung. Die Anzahl muß in Form abgeschlossener WE (Abgeschlossenheitserklärung) vorab nachgewiesen werden.

Die KfW-Förderung zu beantragen ist ein sehr kompliziertes Prozedere, das allen Beteiligten keinen Spass machen wird. Zudem werden die Ansprüche an die Wärmedämmung der BAuteile nochmals gegenüber der EnEv erhöht. Sie bekommen vielleicht einen zinsgünstigen Kredit, müssen aber mehr Geld für die Sanierung ausgeben (inkl. GEB-Honorar und BAubegleitung). Schlußendlich eine schwarze Null, wenn Sie Glück haben.

Versuchen Sie eher über einen unabhängigen Finanzierungsberater oder einen kommerzielleren aber grundsätzlich seriöseren Berater wie die Interhyp ein Finanzierungsmodell erarbeiten zu lassen. Sie bekommen so wahrscheinlich eine ähnlich günstige Finanzierung, ohne die zusätzlichen Auflagen der KfW.



Sandsteinhaus von 1850 auf KFW-Förderbedingungen trimmen



Bevor Du kaufst und loslegst würde ich Dir einen Kontakt zu Florian Kurz empfehlen:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/1631$.cfm

Einmal wäre es ein Fachmann für alte Häuser und kann sicherlich beurteilen, was Du da kaufen willst. Die andere Seite ist, dass er eine recht ernüchternde Einstellung zur Dämmung von solchen Häusern hat.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de