Decke sanieren, aber wie ?

08.01.2006



Hallo,
Ich bin gerade am rätzeln, was das beste ist. Mußte einige Deckenbalken entfernen, weil diese verfault waren. Darunter ist alte Lattung und dann Stroh mit Draht befestigt, woran der Putz angebracht wurde. Einiges an Putz und Stroh ist nun runtergefallen. Was mach ich jetzt ? Ich dachte daran den gesammten Putz mit dem Stroh zu entfernen und einfach Gipskartonplatten an die Lattung ranzuschrauben. Ist das eine gute Lösung oder eher nicht empfehlenswert ?

Grüße
Andreas



GK



sind eine herforragende Idee wenn man sein Haus auf dauer kaputtmachen möchte und sich obendrein sicher sein will, das mann Schimmel in die Konstruktion bekommt. Sollte mann sein Haus lieben und auf seine Gesundheit achten, wählt mann lieber wieder eine Aufbau mit natürlichen Materialien wie Holz, Lehm oder Kalk. Mit freundlichen Grüssen Martin



Moin Martin



kannste mir Amateur mal bitte erklären, warum GK grundsätzlich ein Haus kaputt machen soll und für Schimmel sorgen soll?

neugierige Grüße

Lukas



Gipskarton



Die Platten hatte ich nur für Decken gedacht, die nicht feucht werden. Die Balken waren verfault, weil das Haus seit 20 Jahren nicht bewohnt war. Da ich die meisten Balken als Sichtbalken eingesetzt habe, will ich die Decke nicht auch noch aus Holz machen, da es einen bei den kleinen Räumen sonst erdrücken würde.
Bin aber sonst für jeden Vorschlag offen.



Putz



die Deck doch mit Lehmputz balkensichtig aus. Preiswerte in Eigenleistung realisrbare Konstruktionen die du als Putzgrund aufbringen kanst kann dir ein guter Lehmbauer vor Ort sicher erklären. Und zur Frage weshalb GK Platten Grundsätzlich das Haus kaputtmachen werde ich nicht viel schreiben. Nur soviel. Beschäftige dich eine Zeitlang mit Gesundheitsproblemen, beobachte in welchen Häusern Allergien gehäuft auftreten, Reiße ein paar dieser doch so hervorragenden Aufbauten ab un schau was dahinter ist und beantworte dir deine Frage selber. Es gibt allerdigs mittlerweile zahlreiche Puplikatiuonen zu diesem Thema die auch wissenschaftlich sehr gut unterlegt sind. Ich halte es nach dem Grundsatz, ist das Haus gesund ist auch sein Bewohner gesund und umgekehrt, ist der Bewohner Krank schaue dir die Bausubstanz an. Viel freude beim Sammeln eigener Erfahrungen. Lehmige Grüsse Martin



Nö nö



so leicht kommste mir da nicht bei wech. ;-)
Argumente bitte aber keine leeren Verallgemeinerungen.
Wenn da was gammelt, dann liegt´s nicht am GK. Dann sind´s schlechte Konstruktionen bzw. schlechte Ausführungen. Aber das schreibste ja selbst, daß ich dahinter sehen soll.
Wenn die Hütte zu feucht ist, dann bekommste das auch mit den schönsten Baustoffen nicht weg, solang Du nicht an die Ursache gehst.
Klar schimmelt´s auf Kalk nicht, aber auf GK, Tapete...
Das bedeutet für mich aber nicht, daß das Leben im Feuchtbiotop für den Menschen dann zuträglich ist, nur weil die sichtbare Warnung fehlt.
Ich glaube einfach nicht, daß der GK an sich krank macht.
Krank macht schlechtes Bauen, egal mit welchem Baustoff.

