Zum Thema elektrophysikalische Verfahren

10.02.2007



Ich fand noch einen Beitrag der mir aus der Seele spricht und den Kern der Sache trifft.
Trockenlegung ist schwierig!
Lieber Leser,
Es ist und bleibt eine Tatsache, dass feuchte Keller unangenehm, ungesund und weitverbreitet sind. Ein altes Gemäuer trocken zu legen ist nicht einfach und bedarf eines Fachmannes. Und die Durchführung ist meist eine aufwendige, staubige und sehr teuere Angelegenheit. Um so verlockender ist es, eine etwas billigere, saubere und hochmoderne, weil vollelektronische Methode zu wählen.
Kein Wunder, dass diese Diskussion in vollem Gange ist und wohl nie zu einem Ende kommt. Die Sache hier scheint jedoch langsam in Okkultismus und Fanatismus auszuarten. Vieles scheint mehr mit Glauben und zu tun zu haben, als mit Fakten.
Wem es beim Lesen nicht aufgefallen ist, dem möchte ich hier erklären, was ich zwischen den Zeilen erkenne:
Es gibt angeblich "ECHTE" und "FALSCHE" Fachleute.
Die "FALSCHEN" sind die Akademiker. Sie missbrauchen ihren Titel und berufen sich blind auf das, was man beweisen kann und was der gesunde Menschenverstand sagt. Diese Menschen seien "gestört" und "Betrüger" und gehören sich nach § 263 für 10 Jahre hinter Gitter. ... also wirklich!
Die "ECHTEN" beschreiben die WIRKLICHKEIT und das recht blumig und dialektisch. Denn die Wirklichkeit hat ja viele Seiten, die man nicht verstehen muss. Nur GLAUBEN muss man sie. Überhaupt gibt es ja so viele Wirklichkeiten und (Halb-)Wahrheiten.
Selbst ein Mitarbeiter von EURAFEM schreibt ja auf seinen zahlreichen Seiten, dass die Elektroosmose alleine nicht der Weisheit letzter Schluss im Zusammenhang mit Trockenlegung ist. Deshalb empfiehlt er eine Bündelung von Maßnahmen, was völlig korrekt ist, und was jeder Vernunftmensch nur unterstreichen kann. (Um das Haus herum aufgraben und abdichten, die Ursachen der drückenden Feuchtigkeit beseitigen, kaputte Dachrinnen erneuern, richtig lüften usw.) Wird durch eine Maßnahmenbündelung dann die Mauer trocken, so ist das der gewünschte Effekt und man darf sich freuen. Doch was man nicht darf, ist dann zu behaupten, EINE der Maßnahmen sei der Grund des Erfolgs. Man dürfte solch einen "Erfolgskeller" dann auch nicht mehr als REFERENZOBJEKT bezeichnen, doch wer kann das verbieten?
Das ist, als hätte ich Kopfschmerz, nehme Medikamente, unternehme sonst was und halte einen Magneten an den Kopf. Und wenn der Schmerz weg ist, erzähle ich Jedem, Magnetismus hilft gegen Kopfschmerz... (ja, ich weiß... Halbedelsteine sind da besser...) Nach dem Motto: "ich weiß zwar nicht wie, Hauptsache es hat geholfen." Und wir wissen alle, dass dieses Beispiel nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern dem traurigen Alltag entstammt. Meine Tante BESITZT so ein Magnetarmband. Dieses Beispiel spiegelt nur die Hilflosigkeit der Betroffenen wider, genau wie oft Hausbesitzer mit feuchten Kellern hilflos sind.
REFERENZOBJEKTE gibt es tatsächlich viele. Je weiter weg, desto besser. Das Parlament in Budapest ist so weit weg, dass sich darauf mindestens zwei Firmen berufen (sogar mit genau demselben Foto) und behaupten, sie hätten dieses Riesenobjekt ganz alleine trocken bekommen. Nur gut, dass man in Ungarn nichts davon weiß!
