Sandsteinfassade verputzen - wie??

24.06.2008



Hallo,
neu in der Communitiy und schon eine Frage die vermutlich den Blutdruck einiger eingefleischter Altbau-Fans rapide ansteigen lässt.
Schonmal "Sorry" dafür...
Wir haben aktuell ein Einfamilienhaus zum Kauf angeboten bekommen. Baujahr ca. 1950. Baumaterial überwiegend roter Sandstein.
Wir würden im Falle des Erwerbs gerne die Aussenfassade verputzen.
Ist dies möglich, ohne der Substanz auf Dauer zu Schaden??
Wenn ja, mit welcher Art von Putz??
Vielleicht hat jemand mal das ein oder andere Bild von bereits Verputzen Gebäuden gleicher Bauweise.
Nicht zuletzt ist das ganze natürlich eine Preisfrage...
Ist denn das ganze Vorhaben preislich vergleichbar mit "normalem" Verputzen einer Aussenfassade??
Vielen Dank der Communitiy für die Hilfe, schonmal im vorraus.
Grüße aus der Pfalz



Außenputz



Hier ist Außenputz dringend geboten.
Wie die äußere Erscheinung aussehen soll, hängt von Ihrem Geschmack und der baulichen Umgebung ab.
Der Untergrund spielt bei Ihnen im Hinblick auf den Preis beim Außenputz kaum keine Rolle.
Allerdings sollten Sie sich überlegen, bei der Gelegenheit über eine Verbesserung des Dämmwertes nachzudenken. Ein Dämmputz sollte bei der Dachform mit drin sein.

Viele Grüße





Hallo,
Es wird viel Material gebraucht werden.
Insofern ist es also kein ganz "normales " Verputzen der Fassade.
Außerdem muß der Dämmputz mehrlagig aufgebracht werden. Ich würde alles in allem mal mit 80 - 90 €/m² kalkulieren. Dann wird immer noch eine Befreiung von den Vorschriften der EnEv notwendig sein.
Das kann man bei den Preisverhandlungen ja mal mit einbringen.
Derzeitige Energieeffizienzklasse dürfte F-- sein.

Das Giebeldreieck könnte man ja verbrettern / verschiefern / verblechen.
Im Bereich der Gauben und des Biberschwanzdaches dürfte die Dämmung auch gegen Null tendieren.

Grüße vom Niederrhein



Schäden auf Dauer



Würden sich für das Baumaterial auf lange Sicht hin irgendweclhe Nachteile ergeben.
Ich habe jetzt - hier im Forum - schon mehrfach gelesen das der Sandstein weiter arbeiten muss. Ist dies nach dem anbringen von Dammputz überhaupt noch möglich.
Vielen Dank für die bereits erteilten Anworten.
Grüße aus der Pfalz



Sandsteinfassade



Wenn Sie einen einigermaßen elastischen Putz aufbringen ja.
Zement verbietet sich von selbst.
Es gibt schließlich Sandsteinbauten, die (verputzt) einige hundert Jahre gehalten haben.

Grüße



Sandstein verputzen



Hallo Blade,
Historische Steinbauwerke waren in der Regel verputzt.
(Auch die Elisabeth-Kirche in Marburg zB.)
Die Natursteine wurden ja oberflächennah abgebaut und waren bereits vorbewittert.
Der Putz diente als Schutz gegen den natürlich sauren Regen.
(Kohlensäure in der Luft)
Viele Grüße



Mein altes Auge...



...vermag auf dem Foto nur Ziegel zu erkennen. Aber Sie sind näher dran.

In der jetzigen Fassade ist ja wohl nichts, das unbedingt sichtbar bleiben müsste. Deshalb würde ich die Fassade komplett dämmen. Die Idee mit der Verbretterung des Giebels gefällt mir, der Rest dann geputzt. Da solche Maßnahmen gefördert werden, sollte ein schlüssiges Gesamtkonzept (incl. Dach) erstellt werden.

Auch wenn Sie auf diese Weise mehr Geld anfassen müssen als ursprünglich gedacht - hier wäre die Außendämmung sinnvoll.

Grüße

Thomas



Dämmen oder nicht dämmen -



- das ist hier die Frage.

Das Haus war auf jeden Fall zum Verputz vorgesehen. Der Sockel war zur Sicht gedacht, ebenso die Sandsteingewände und Sohlbänke.

Bei Sandsteinmauerwerk sollte man einen nicht zu harten Putz wählen. Vielleicht einen NHL2-Putzmörtel (Natürlich-hydraulischer Kalk als Bindemittel, z.b. NHL-P von Tubag).

Bei Wärmedämmung nach EnEV-Standard (ab 14 cm) geht erst mal alles an der Fassade verloren: Sockel, Gewände, Dachüberstand. Das sollte man sich überlegen - es ist eben dann ein neues Haus von außen.

