Aufbau Außenputz

22.02.2005



Hallo,

nun ist bei uns die Fassade an der Reihe.

Das gesamte Gebäude (EG Sandstein, OGs Fachwerk mit Ziegel bzw. Bimsausfachungen) ist schon seit langer Zeit verputzt. Es scheinen 2 Schichten mineralischen Putzes zu sein. In den Fachwerkbereichen wurden teilweise Schilfrohrmatten mit eingeputzt.

Dieser Aufbau scheint über die Jahre gut funktioniert zu haben, denn es gibt in den Wänden keinerlei Feuchte oder marode Bereiche. Nun ist das Ganze aber ziemlich rissig und bröselt/sandet ziemlich ab, es muß halt was gemacht werden.

Bzgl. der Dämmung des Gebäudes planen wir auf alle Außenwände von innen 60mm Holzweichfaserplatten mit Lehm aufzuschlämmen und mit Wandheizung zu belegen. Die Wahl für die Innendämmung fiel aufgrund der im EG vorhandenen Sandsteinlaibungen der Fenster. Diese sollen weiterhin offen sichtbar bleiben.

Wir haben nun verschiedene Maler mit Fachwerkerfahrung befragt und folgenden Konzepte genannt bekommen:

1. Gesamten Altputz abschlagen und Aufbau mit 50mm Klimasan Perlit Dämmputz, mineralischem Kalkoberputz und Silikatfarbe. Diese Variante ist recht teurer und müßte so viel Dämmung wie ca. 30mm Holzweichfaser bringen.
2. Losen Putz mit Dampfstrahler entfernen, Fehlstellen mit mineralischem Spachtel ausgleichen und Oberputz mit eingefärbtem Silikatputz (alternativ Silikonharzputz).
3. Losen Putz mit Dampfstrahler entfernen, Fehlstellen mit mineralischem Spachtel ausgleichen, Oberputz mit mineralischem Kalkputz und Silikatfarbe (alternativ Silikonharzfarbe).
4. Losen Putz mit Dampfstrahler entfernen, Fehlstellen mit mineralischem Spachtel ausgleichen, Oberputz mit mineralischem eingefärbtem Kalkputz Klimasan Antik.

Die Vor- und Nachteile dieser Varianten sind für uns als „Putzlaien“ kaum überschaubar. Kann uns jeman von Euch Raut geben?

Viele Grüße



Aussenputz!



Hallo Familie Wolf

Sehen Sie das Ganze ganzheitlich!

Lieber einfach und richtig, als teuer, komliziert und schlecht!

Wenn der Putz funktioniert, warum dann sanieren; evtl nur ein Kalkanstrich!
Ich würde keinerlei Silikat, Silicon etc. Putze, Farben etc. verwnden sondern nur reinen Kalkmötel (Luftkalkmörtel) und mit Kalkfarben streichen.

Hier auf die Reinheit achten: nur Putze verwnden, die alles deklarieren was drinnen ist - da gibt es einige "weiße Schafe", die schwarz sind.

Brauchen Sie fachliche (objektive) Beratung??

Unterfranken wäre nicht so arg weit weg!

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Ist nur der bestehende Aufbau sinnvoll?



Hallo Florian Kunz, hallo übrige Gemeinde,

die Philosophie mit dem einfach und richtig (möglichst vollständige Fortführung der bisher verwendeten Techniken) versuchen wir bis jetzt durchzuziehen. Bis jetzt klappt dieses auch recht gut und wir sind uns sicher, daß wir mit dem späteren Ergebnis auch über viele Jahre unsere Freude haben werden.

Trotz aller Überzeugung und Liebhaberei alter Techniken und Werkstoffe ist nicht alles was alt ist gut und nicht alles was neu ist schlecht. Wir denken, daß es bei allen Entscheidungen sinnvoll ist sich in alle Richtungen, neu wie alt, zu informieren und anschließend gründlich abzuwägen. Es ist richtig, in den meisten Fällen landet man doch wieder beim Alten.

Da in diesem Fall an dem alten Putz (und nicht nur an der Farbe) sehr stark der Zahn der Zeit genagt hat, möchten wir den bestehenden Aufbau hinterfrage und gerne Eure Meinung hören. Auch wenn wir u.U. wieder beim alten Aufbau landen.

Danke schon einmal für die Meinung von Florian Kunz!

Viele Grüße



Neuer alter Putz!



Hallo Katrin, Hallo Mathias!

Es ist der Disput den die Denkmalpfleger gern führen.
Die Bewahrung des Alten und die Fortschreibung der Hausgeschichte.
Meine Frau ist Restaurator und Denkmalpfleger.
Wenn ich dann mitunter eine Untersuchung sehe, bei der 2, 5 ,8 oder mehr Putzschichten zu ermitteln sind, und die dann jeweils aufgrund Ihrer Beschaffenheit oder Farbe verschiedenen Zeiten zugeordnet werden können, so öffnen sich schon Fenster in die Vergangenheit.

Allerdings kann ich das mit den Neu auch ganz gut verstehen, denn schließlich lebt man ja nicht im Museeum. Und die riesigen gerade auch finanziellen Aufwände die in der Restaurierung betrieben werden, sind für Menecken wie uns kaum zu bewerkstelligen.

Mein Vorschlag, losen Putz ab, solltet Ihr Zweifel haben ob bestimmte Bereiche tragen, nehmt Sie lieber runter.
Dann wie der Florian schon ausgeführt hat, mindestens zweilagigen Luftkalkmörtel und im Oberputz freskal eine Farbe abbinden lassen.
Wenn Ihr das selbst macht, kostet es Euch ein paar Tonnen gewaschenen Kies, ein paar Säcke Weißkalkhydrat, vieleicht 2 oder 3 Eimer Sumpfkalk als Angstzuschlagstoff und einen Sack Pigmente.
Wichtig beim Luftkalk ist nicht so sehr die Qualität der verwendeten Grundstoffe sondern vielmehr die Art der Verarbeitung.
Das ganze kann man sich dann auch von jemandem machen lassen, der das noch kann. Wird auch nicht richtig teuer.

Finger weg von allen Fertigprodukten. erst recht von irgendwelchen den K- oder U- oder xyz-Wert verbessernden Materialien. Fressen nur Geld und bringen nicht viel.
Wenn es eine beschichtende Farbe sein muß bleibt nur ein Kalkanstrich, die sind noch halbwegs brauchbar. Sehen aber bei weitem nicht so schön aus!

Mit den besten Grüßen


Der Ingo vonne Köst