Probleme mit entdecktem Gewölbekeller

02.09.2014



Hallo liebe Forumgemeinde,
wir haben folgendes Problem mit unserem Gewölbekeller (16m² , Höhe 1,70 m) und bitten um Lösungsvorschläge.
Wir haben ein altes Bauernhaus Baujahr ~1800 gekauft und bei der Sanierung des Hauses einen mit Bruchsteinen zugeworfenen Gewölbekeller entdeckt, den wir ausgräumt haben und als Lager-/Weinkeller benutzen möchten. Der Boden ist ein klassischer Lehmboden. Zugang des Kellers von außen. Als wir den Keller ausgeräumt haben war der Boden fest und erdfeucht. Nach einem heftigen Regen ist Wasser in den Keller gelaufen und der Wasserstand unseres Hofbrunnens um gut 15 cm angestiegen (Wasser steht ab 1,80 m)
Ab diesem Zeitpunkt haben wir Problem den Keller wieder trocken, bzw. erdfeucht und fest zu bekommen, da drückendes Wasser von unten und auch durch die Wände kommt knapp über dem Bodenniveau des Kellers. Aufgrund des Wassers im Keller ist der Lehmboden sumpfig und wir haben auch keine Chance den Lehmboden wieder fest zu bekommen, da immer wieder etwas Wasser nachkommt und den frisch gestampften Lehm wieder aufweicht. Einem Tag nach dem stampfen steht so ungefähr 2-3 cm Wasser über dem gestampften Lehm, allerdings nicht gleichmäßig überall sondern mal mehr mal weniger.

Das Dorf steht in einer Senke und das ganze Dorf hat Probleme mit Wasser in Kellern zumindest in den ganzen alten vorhandenen Kellern. Ich habe mir auch schon zwei andere Keller angesehen, die das gleiche Problem hatten allerdings befindet sich unser Keller an einem tieferen Punkt.

Besichtigter Keller 1: Besitzer hat den aufgeweichten Lehmboden ein wenig abgetragen und dann eine Wasserundurchlässige Betonplatte auf den Lehmboden gegossen. Seitdem hat er einen "fast trockenen" Bruchsteinkeller oder zumindest einen begehbaren Boden.

Besichtigter Keller 2: Der Besitzer hat einen Pumpenschacht betoniert. Auch der Besitzer hat den aufgeweichten Lehm etwas abgetragen und dann eine Schicht Sand, darauf eine Schicht Split und darauf gebrannte Pflastersteine lose verlegt ohne zu verfugen. Die Fugen der Bruchsteinmauern des Gewölbekellers wurden ausgekratzt und mit einem Mörtelgemisch mit Dichtungsmittel wieder neu verfugt. Der Keller wirkt überwiegend „trocken“ und alle paar Tage springt die Pumpe an, um das angesammelte Wasser unter den Pflastersteinen abzupumpen. Bei einem starken Regenschauer merkt der Besitzer, dass die Pumpe „öfters“ läuft.

Getroffene Maßnahmen in unserem Keller bis jetzt: Pumpenschacht betoniert um ansteigendes Wasser überhalb des vorher trockenen Bodenniveaus abzufangen und mit Schmutzwasserpumpe abzupumpen. Eine Rinne an der Eingangswand betoniert, die in den Pumpenschacht führt um überlaufendes Wasser in den Schacht zu führen.
Wie würdet Ihr jetzt weiter vorgehen?
Problem ist das drückende Grundwasser welches von der Seite, als auch von unten kommt.
Von außen kommen wir nur an zwei Seiten an die Kellerwände, aber die eine Seite dürfen wir auf jeden Fall nicht bis unten aufgraben, wegen dem Gewölbe, da das Gewölbe bis nach unten geht.

Mögliche Maßnahmen/Überlegung 1: eine Betonplatte gießen wie im besichtigten Keller 1 und diese an den Kellerwänden so gut 10cm nach oben ziehen, also praktisch wie eine Wanne im Keller.

Mögliche Maßnahmen/ Überlegung 2: eine dünne Schicht Sand auf den Lehm, darüber eine Schicht Split als Dränschicht mit Gefälle zur Ablaufrinne an der Eingangswand und drüber lose Gehwegplatten Verlegen ohne zu diese zu verfugen. Allerdings läuft dann sicherlich die Pumpe mehrmals am Tag, da das Wasser sich ja bestimmt weiter durchdrückt und ständig in den Pumpenschacht nachläuft.

Unser Ziel ist es den Keller als Lager-/Weinkeller zu benutzen und trockenen Fußes in und aus dem Keller zu gelangen.

Wie würdet ihr vorgehen bzw. welche Maßnahmen würdet ihr ergreifen?

Vielen Dank im Voraus für eure Lösungsvorschläge.

Gruß
Charly



Keller



Jetzt wissen Sie warum der Keller verfüllt wurde.
Einen Pumpenschacht haben Sie schon- den Brunnen auf dem Grundstück. Außen über den Brunnen absenken ist gebäudeschonender als von innen, die Fördermenge ist aber um so größer.
Den Keller über einen Absenktrichter trocken zu halten ist eine Möglichkeit- nur wohin mit dem abgepumpten Wasser?
Sie brauchen für das Pumpen und die Einleitung eine Genehmigung.
Ein Kompromiss wäre eine Stahlbetonplatte, in den Wänden durch Reibung rückverankert, kombiniert mit einer Innenabdichtung der Wände im unteren Bereich und einem Pumpensumpf.
Problem: Je mehr und je schneller Wasser unter/durch das Fundament nachfließt je größer ist die Gefahr das Bodenteilchen ausgewaschen werden.
Hat sich mal einer der Nachbarn die Mühe gemacht ein hydrogeologisches Gutachten in Auftrag zu geben?
Wenn ja mal reinschauen.
Wenn nicht sollten Sie darüber nachdenken bevor Sie anfangen zu bauen.





Wenn ich die Beschreibung des Kellers so lese ,habe ich exakt die Gleiche Situation und viele andere auf der Straße auch ,teilweise existieren und funktionieren diese Keller seit über dreihundert Jahren.

Ein hydrologisches Gutachten hat sich noch nie einer eingeholt und keiner war so bescheuert seinen Keller zu zuschütten,die waren absolut nötig,weil es erst in der Neuzeit zu Israelisch,Zyprisch und Ägyptischen Kartoffelschwemme im Winter gekommen ist.

Die Kellerböden wurden mit Sandsteinplatten oder Ziegeln belegt.

Grüße Martin



Schichtenwasser



Manchmal gibt es verblüffend einfache Lösungen für solche Probleme wenn man einen Geotechniker fragt. Diese Möglichkeit würde ich mir nicht entgehen lassen.