Beste Grüße aus der Vorderpfalz

Marc Sattel



zivilisation



in zivilisierten Teilen des Europas [z.B.in Polen ;)]Putz auf der Sandstein ist ein Syononym von Dumheit. In noch kulturvoller Laender blosse Idee der Sandstein zu verputzen gilt als Verbrechen und ist strafbar

beste Gruesse
marek trojanowski
www.keramik.hybris.pl



@marek trojanowski



Die Hybris (griechisch ?ß??? „der Übermut“, „die Anmaßung“) bezeichnet eine Selbstüberhebung, die sich, insbesondere unter Berufung eines gerechten göttlichen Zorns, der Nemesis, rächen muss.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



@ Marek Trojanowski



na Klasse, ein echter "Trojaner".

In Wirklichkeit wollen Sie ja wohl mit einem offensichtlich blödsinnige Beitrag Ihre Seite bewerben, wo man dann ein paar Baumaterialien findet. Ziemlich unseriös für einen zivilisierten Teil Europas [z.B.in Polen ;)

Grüße

Thomas



@Graf Thomas von Restauratio und GMBH



widzisz Tomus, strone z materialami budowlanymi reklamuje w dziale "ogloszenia" na tym forum i robie to od dawna. zreszta ona reklamy nie wymaga. ale widze jak ty sie pocisz zeby zdobyc moze jakies zlecenie dla restauratio gmbh. viel Spass! mój drogi niemiecki kolego. jezeli nie masz pojecia co to "trojan", to nie pisz o prawdziwych trojanach. przydalaby ci sie lekcja historii, lektura Iliady - lub chociaz Razina, moze troche nauki o programach komputerowych. wówczas moze nie bedziesz sie blamowal mistrzu od cudownych wpisów.

beste Gruesse
marek trojanowski
www.keramik.hybris.pl



Kann mir mal bitte einer



schnell die Schimpfwörter aus dem letzten Beitrag übersetzen, ich würde gerne noch was lernen.



uebersetzung



der beste Uebersetzer von allen Sprachen auf deutsch is natuerlich Graf Schenk Von Thomas und Restauratio. er weisst alles, er weist warum man schreibt, wozu ist ueberhaupt der Sprache erfunden worden. er kann jeder Hintergrud. Wenn kein Hintergrund oder verborgene Zweck existiert, er kann solche schnel finden. bisher habe ich gedacht dass bloss Kaczynski (ex polnische Ministerpraesident) solche Denkenart becherschen hat, aber hat es sich gezeigt dass auf diesen Forum heiliger Aurelius Augustinus seine Nachfolger gefunden hat.



Was für ein Unsinn...



Statt den polnischen Trojanern und Ihren Komplexen werde ich mich jetzt den schönen Dingen des Lebens widmen, nach halb zehn abends sicher die bessere Idee.

Irgendwas Sachliches kann man ja darauf nicht erwiedern.

Grüße

Thomas



Putz?



Hilfe! Ich kapier die Beiträge wiedermal nicht!

Der Fragesteller „Blade“ fragt:
„Wir würden im Falle des Erwerbs gerne die Aussenfassade verputzen.
Ist dies möglich, ohne der Substanz auf Dauer zu Schaden??
Wenn ja, mit welcher Art von Putz??“

Geht das denn jetzt mit Kalkputz (Herr Beckmann: „Wenn Sie einen einigermaßen elastischen Putz aufbringen ja.“), oder eher nicht?

Dann sagt auch noch Herr Trojanowski:
„in zivilisierten Teilen des Europas [z.B.in Polen ;)]Putz auf der Sandstein ist ein Syononym von Dumheit.“

Also doch kein Putz.

Was ist denn jetzt richtig?

Marita Kerr



Putz?!?!?!?!? Zusammenfassung



Verputzen? Ja, wie es auf dem Bild aussieht ist die Fassade im oberen Bereich ohnehin schon mit anderem Material ausgebessert worden (kann auch täuschen) und wenn Verputzt wird, dann mit einem sehr weichen Putz, also kommt nur ein Kalkputz in Frage, dieser schadet der Fassade nicht, sondern im Gegenteil, er hält den Sandstein trocken und schützt so vor Frostschäden.
Alternativ in Frage kämen ein Kalk-Dämmputz z.B. Klimasan oder eine Holzfaserdämmung.

´Putz auf der Sandstein ist ein Syononym von Dumheit´: Die Aussage ist wohl so ernstzunehmen, wie die nachfolgenden Beschimpfungen des gleichen Autors,.

In der Hoffnung auf eine jetzt sachliche Diskussion
Tobias Büttner



@ Marita



Da kann ja wohl nur einer von beiden recht haben.

Wenn Sie die Fassade genauer betrachten, finden Sie Fugen, die sogar um die Schlagregendichtigkeit fürchten lassen. Auf Natursteinmauerwerk ist Putz zumeist erforderlich.

