Problem schimmeliger Geruch, extreme Zugluft in gemieteter Fachwerkwohnung

15.02.2021 Ionix


Sehr geehrte Fachwerk.de Community. Wir wohnen seit Juni 2020 in einer Wohnung eines um ca. 1984 renovierten Fachwerkhauses. Diese Wohnung erstreckt sich über 3 Etagen (Erdgeschoss und 1. Etage und Dachboden). Im Zuge der Renovierung hat der Vermieter lediglich die Balken stehen lassen und Mauerwerk zwischen diese setzen lassen. Von Innen scheinen Rigipswände aufgesetzt worden zu sein.
Wir lieben diese Wohnung und gerade Ihren Scharm aber im August 2020 fing es damit an, dass es aus einer Ecke im Schlafzimmer extrem modrig riecht.
Diesen Geruch haben wir dem Vermieter unverzüglich mitgeteilt und auch, dass uns schon bei unserem Einzug aufgefallen ist, dass Wasser aus der Regenrinne an die Hauswand läuft.
Ich selber habe daraufhin die Regenrinne gereinigt, was jedoch keine Besserung gab.
Der Vermieter hat lediglich immer wieder erwähnt, dass dies halt so sei weil hier zu viel Regen niederschlägt, die Regenrinne jedoch nicht größer Dimenisoniert werden kann und das Wasser ja wegtrocknet.

Nun waren wir über Weihnachten ein paar Tage nicht Zuhause und als wir wieder in unsere Wohnung kamen traf uns der Schlag. Bereits im Eingansbereich (dieser liegt im Erdgeschoss) roch es extremst modrig (für uns schon schimmelig). Das wurde im besagten Schlafzimmer dann nochmals schlimmer und leider auch im Babyzimmer.
Dies haben wir natürlich sofort dem Vermieter gemeldet, welcher daraufhin lediglich meinte er müsse mal mit der Regenrinne schauen.
Jetzt zieht es sich schon länger und wir haben uns entschlossen eine Raumluftanalayse (auf unsere Kosten) machen zu lassen. Der modrige Geruch zieht inzwischen aus den Fußleisten, Ritzen im Rigips, kleinen Spalten an den Fenstern und ein extrem starker Luftzug mit Geruch kommt aus den Tastern der Rollos bzw. Lichtschaltern.

Wir machen uns wirklich Sorgen um die Gesundheit unserer Kinder, vorallem unseres Kleinsten, welcher gerade mal 5 Monate alt ist.

Von einem Fachmann wurde gesagt, dass der Aufbau der Wände bauphysikalisch gar nicht funktionieren kann und früher oder später zu Feuchtigkeitsansammlungen und unter Umständen dann zu Schimmel führen wird.

Was würden Sie in einer solchen Situation tun? Der Vermieter hat pampig auf unsere E-Mails reagiert und möchte lediglich Schritt für Schritt dagegen vorgehen.
Dieses Vorgehen sieht lediglich so aus, dass die Regenrinne, sobald es die Witterung zu lässt verändert wird und ansonsten hat er uns kein weiteres Vorgehen genannt.
Auf unsere gesundheitlichen Bedenken geht er überhautp nicht ein und hat uns legte uns nahe, wenn uns eben die positiven und negativen Gegebenheiten eines Fachwerks nicht zusagen, dann sollen wir uns eine andere Wohnung suchen.

Des Weiteren hat jemand Ratschläge um gegen eine Luftfeuchtigkeit von 20% vorzugehen? Wir wollten erst einen Luftbefeuchter kaufen, haben jedoch Angst das dieser die moder Situation weiter versclimmert.
Im Sommer hatten wir einen Luftentfeuchter laufen.

Ich würde mich über eine Meinung/Antwort/Ratschläge sehr freuen



Ausziehen



Hallo!
Das ist eine unschöne Situation, in der Ihr Euch befindet. Ich würde bei so einem Vermieter dazu raten, auszuziehen. Sollte tatsächlich ein stärkerer Schimmelbefall vorliegen, wäre ein Auszug für die Sanierung (von dem was Du beschreibst) eh unvermeidbar. Die Reaktion des Vermieters lässt nicht vermuten, dass er sich um eine Problemanalyse oder -behebung kümmern wird.
Viel Glück und gute Nerven!



Feuchtigkeitsschäden



Zuerst einmal schriftlich und nachweislich auf die Schäden hinweisen. Schäden fotografisch dokumentieren, Mieterverein kontaktieren und Miete kürzen und auch die reduzierte Miete nur unter Vorbehalt zahlen.
Alle eigenen Arbeiten zeitlich erfassen und in Rechnung stellen.
Ausziehen ist natürlich am einfachsten, wenn’s Alternativwohnungen gibt.

Vorerst zumindest gründlich Lüften und besonders Kinder nicht in belasteten Räumen schlafen lassen.
Bei einer Komplettsanierung hätte ein heutigen Anforderungen entsprechender Baustandard eingehalten werden müssen und von euch bei Anmietung erwartet werden können.
Was hat der SV zum Wandaufbau festgestellt?

Eine Luftfeuchtigkeit von 20 % ist bei modrigem Geruch durch Feuchtigkeit kaum möglich oder was wurde gemessen? Außenluft?

Euer Vermieter sollte schon zur Substanzerhaltung ein Interesse an der schnellen Schadensbeseitigung haben, falls er nicht nur an seinen kurzfristigen Profit denkt.



