Gebäudesetzung, Feuchtesituation ehemaliger Mistplatz

17.09.2010


Hallo,
meine Frage:
Ich denke, dass die Scheune einen Prozess der Setzung mitmacht, weil sich an einer Ecke ein, zwei Zentimeter der Ziegelwand Fugen etwas verschieben bzw. öffneten. An einer Innenwand ist das zu sehen, auch am Boden vor dem Anbau ist der Boden im Laufe der Zeit unebener geworden.
Der ehemalige Mistplatz (3x3m) und davor das Plumpsklo liegen fast im Anschluß an diese Ecke.
Der Hof des Nachbar ist einen guten Meter tiefer angelegt. Hab mal ein Bild beigefügt.
Vor rund zwanzig Jahren ist die unter dem mittlerweile begrünten Mistplatz vorhandene Grube mit Schutt verfüllt worden. Vor rund zwei Jahren waren noch ein großer Hollunder und eine Weide dort gewachsen, sie sind inzwischen gefällt worden.
Ich weiß nun nicht, was ich machen soll - kann der Grund für eine Setzung dort liegen und wie komme ich der Sache auf die Spur?
Wie ist ein solcher Misthaufenplatz aufgebaut - ist es besser alles abzutragen und neu zu konstruieren?

Von Nachbars Seite ist es sehr feucht, was bei dem Alter der Wand, Kalksandig vermauerter Ziegel und Bruchstein mit Erdkontakt,ja eigentlich nicht wundert.

Mach ich mich zu verrückt oder ist Sorge angebracht?

Danke,
Anne



Hallo Anne,



zuerst einmal, nicht gleich verrückt machen wegen einem Riß in der Wand! Da hab ich mehrere von und meine Hütte steht immer noch! :)

Was vielleicht noch wichtig ist:
- Wie alt ist das Haus?
- Wann hast Du den Riß das erste mal entdeckt?
- Gibt es ihn schon mehrere Jahre? Oder erstseit einem Monat?
- Hat er sich verändert in letzter Zeit? Breiter, länger geworden?
- ... noch weitere Anhaltspunkte, die zu einer Einschätzung hilfreich sind...

Bei einem alten Haus kann es über die Jahre vorkommen, daß sich Risse bilden. Sollte nur nicht zum Normalfall werden und sich weiter fortsetzen.

Viele Grüße
Daniel





das Haus ist etwas Mitte 19. Jhd., wie alt der Riss genau ist - mir ist er erst vor kurzem aufgefallen.
Ein weiteres Bild ist entlang der Brandmauer, im UG unter einer Strebe der Kappendecke ist ein Riss und oberhalb davon zeigt es die Situation über dieser Decke, im OG.



Vielleicht als kleinen Tipp



Ich würde über die Risse ein paar Putzbatzen setzen. Glatt abgezogene Putzflecken, vielleicht Handteller groß. Dort kann man dann gut erkennen, ob die Risse sich weiter verändern. Dann entstehen nämlich neie Risse in den Batzen.
Sollte dies der Fall sein würde ich einen Statiker hinzuziehen der die Situation vor Ort besser beurteilen kann.





Vielen Dank für die Beiträge. Mit den Batzen - ja, werde ich so machen.



Gipsplombe



Hallo,

um Aufschluss darüber zu bekommen, ob Risse noch in Bewegung sind sollten sie nicht einfach einen Klumpen Putz an die Wand pappen.
Dieser könnte sich, bei Bewegungen, vom Untergrund auf einer Seite des Risses lösen.
Die Plombe wäre dann unbeschädigt und man würde fälschlicherweise daraus schließen das keine Bewegungen mehr statt finden.

Derartige Plomben sollten aus Gips erstellt werden und sie müssen auf einen sauberen tragfähigen Untergrund aufgebracht werden.
Ideal hierfür ist, sich aus einem Brett (1 bis 2 cm dick) eine nierenförmige Schablone zu schneiden.
Diese kann man dann, mit der Verjüngung der” Niere“, über dem Riss setzen, mit Gips auffüllen und bündig abziehen.
So hat man im Bereich des Risses die schwächste Stelle der Plombe,
gewissermaßen eine Sollrissstelle und auf der angrenzenden Wand genügend Fläche für den Haftverbund zwischen Wand und Plombe.


Die Profis verwenden hier auch gerne Rissmonitore wie hier auf dem Foto, hier erhält man dann auch Aufschluss über das Ausmaß der Bewegungen in beide Richtungen.

Grüße aus Schönebeck

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