Ein Mitarbeiter von Eurafem behauptet, die Gegner würden keine Entlastenden Informationen sammeln. Ich würde ja gerne mal etwas Entlastendes lesen, habe aber bis jetzt noch nichts gefunden, was auch glaubwürdig und beweisbar wäre. Im Gegenteil: Unzählige Firmen bieten Ihre Geräte an und obwohl viele dabei in Funktion und angeblichem Wirkprinzip vergleichbar sind, ist meist nur das Eine der Firma X das allein selig machende. Alle anderen Anbieter seien ja unseriös. Hier macht einer den anderen madig, einer blökt lauter als der andere und es zeigt sich, dass es nicht nur einige schwarze Schafe gibt, sondern in der Herde offensichtlich die weißen Schafe fehlen! Denn wenn es die gäbe, dann hätten sie sich längst gegen die Schlechten der Branche zur Wehr gesetzt, um den Ruf zu wahren. Doch lieber verklagt man jeden, der sich kritisch gegen die Branche äußert.
Schaut man genauer hin, werden ständig Begriffe verwendet, die kein Laie versteht und die der Fachmann als leere Worthülsen entlarvt.
Dreh- und Angelpunkt ist der Kapillareffekt, den man beeinflusst. Da wird mit dem Erdmagnetfeld argumentiert, dann müssen Tachyonen (Elementarteilchen, die man bis heute nicht nachweisen kann) für die Energie herhalten. Überhaupt wird mit den Begriffen Energie und Ladung völlig unwissend umgegangen. Dann holt man sich ein Orbital aus der Chemie, eine Larmorfrequenz aus der Physik der Magnetresonanz, eine Kapazität aus der Elektronik, ein Zetapotential aus der Strömungslehre, eine Funkwelle aus der Hochfrequenztechnik. Die Liste hat kein Ende.
Jedoch: Funkwellen und Elektroosmose haben so viel gemeinsam, wie ein Fisch und ein Fahrrad. Und immer wieder ist die Rede davon, dass man dem Wasser eine INFORMATION mit auf den Weg aus dem Mauerwerk gibt, ja die POLARITÄT des Wassers umkehrt. Das klingt dann schon nach Homöopathie. Lassen wir das Wasser doch einfach ferngesteuert bergauf fließen. Es ist ein heilloses Durcheinander an Erklärungsversuchen, die alle darauf abzielen, dass sich keiner damit beschäftigen soll weil es so kompliziert klingt. Wichtig ist alleine, dass der dumme und hilflose Ottonormalverbraucher und Häuslebauer seinen Geldbeutel aufmacht.
Der MA schreibt: "In der Praxis werden die Gebäude trocken, aber in der Theorie kann man noch nicht ganz genau erklären warum." Es geht hier doch angeblich um ausgeklügelte HiTech... Das wäre dann so als hätte man den Dosenöffner lange vorher erfunden, noch bevor es je Konserven gab. Aua!
Zum Abschluss noch eine Bemerkung zur "SELEKTIVEN INFORMATION":
Jeder dreht sich die Tatsachen so hin, wie er sie am besten brauchen kann. Das ist richtig. Aber zum Glück ist das hier das Internet und Jedem ist es freigestellt, sich die Informationen zu beschaffen, die er möchte. Wie man damit umgeht und was man davon glaubt und was nicht, muss jeder selbst entscheiden. Und JEDER darf hier seine Meinung äußern, sofern diese den Spielregeln entspricht.
Name: Willi Müller, E-Mail: elektroosmosetaugtnix@gmx.de
Dem ist vorerst nichts hinzuzufügen.
Eine weitere, sehr gute Homepage ist neu eingerichtet und richtet sich an Geschädigte von "Elektroosmose" oder anderer elektrophysikalischen "Trockenlegungsunsinn".
www.aquapol-unzufriedene.at
Hier ist ein Betroffener im Kampf mit einem Vertreiber und möchte sein Geld zurück, weil es halt keine Verbesserung gibt.