Vielen Dank für die Antworten



Zuerst einmal entschuldigt die späte Reaktion, welche einer kurzfristig in den Vordergrund gerutschten Krankheit geschuldet ist.

Vielen Dank für die beiden Antworten.
Ausziehen würden wir zunächst sehr ungern, da wir bereits für diese Wohnung 9 Monate lang suchen mussten und wir die komplette Einrichtung sehr an die Wohnung angepasst haben, was auch dem geschuldet ist, dass wir uns an das Fachwerk angepasst haben.

In der Zwischenzeit hat sich ergeben, dass die Dachrinne verändert wurde und somit angeblich (es hat bisher nicht mehr stark geregnet) kein Wasser mehr an die Fassade laufen kann.

Des Weiteren kam der Vermieter aus heiterem Himmel auf die Idee einen Baubiologen vorbei zu schicken. Dieser Termin war gestern und der Vermieter kam direkt selber mit.

Der Baubiologe kam mit seinen Köfferchen an und stellte sich zunächst überhaupt nicht vor und begann als erstes die Wände mit den Wasserflecken eines vorherigen Wasserschadens mit den Händen abzutasten... Er hat nicht ein Mal die Feuchtigkeit gemessen bzw. tat so als könne er dies mit seinen Händen.

Zu dem Geruch mussten wir uns dann anhören, dass dieser für den Baubiologen nicht nach Schimmel, sondern nach altem Keller und nach Hinweis des Vermietetes, dass es sich im eine alte Kneipe handelt, stellte der Baubiologe fest das der Geruch ihn an seine Kindheit und alte Kneipen erinnert...
Der Vermieter roch zu diesen Zeitpunkt angeblich nichts, sagte jedoch später, dass er und seine Frau als diese die Wohnung bewohnten, dass Problem, welches er ja abgeglichen nicht riecht, mittels genügend Lüften gelöst hätten.

Daraufhin wollte der Baubiologe den Taster für die Rollos ausbauen um besser an der Wand schnüffeln zu können und benötige dazu erstmal die Hilfe des Vermieters.

Da der Vermieter es nicht lassen konnte uns auf die tollen Vorteile eines Fachwerks hinzuweisen und zu erwähnen das es bei diesem „alten Gemäuer“ auch ruhig mal zu Gerüchen (welche sich ja z.B. aus der Kneipenzeit in der Wand festgesetzt haben) und auch Luftzügen kommen kann.
Fragte ich ihn ob die Wand eigentlich mit Lehm verputzt wurde. Er erklärte daraufhin, dass zwischen den Fachwerkbalken modernes Mauerwerk eingepasst und von außen mit einem üblichen Außenputz verputzt wurde. Von innen folgt dann eine Rigips Schicht, welche mit Raufaser tapeziert und irgendwie gestrichen wurde.

Auf meine Frage nach dem Festsetzen von Feuchtigkeit im Zwischenraum bei großen Temperaturunterschieden fragte der Baubiologe den Vermieter dann nach dem genauen Aufbau der Wand und dieser wusste nun auf einmal nicht mehr wie die Wand genau aufgebaut ist.

Es erfolgte auch hier keine Messung von Feuchtigkeiten.

Der Baubiologe riet uns dann davon ab eine Messung zu machen, was dem Vermieter sichtlich gefiel und ihn beruhigte.

Ich bestand auf die Messung und der Vorschlag stand im Raum, dass wir die Messung zahlen sollte diese negativ ausfallen und der Vermieter nur im Fall einer Schimmelbelastung zahlen muss.

Interessanterweise blockte der Vermieter ab und bekam Panik. Seine Aussage war, dass er ja nicht wüsste was man da alles finden könnte und das er, selbst wenn etwas gefunden würde, nichts ändert und uns nicht helfen kann. Meine Frage ob er sein Objekt noch schützen und erhalten wolle blieb unbeantwortet. Stattdessen schwärmten Baubiologe und Vermieter darüber wie schön und einzigartig das Haus doch ist und zu den Wasserflecken an der Decke sagte der Baubiologe, dass diese ja schon getrocknet sind und man sie einfach überstrichen kann.

Der Fachmann für Bauschäden, welcher zuvor von uns bestellt wurde hatte uns erklärt, dass die Holzplatten, welcher in der Decke verbaut sind, gar nicht derartig getrocknet werden dürfen sondern im Falle eines Wasserschadens getauscht werden müssten.

Wir würden uns jetzt an einen vertrauenswürdigen Fachmann wenden, welcher eine Raumluftmessung durchführen wird, da wir den vom Vermieter bestellten Baubiologen für befangen und äußerst unseriös halten.
Die Website des Baubiologens ist seit 2016 offline, man findet keine Rezensionen und im Handelsregister war sein Betrieb zuvor ein Elektrofachmarkt.

So jetzt ist der aktuelle Stand beschrieben.

Zu den Feuchtigkeitsangaben, welche ich getätigt hatte.

In der Wohnung hatten wir eine, an mehreren Hygrometern abgelesene Luftfeuchtigkeit von bis zu 85% über mehrere Tage im Sommer und haben literweise Wasser mit einem einfachen luftentfeuchter aus dem Schlafzimmer gezogen. (Das Bett war bereit gefühlt nass und feucht beim reinlegen)

Die 20% Luftfeuchtigkeit vor ca. 2-4 Wochen an kalten Tagen (ca. -5 bis -10 Grad Außentemperatur) bezog sich ebenfalls auf die Raumluft.