Gruß Lukas



Hallo Lukas,



generell hast du da Recht, aber wass ist mit der Tatsache das zur Zeit alle handelsüblichen GK Platten mit Retrogips aus der Schwerindustrie hergestellt werden. Für mich einfach nur Sondermüll, der zwischen zwei Lagen Papier äusert günstig Entsorgt wird. Günstig allerdings nur für die Industrie, wenn sie der BH entsorgen muß kommen unglaubliche Kosten auf ihn zu. Was ist mit der Trocknung der Raumluft auf Teilweise unter 30 %, Schleimhäute, Nassenhölen, ... . Du hast Recht mit dem Hinweiß der Konstruktion, aber zeige mir bitte eine Konstruktion (Standard) die nicht von vornherrein Wagnisse mit sich bringt. Sicher können feuchtigkeitsregulierende Dämmstoffe wie Flachs, Hanf, Schafwolle Holzweichfasser oder Seegras und Lehmoder Kalk kein Wasser das durchs Dach kommt egalisieren, allerdigs werden Taupunkte oder Kondeswasser sicher Aufgenommen und über die Wandflächen abgegeben, ohne das es zu Gesundheitsschädigungen kommt, da wir jeden Bauschaden durch Wasser sehr schnell mitbekommen, der bleibt nähmlich nicht hinter der Tapete oder noch schlimmer hinter der GK Konstruktion. Aus meiner Erfahrung (24 Jahre als Maurer und seit 11 Jahren als Lehmbauer auf dem Bau) gibt es keine wirklich guten GKaufbauten. Sichere unter Umständen aber keine guten. Gruß Martin





Ähnlich wie Beton haben natürlich auch GK Platten, richtig eingesetzt, ihre Berechtigung. Man kann eigentlich nicht grundsätzlich dagegen sein und sie pauschal ablehnen. Leider kommen moderne Billigkonstruktionen aber oft im Verbund daher, sodass im Zusammenhang mit GK auch allerlei Sondermüll und Gifte ins Haus einziehen.

Grundsätzlich sollte man aber das konstruktive und physikalische Gefüge alter Häuser respektieren und nicht bedenkenlos darin herumbrechen und altes gegen neues austauschen. Eine alte Stroh-Putzdecke hat eben deutliche Vorteile gegenüber GK: besserer Schallschutz, bessere Speicherfähigkeit von Wärme und Feuchtigkeit (besonders wichtig im Zusammenspiel mit Holz) u.a.m.
Schliesslich ist da auch noch der Charakter eines Hauses, der (wie bei den Menschen) von innen kommt und nicht nur Oberfläche ist. Das Handwerk früherer Generationen mit all den Unebenheiten, Narben und Verletzungen tritt zutage und verdient auch gerade wegen des handwerklichen Aufwandes, der damit verbunden war und ist Respekt.
"Alles rausreissen und zügig GK Platten verbauen" ist daher für viele, zu denen auch ich mich zähle ein Greuel.

Daher mein Rat: wenn der grösste Teil der Decke noch gut ist, sollte man den Rest reparieren bzw. ergänzen.



Danke für die Hinweise



Da ich so etwas noch nie gemacht habe, bin ich für jeden Tip dankbar. Die Gesundheit ist mit schon wichtig. Mein Problem ist`s eben, das ich es allein machen muß, weil ich mir keine Firma leisten kann.
Na, mal sehen ....
Bekommt man Lehmputz im Handel ? ...und reicht es, den Putz an dem Stroh anzutragen oder müßte doch etwas Gewebe darunter ?

Grüße
Andreas



Hallo Andreas,



um das zu Beantworten braucht mann mehr angaben. Am besten ein Bild der Decke um zu sehen was noch da ist. Danke Jahn für deine wunderschönen Aspekte, die beim sanieren alter und denwürdiger Bausubstanz eigentlich immer im vordergrund stehen sollte. Und, Andreaas, wenn du viel selber machen möchtest nochmal der Hinweiß Lehm gilt als das beste Egenleistungsmaterial. Denkla das hat auch seinen Grund. Tipp suche einen erfahrene Lehmbauer wenn möglich in deiner Nähe und beziehe deine Bausrtoffe über ihn, dann sind in der Regel die Aufbauempfehlungen und Einarbeitungen inbegriffen oder zumindest bei grösserem Aufwand günstig zu bekommen.



selber machen



nein, zusätzlich zu den Schilfmatten (Kein Stroh, sondern Schilfrohr!) braucht man kein anderes Gewebe. Die Schilfhmatten müssen natürlich gut befestigt sein, am besten am Bindedraht mind. alle 5cm festgetackert oder mit Tellernägeln. Sollen ja das ganze Gewicht dauerhaft tragen.

Wenn Du noch überhaupt keine Erfahrung hast, würde ich mir erst mal eine leicht zugängliche Probefläche zum Üben vorbereiten und daran ggf verschiedene Materialien / Mischungen ausprobieren.

Das Fote zeigt die Reparaturfläche einer Lehmputzdecke nach dem 1. Bewurf. In der Mitte ist noch ein Stück Schilfmatte zu erkennen

Gutes Gelingen,
jh