Fassadenputz ohne Dachüberstand

19.07.2006



Wir renovieren unser Haus (kein Fachwerk!), Jahrgang 1927. Die Fassade muß erneuert werden, das Mansarddach ist noch in Ordnung, hat aber leider an den Giebelseiten keinen Dachüberstand. Wir wollen die Fassade durch eine Fachfirma erneuern lassen, leider ist der fehlende Dachüberstand ein Problem.
Der Putz stößt direkt an die Dachziegel an und deswegen kommt es zu Rißbildungen.
Eine Firma will die letzte Reihe Dachziegel aufnehmen und durch Ortgangziegel ersetzen, die aber dann ein anderes Aussehen als die vorhandenen Ziegel haben, eine andere Firma will zwischen Dachziegel und Putz etwas "Elastisches" einsetzen.Im Kostenvoranschlag wurde nicht darauf eingegangen und auf Nachfrage erhalten wir keine Antwort.
Kann man denn einfach eine Dachüberstand "ransetzen"?
Gibt es noch andere Möglichkeiten?
Gruß aus Berlin Ilona



Dachvorsprung



Einen Dachüberstand kann man auch verlängern lassen! Mal mit einem guten Zimmermann sprechen.
"Etwas Elastisches"-hört sich an als ob der Riß nur mit Acryl oder Silikon verschloßen werden soll! Beides ist nur eine Schönheitskorrektur!Über kurz oder lang stehn sie wieder vor dem selben Problem,da das Zeug wieder abreißen wird,dann kann Wasser eindringen und der Mist geht von vorne los!



Dachüberstand?



Dachog. Der fehlende Dachüberstand an den Giebeln ist kein Problem. Man hat ebenso gebaut und es hält heute noch. Wollen mal sehen nach der "Sanierung" wann endlich mal saniert werden muß. Uns stößt es nur heute an, weil der Dachüberstand nicht groß genug sein kann. Gibt es denn Probleme, Feuchtigkeit im Mauerwerk oder so? Das Regenwasser läuft heute wie damals vom First zur Traufe. Die Dachziegel sind auf dem Giebelmauerwerk satt in Mörtel verlegt, von da kann kein Wind und Schlagregen eindringen. Die festgestellten Risse sind warscheinlich Setzrisse, weil der Putz augenscheinlich zu dick aufgetragen wurde. Probleme gibt es allerdings, wenn man beabsichtigt, eine WDVS-Fassade auszuführen. Bei diesem Vorhaben soll man schon bestrebt sein, zu verhindern, daß Regenwasser von oben hinter die Fassade läuft und es zur Eisbildung kommt. Da die vorgeschlagenen Ortgangsteine nicht zur Dachdeckung passen, nehme ich an, daß das Dach mit Betondoppelrömer eingedeckt ist. Ich würde vorschlagen, den Einsatz von Ortgangwinkeln zu prüfen. Diese gibt es in den verschiedensten Längen und aus den unterschiedlichsten Materialien, Eternit, Weißblech, Aluminium usw. und können entsprechen des Bedarfs abgelängt werden. Wer es rustikal haben will und passend für jede Ziegelsorte sollte die Verwendung von Windbrettern für den Ortgang prüfen. Mfg ut de Oltmark



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Hallo, vielen Dank erst einmal für die Antworten.
Da ich der blutigste Laie überhaupt bin, habe ich zum besseren Verständnis die Fotos reingestellt.
Wir wollen keine Wärmedämmung. Unsere Mauerdicke hat 38 cm und in der Mitte ist ein Hohlrand,wie mir gesagt wurde, auch so eine Art Wärmedämmung. Der Putz ist total hin, aber Feuchtigkeitsschäden haben wir nicht, oder noch nicht.
Das Problem ist eben nur die Verbindung Dach/Putz. Man sieht ja auch,daß an diesen Stellen der Putz abfällt. Das Dach wollen wir erst in paar Jahren neu decken lassen. Wenn ich alles richtig verstehe gibt es 3 Alternativen,
1. Dachverlängerung mit anderen Ziegeln
2. Ortgangwinkel
3. Windbrett
Eine Firma sprach davon, die letzte Reihe Ziegel aufzunehmen und stattdessen Ortgangziegel zu verlegen. Wär dies auch eine Alternative? Dies wären natürlich andere Ziegel als der Rest. Aber kann man diese mit den vorhandenen, alten Ziegeln verbinden und wenn ja, sollte dies der Dachdecker machen oder die Fassadenfirma? Was kommt überhaupt zuerst, die Dachveränderung oder der neue Putz?
Welches ist die beste Alternative?
Ich hab´leider noch eine Frage. Der Sockel ist eingefaßt durch eine Art Fliesen, ein Spritzschutz (s. Foto) Diese sind praktisch vor den Putz gesetzt und das Regenwasser setzt sich auf der Oberkante ab. Wenn alles gut verfugt wird, ist dies als Spritzschutz geeignet oder sucht sich das Regenwasser seinen Weg und die Fliesen sind eher ein Gefahrenpunkt für die Fassade
Fragen über Fragen
Gruß aus Berlin Ilona



Dach und Fliesen



Würde ja zu gerne wissen,was das für "Elastisches" Zeug sein soll,das die eine Firma da zwischen Putz und Dachziegel einbringen will! Kann mir da beim besten Willen nichts vorstellen außer Silikon oder Acryl,bin aber auch kein Dachdecker oder Zimmermann!Aber auf die Schmarre würde ich verzichten!
Die Sockelfliesen würd ich sofort runterschlagen! Sieht so aus,als ob Feuchtigkeit hinter den Fliesen im Mauerwerk hochgezogen ist,und oberhalb der Fliesen schon den Putz und den Anstrich schädigt! Irgendwo muß die Feuchtigkeit ja raus! Auf der Fliesenoberkante kann Regenwasser gut stehenbleiben und vom Putz aufgesaugt werden,es bilden sich auch schon langsam grüne Algen oder Moose! Ist nicht schön,Moose speichern Wasser und früher oder später wird auch da der Putz geschädigt! Algen gelten,glaub ich,nur als Schönheitsfehler,schädigen den Putz also nicht. Beide sind meist nur mit Algiziden und Fungiziden zu bekämpfen! Das Zeug wird auch in Fassadenfarben als Zusatzstoff verwendet,baut sich aber mit der Zeit ab,so das wieder mit Befall zu rechnen ist!





Hi Ilona,
...es ist vielleicht nicht mehr so üblich, aber durchaus noch
in Verwendung: Tierhaarmörtel.
In Dänemark ist man sich für den Gang zum Schlachter nicht zu
schade, um sich die notwendigen Fasern zu besorgen ;-)
Das ist im besten Sinne bewehrt.
Bei "elastischem Mörtel", ich kann mir nicht helfen, kommt mir
sofort etwas kunststoffmodifiziertes in den Sinn...
meint
Matthias



Dachüberstand



Hallo Experten,
vielen Dank für die vielen Ratschläge, mir ist da wirklich weitergeholfen worden.
Hoffentlich klappt es in diesem Jahr noch mit der Fassadensanierung und hoffentlich gibt es keine bösen Überraschungen.

Gruß aus Berlin

Ilona