Und wie war es früher? Entgegen den kruden Behauptungen hier im thread sind Natursteinwände ursprünglich meist verputzt gewesen. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen, insbesondere auch bei repräsentativeren Bauten. Einfachere und auch bürgerliche Bauten bis zum Ende des 19.Jh. sind schon deshalb meist verputzt gewesen, weil das Herstellen wirklich glatter Flächen mit einem sehr hohen Aufwand verbunden war - schließlich wurden gebrochene Steine verwendet. Das sieht man auch daran, daß in Sandsteinwänden oft auch Ziegelstücke, insbesondere auch Dachziegelstücke zum Fugenverfüllen, mitvermauert wurden. Das änderte sich erst gegen Ende des 19.Jh., als z.B. gesägte Sandsteine erschwinglich wurden. Dresden hat einige sehr schöne Gründerzeit - bzw. Jugendstilhäuser mit Sandsteinfassaden in Sichtqualität.

Der Blick auf die Vergangenheit ist heute allerdings verklärt und romantisiert. Altes wird mit Begriffen wie "Natürlich", "Ursprünglich" und "Echt" belegt. Aus diesem Grunde hat die Materialsichtigkeit einen wesentlich höheren Stellenwert bekommen als je zuvor.

Viele überarbeitete Sandsteinfassaden bestehen aus heute sichtbaren Bruchsteinen, die Putzreste wurden entfernt. Das kann mitunter auch technisch problematisch werden, da Sandsteine sehr gut Wasser ziehen. Bei älteren Außenwänden, wo oft nur Außen- und Innenseite aus behauenen Steinen gebaut wurden, wurden zudem gern Putz- und Steinreste in der Mitte versenkt, was bei Wassereinbrüchen durch Schlagregen zu Schäden führt. Zusätzlich verbessert ein Putz die Dämmung der ja eher kalten Sandsteinwand.

Im Bereich der Holzböden wird man im Übrigen ebenso "romantisch". Dielenböden, die mit "Ochsenblutfarben" o.ä. gestrichen und geschützt wurden, werden heute auch von mir in Größenordnungen geschliffen und geölt. Das entspricht unserem heutigen Wohnstil, ist baubiologisch vorteilhaft - aber historisch gesehen ist es nicht korrekt. Gleichzeitig ist natürlich ein geölter Fichtenboden weicher als einer, der im Laufe der Jahre immer mal wieder eine neue Lackkruste bekommt.

Upps, das ist ja etwas länger geworden als gedacht. Jetzt stürze ich mich in die Vorbereitungen für das Elbhangfest.

Besucher sind willkommen auf der Pillnitzer Landstraße 124 in Dresden. Hier ein Bild aus dem Vorgarten meines Sandsteinhauses (beim Thema geblieben:-). Live on Stage: The Bagles (2006).

Grüße

Thomas





Hallo Herr Blade,

zunächst einmal ist man gut beraten, nicht einfach etwas zu glauben, sondern Argumente, die von Fachleuten für einen interessierten Laien vorgebracht werden, auf Ihre Nachvollziehbarkeit hin zu überprüfen.
So finde ich das, was vom Kollegen Böhme vorgebracht wird, absolut nachvollziehbar.
Sie sollten nicht nur, Sie müssen verputzen, wenn Sie nicht ein halbfertiges Haus bewohnen wollen. Denn das ist es: Dem Bauherrn ist damals einfach das Geld ausgegangen. Gerade in der Pfalz, auch im Moseltal, also klimatisch begünstigten Gegenden, hat man den ursprünglich vorgesehenen Putz nach Einzug auf den St.Nimmerleinstag verschoben. Zahlreiche unfertige Häuser in der Region (sogar steinsichtiger Hohlblock) belegen das.
Altbau-Niveau (also Enev - 40%) wird dämmtechnisch nicht einfach, weshalb ich noch einmal über die Verkleidung des Giebeldreiecks - OG und Spitzboden - nachdenken würde.
Im Rest würde ich einen dicken mehrlagigen Wärmedämmputz auf Kalkbasis nehmen (Climasan-Perlit)oder ein VWS-System auf basis Holzweichfaserplatte, wie von Tobias Büttner angeregt.
Anyway: das Haus ist erst komplett, wenn auch die Fassade dran ist.

Grüße vom Niederrhein





Herr Büttner,
vielen Dank für ihre aufklärenden Worte und den Hinweis auf „Klimasan“, werde gleich mal nachschauen, was das genau ist.

Herr Böhme,
Ihnen auch vielen Dank, besonders auch für den Blick in die Vergangenheit. Sehr interessant ist der Punkt mit der Materialsichtigkeit, und damit zusammenhängend Ihr Hinweis auf eine Tendenz zur „Romantisierung“ in der heutigen Zeit. Schönes Elbtalfest!

Marita Kerr