ja



Herr Bromm hat hier ein schönes Zitat gefunden. Ich sehe die Sache ganz ähnlich wie Herr Bromm. Oft setzen die Leute zweierlei Maßstab an, damit sie sich bloß für eine Sache entscheiden können, die ihnen symatischer klingt, ohne dass eine saubere technische Grundlage dahinter steht.
Ulrich Arnold



Hatte mich auch mal



mit dem Thema befaßt. Habe dann von irgendeinem Institut(habe aber leider keinen Link) eine recht wissenschaftliche Untersuchung gefunden. Die konnten doch wirklich nachweisen, das beim Anlegen von 200V!!! an eine Wand das Wasser um unglaubliche 6cm weniger hoch steigt. Als Ergebnis
haben sie dann festgestellt, das es einen Effekt gibt der aber für praktische Mauerwerkstrocknung nicht nutzbringen ist.

Gruß Marko



Prof Venzmer



Guten Tag, etwas in der Richtung: ab 200 Volt wirksam für Wassertzransport -Richtung aber eher Glücksspiel- hat eine Arbeitsgruppe um Prof. Venzmer einmal herausgefunden. Für die Praxis also wohl nicht geeignet. Gruß Ulrich Arnold



Na, ja es waren Arbeiten von Prof. Schneider der TU in Wien



Aufbauend auf den Grundlagen von Prof. F. H. Wittmann der sowohl an der ETH in Zürich als auch vorher an der TH Lusanne und Delft lehrte.
Veröffentlichungen hierzu sind nachzulesen auf der Seite
FOLKER WITTMANN
FREIBURG, AEDIFICATIO VERLAG GMBH, VERLAG FÜR BAUWESEN, BAUPHYSIK, ARCHITEKTUR, BAUDENKMALPFLEGE UND ...
http://www.institute.aedificat.de/



Nachtrag



Hallo Herr Bromm, ich bezog mich auf einen Vortrag von Prof. Venzmer bei der 52. Bautenschutzkonferenz des DHBV. Dort werden durchgeführte Laborversuche beschrieben, die an einzelnen Ziegel- und Sandsteinen durchgeführt wurden. Ich habe aber aus dem Gedächtnis diese Quelle mit einer anderen, "die ich im Hinterkopf habe" vermischt. Ich habe meine Literatur nicht daraufhin untersucht. Von Untersuchungen an der Uni Wien habe ich auch schon einmal gelesen, mag sein, dass ich da irgendetwas nicht richtig zusammengefügt habe. Anbei noch ein Zitat aus dem Vortragsskript von Prof. Venzmer: "... Außerdem ist, je nach eingestztem Baustoff, eine Mindestfeldstärke von ca. 20-50 V/m notwendig, um einen elektroosmotischen Transportprozess in nennenswertem Umfang auszulösen. Diese Ergebnisse lassen bei allen Unsicherheiten und materialbedingten Unregelmäßigkeiten ... die Schlussfolgerung zu, dass elektoosmotische Verfahren, die nur mit minimalen Spannungen und großen Elektrodenabständen arbeiten, höchstens marginale Ergebnisse erzielen können."
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Die sonderbaren Machenschaften eines Vertreibers von Zauberkasterln



Ein Betroffener der sich an mich wandte und viel Geld bezahlt hat wollte nachdem das Zauberkasterl keinen Erfolg brachte sein Geld zurück.
Dann kam der Ärger und es gab kein Geld. Daraufhin kam es zu einem umfangreichen Schriftwechsel (der mir vorliegt) und den Ausreden - die ich hier schon einmal eingestellt habe mit dem Ergebnis, dass der Kunde "Schuld" war weil er keinen Sanierputz aufbrachte usw....
Nach Androhung zur Polizei zu gehen und Strafanzeige zu erstatten kamen einige Vertreter der Fa. ....pol und erstatteten den Kaufbetrag.
Die Anzeige wegen Betrug ist somit wieder nicht möglich.
Die Firma zieht somit wieder den Kopf aus der Schlinge und andere Menschen fallen leider wieder darauf rein.



Elektrophysikalische Verfahren



Ich habe gerade zufällig einen anderen Anbieter gefunden. Bei dem wird nicht nur gekleckert, sondern richtig geklotzt.
Wer will, kann sich einen schönen Urlaub "verdienen"!

www.bio-tt.de

Viele Grüße

Georg



Da bin ich jetzt...



irgendwie total fasziniert.
(den gemeinsamen Gebrauch der Wörter "irgendwie" und "total" kann man sich gerne nochmal von Herrn Sick seinem Zwiebelfisch erklären lassen)
In Urlaub wollte ich immer schon mal wieder und Skifahren war ich diese Saison auch noch nicht.
Das aber viele ansonsten schneesichere Gebiete diesjährig frei von jedwedem weißem Vergnügen geblieben sind, kann ich mir nur durch den flächendeckenden Einsatz von Elektroosmosegeräten durch ultrarenitente Milchbauern erklären, die ihre Erträge für das laufende Jahr nochmals steigern wollten.
Da sich der oben verdeckt genannte Buchtitel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" ja spielend und problemlos in die Parole -Das Elektroosmosegerät ist dem Wasser sein Tod- abwandeln lässt, habe ich den Kreis in dieser kurzen Kolummne zur Technikgläubigkeit geschlossen und ende mit der Bemerkung, dass sie diesen Beitrag als irgendwie total off topic betrachten möchten



Parlament in Budapest



Hallo,

eine der Firmen die mit díesem Objekt wirbt ist Aquapol, welche tut es noch?



Da rühmen sich mehrere Vertreiber alles "trockengelegt" zu haben



Siehe auch: http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/4878$.cfm
aber wem darf man glauben?
Nach meinen Recherchen hat niemand etwas erreicht.
Weder einen Auftrag erhalten noch etwas zu trocknen.
Deswegen auch Zauberkasterl.