Mal wieder - welcher Putz für Innen?

21.11.2005



Da ich inzwischen Putzmäßig komplett verwirrt bin, erhoffe ich mir hier Rat.
In unserem 60er Jahre Haus müssen die Wände nach komplettem Umbau teilweise überspachtelt und zum Teil neu verputzt werden. Ich glaube zum Teil ist noch Haftgipsputz von Knauf o.ä darunter.
Nach allem Rat den ich hier und im ökologischen Baustoffzentrum bekommen habe, soll Kalkputz das Beste sein? Unser Architekt rät zu Kalkzementputz mit dem Argument, dass Kalkputz teurer wäre (da Handwerker diesen nur selten ausführen...) und außerdem die Gefahr besteht, dass Haarrisse auftreten können. Außerdem soll teilweise eine Wandheizung eingeputzt werden und zum Teil haben wir Fermacell-Platten zum Spachteln. (Die sind auf einer biegeweichen Vorsatzschale aus Schallschutztechnischen Gründen (Doppelhaushälfte)). Lehm kommt leider aus Kostengründen überhaupt nicht in Frage (unser Budget ist schon mehr als überstrapaziert, da hilft das Argument auch nicht mehr -einmal für immer). Vielen Dank jetzt schon für allen Rat.



wenns um Geld sparen geht-hören Sie auf Ihren Architekten



Hallo Frau Arnold,
nach dem was Sie schildern ist eine Fernberatung nicht einfach. Ihr Architekt wird wohl recht haben was die(seine) Handwerker angeht. Beim Putz auf Fermacell-Platten würde ich Ihnen jedoch keinesfalls zu Kalkzementputz raten. Da wäre ein Kalk-Gipsputz die bessere Alternative.
viel Erfolg wünscht
Klaus Schillberg, www.texbis.de



Innenputz



Ich versteh überhaupt nicht, was Zement im Innenraum zu suchen hat. Schließlich regenet es hier nicht. Und eine besondere Festigkeit, die im übrigen die Rißbildung fördern würde, wird auch nicht gefordert.
Freilich braucht der klassische Kalkputz Zeit zum Abbinden, wird sozusagen trockengewohnt.
Er regelt die Luftfeuchtigkeit durch Aufnahme und Abgabe und ist elastischer als ein Kalkzementputz, reißt also auch nicht so schnell.
Teuer ist
a) die Sackware der Hersteller, dagegen hilft Eigenherstellung
b) der Handauftrag, es gibt aber auch maschinengängige Kalkputze.

Ihm lasse sich Zusätze zur Schaffung verschiedener Oberflächenqualitäten beigeben, z.B. Quarzmehl oder Marmorsplitter.

Reden Sie mal darüber mit Ihrem Architekten. Ich freu mich immer über Bauherren, die etwas abseits der gängigen Standards arbeiten wollen.

Grüße und viel Erfolg



Warum ...



... soll der Kalk denn noch mit Gips "versaut" werden?

Etwas grübelnd

Bernd



Kalk und Gips



nur wenn Sie unbedingt Gips loswerden wollen. Auch darin sehe ich keinen Sinn.

Gruß



Vielleicht ...



... ist es unter'm Strich günstiger, sich Handwerker zu suchen, die noch mit Kalk umgehen können - und nicht aus purer Gewohnkeit überall die berühmte Schippe Zement reinhauen, damit es schneller geht. Einen anderen Grund gibt es nämlich nicht !!!!

Also: Es läuft alles auf Bequemlichkeit hinaus - und der Bauherr ist der Blöde (Unwissende).

Gruß aus BS

Bernd



Welche Hersteller?



Vielen Dank für die Antworten. Sie haben mich bestärkt, hartnäckig zu bleiben. Habe heute auch bei unserem Malerhandwerker um die Ecke nachgefragt. Na ja, so ganz abgeneigt waren die nicht (allerdings war es auch nicht der Malermeister selbst mit dem ich gesprochen habe, sondern "nur" dessen Frau). Kann ich meinem Maler ein Produkt empfehlen, welches maschinengängig ist und evt. ohne der" berühmten Schippe" Zement. Warum ist die eigentlich so schlimm? Wahrscheinlich hat das doch kaum Auswirkungen oder?
Vielen Dank für weitere Infos.
MfG Daniela Arnold



Innenwandputz



Dachog. Kein Zement bei Innenwandputz, nur Kalkmörtel. Wie oft muß daß, im Forum noch dargelegt werden? Mfg ut de Oltmark.



Kies und Kalk! Was wird das schon kosten!



Bei uns kostet die Tonne Kies frei Haus 17,80 netto
Ein Sack Weißkalkhydrat so um die 7 €!

Mit einem Rührer anrühren (nicht mit Fallmischer) und dann anwerfen!

Kann nicht teuer sein!
Wenn Sie niemanden finden der dem Luftkalkmörtel ohne Zement traut, können Sie Ihrem Maurer auch erlauben auf eine Mischung eine Angstkelle weißen Zement (5 € der Sack) mit zuzusetzen. Einziger Vorteil dieser Schippe, daß der Mörtel etwas schneller anzieht, besser wird der Mörtel davon nicht, eher schlechter (aber nicht drastisch)

Wichtiger ist die Heizung:
Sollten Sie nur partiell Wandheizung einputzen wollen kann es wirklich Risse geben!
Da Sie nach eigenen Aussagen nicht auf einem Geldtopf sitzen, empfehle ich Ihnen die Installation von Heizleisten, diese können Sie auch raumweise und an Niedrigtemperaturanlagen nachrüsten.

Zwischenzeitlich gibt es auch bezahlbare Heizleisten zum Beispiel radiatherm, die Sie wirklich selbst montieren können! Denn von allen denkbaren Möglichkeiten ist die Einfachste immer die Beste!


Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo