Vorhangfassade mit OSB

27.08.2006



Moin aus dem Norden,
bin auf Ratsuche: unsere Haus (ca.1895) ist von seinen Besitzern immer in den jeweils zeitgemäßen Zustand versetzt worden. Dabei ist das Fachwerk z.T gegen Hohlwände, z.T. gegen Ziegelmauerwerk ausgestauscht worden; dieses ist zuletzt mit (häßlichen) Riemchen für ein einheitliches Aussehen verkleidet worden. Ich würde gerne die Außenwände dämmen, aber dabei nicht in eine "Plastiktüte" einpacken - also nix mit herkömmlichem WDVS.Meine Idee eine Art Vorhangfassade: Lattung senkrecht an die Außenwand, zwischen die Fächer Dämmstoff; Lattung waagerecht darauf, zwischen die Fächer wieder Dämmstoff; abschließend OSB 22mm und darauf dem Haustyp/Altstadt entsprechende Riemchen ggf. in Pseudo-Fachwerk gefacht.(Ob OSB dafür zu viel arbeitet? Wäre heraklith besser?) Da an wenigen Stellen etwas aufsteigende Feuchtigkeit (20-30cm hoch, da keine Horizontalsperre) vorhanden ist, dachte ich, diese vorgesetzte Fassade ca.1cm über der Erde enden zu lassen, um dort die Möglichkeit zum "Atmen" zu lassen. Dämmstoff: Hanf bis fast unten; ggf. perlit oder isofloc bis ca. 40cm über Erde, bis zur Erde Luft. Wollte die Wand eben nicht bis in die Erde mit dichtem Styro bekleben, denn wo bleibt dann die evtl.aufsteigende Feuchtigkeit - jetzt ist innen nix muffig, nix schimmelig ! Vielen, vie!en Dank für Tipps und Mecker. Grüße v. Bernd zwischen KI+PLÖ



OSB=Plastiktüte



Die OSB an der Wandaußenseite anzuordnen ist bauphysikalisch problematisch. OSB-Platten können auch als Dampfbremse eingesetzt werden und sind deshalb im beschriebenen Aufbau problematisch, da Kondenswasser ausfallen und die Dämmung durchnässen wird.
Besser wäre ein offener Aufbau, evtl. folgender:
kreuzweise Unterkonstruktion auf vorhandenem Fachwerk mit Zellulose ausgeblasen, darauf Weichfaserplatte als Wind und Schlagregendichtung und dann Putz oder Fassadenbekleidung.
Der individuelle Aufbau sollte immer nochmal auf Tauwasserausfall geprüft werden, außerdem sollten die Detailpunkte vor der Ausführung festgelegt werden.



Weichfaser statt OSB an Fassade



Vielen Dank für die superschnelle Antwort.
Ist mit "Weichfaserplatte" eine Holzweichfaserplatte gemeint? Wie ist es denn dabei mit den Temperaturausdehnungen (wegen d.Riemchen)? Darf denn Zellulosedämmstoff ggf. mit Erdreich in Berührung kommen oder ist das auch eher als problematisch zu betrachten ? Danke für Antworten v. Bernd



Riemchen-Problematik



Die Sache mit den Riemchen ist grundsätzlich als problematisch einzustufen, da sowohl auf OSB und Holzweichfaserplatte mit Fugenabplatzungen gerechnetwerden muß. Problem ist, dass die Riemchen zu steif/fest sind (vergleichbar eines Fliesenbelags auf Holzboden) und sich vom Temperaturverhalten deutlich vom Untergrund unterscheiden, was gerade im Sommer bei hohen Oberflächentemperaturen zu Spannungen führen wird.
Ich würde Ihnen vielmehr vorschlagen eine Putzfassade aufzubringen anstatt ein Pseudofachwerk. Das wäre aus denkmalpflegerischer Sicht auch ehrlicher.