Presshaus Bodenaufbau

19.06.2016 Florian



Hallo!

Wir haben ein Presshaus (Baujahr 1919) welches über einen Erdboden verfügt. Die Wände stehen auf Natursteinfundamenten direkt im Erdreich, darüber ungebranter Ziegel.

Wir würden gerne, weil wir das Presshaus wieder weinwirtschaflich nutzen würden, einen "dichten" Fußboden einbauen.

Jetzt war die Idee zweier Bauingenieure die auf einer kapillarbrechenden Schicht (Rollschotter 16/32) eine 15 cm starke bewehrte Betonplatte zu betonieren. Die Platte soll dabei von PE-Folie umgeben sein. Am Rand zu den Wänden hin soll ein Freiraum von ca. 15 cm sein welcher mit Rollschotter befüllt ist.

Meine Frage ist nun ob dieser Aufbau sinnvoll ist? Hilft dieser 15 cm breite "Graben", dass die Feuchtigkeit nicht die Wände empor steigt, oder können wir die Platte dann auch gleich durhcgehend betonieren?

LG und danke im Voraus.
Florian



Tiefe Fundament ?



Vielleicht haben die Herren Inscheniöre Angst, zu nahe an das Fundament zu buddeln ? Feuchtetechnisch finde ich den Graben ungünstig.

Bei unserem Bruchsteinkeller haben wir:

bewehrte Betonplatte
leider !!! keine Folie
etwas XPS Dämmung
Splitt zum Ausgleich

Durchgehend von Wand zu Wand.

Im Weinkeller haben wir einen offenen Aufbau mit Splitt und Betonplatten, würde ich nicht mehr so machen. Der Raum darüber hat eine deutlich erhöhte Luftfeuchtigkeit.



Fußbodenaufbau



Was soll auf dem Fußboden passieren?
Schwere Punktlasten wie Kelter, Tanks...
Hygieneanforderungen wie mit Schlauch oder Dampfreiniger säubern, desinfizieren...
Welcher Belag ist geplant? Gußasphalt, Feinsteinzeug...
Was meinen Sie mit ungebrannten Ziegeln?

Kapillarbrechende Schicht ist überflüssig, der offene Randstreifen zur Wand Quatsch.



Zunächst...



Danke für die Antworten.

Wegen der Fundamenttiefe kann es nicht wirklich sein. Da habe ich händisch geschürft bis ca. 40 cm unter Geländeoberkänte (im Presshaus drinnen natürlich) und war noch nicht bei der Fundamentunterkante.

Der Fußboden soll natürlich Lastentragen (Tank max.2500L, Gärständer 1200L) sowie einfach zu reinigen sein (Hauptsächlich mit dem Schlauch abspritzen, Dampf/Hochdruckreiniger sehr selten). Mein erster Favorit war ein bewehrter Estrich welcher mit Epoxy überzogen wird. Schön (im Sinne von ästhetisch und praktisch zu gleich) wäre auch ein geschliffener Betonboden mit Hartkorneinstreuung.

Mit ungebrannten Ziegel meine ich "Kotziegel". Also quasi Ziegel von schlechter Qualität.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe bzgl. Aufbau von unten nach oben:

- Split = Gräder (sagt man so in Österreich)
- PE-Folie (Dampfsperre?)
- Betonplatte bewehrt (2x8mm Eisenmatte? / 15 cm stark?)

Danke für die Hilfe!



Fußbodenaufbau



Ich kenne jetzt die klimatischen Bedingungen vor Ort nicht, ebenso die Details der Gesamtkonstruktion um einschätzen zu können ob das Gebäude ohne Heizung und Dämmung frostsicher über den Winter kommt. Dazu gehören auch solche Details wie Türen, Tore, Fenster und Dachdämmung.
Ich lasse diese Probleme mal weg und gehe davon aus das auch ohne Dämmung des Fußbodenaufbaus Frostgefahr nicht besteht.
Zum Aufbau:
Aushub bis auf erforderliche Tiefe, mindestens bis auf gewachsenen Boden. Die Fundamentober!kante sollte möglichst nicht unterschritten werden. Wenn dann abschnittsweise beim Einbau der Tragschicht arbeiten.
Einbau einer ca. 20- 30 cm starken Tragschicht aus Schotter,verdichtet,
Verlegung der Entwässerungsleitungen,
Trennlage aus PVC- Folie,
ca. 15 cm B25/30, konstruktiv bewehrt mit einer N- Matte,
Oberfläche geglättet,
mineralische Dichtschlämme als Abdichtung,
Einbau des/der Fußbodeneinläufe,
Einbau eines Verbundestriches als Gefälleestrich grün in grün,

Als Belag Bodenklinkerplatten, Gußasphalt geschliffen, Feinsteinzeug oder Kunstharzbelag.Geschliffener Hartzementestrich sollte ausreichend säurefest sein wenn er zum Einsatz kommt.
Der Belag sollte genügend Rutschsicherheit auch im nassen Zustand sichern (Arbeitsschutz).
Die Bewehrung dient hauptsächlich der Vermeidung von Rissen bzw. der Rissweitenbeschränkung.
Die Fuge zu den Wänden muß dicht ausgeführt werden. Die Wände sollten im unmittelbaren Spritzwasserbereich eine wasserdichte Bekleidung (Fliesen, Anstrich auf Sperrputz und Dichtschlämme...) erhalten.
Je nach anstehendem Baugrund und Klima kann die Schottertragschicht auch komplett weggelassen und direkt auf den geebneten Baugrund und eine Trennlage betoniert werden. Das spart eine Menge Aushub und Geld.



Kann die Tragschicht aus Schotter...



...nicht entfallen wenn der gewachsene Boden Löß ist? Es gibt keine antrophogene Anschüttung im Inneren. Der bestehende Fußboden ist der gewachsene Boden. Hauptsächlich Sand mit geringem Schluffanteil. Man könnte doch diesen Sand nachverdichten.

Es gibt zwei kleine (25 x 35cm) verglaste Fenster und eine Türe. Das Dach ist nicht gedämmt - einfach Sparren, Lattung, Dachziegel.

Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe:
- Zuerst Tragschicht (wenn die auch nicht kapillarbrechend sein muss/soll dann reicht ja theoretisch auch der verdichtete Sand?)
- Einbau der Leitung für ein Rigol in der Mitte.
- PVC-Folie
- 15 cm Beton mit Bewehrungsmatte
- Dichtschlämme
- Rigol
- Estrich
- Belag

Die Fuge zw. Wand und Boden kann man ja dann auch mit einer Dichtschlämme abdichten?



Fußbodenaufbau



Bei so einem Baugrund braucht es keine gesonderte Tragschicht.
Für die Fuge geht eine flexible Dichtschlämme. Wenn die mal einen kleinen Riss erhalten sollte ist es auch nicht so schlimm. Es geht nur darum zu verhindern das große Mengen an Spül- und Reinigungswasser ans Fundament strömen. Schluffiger Sand hat einen geringen Bildsamkeitsbereich, etwas Wasser und er wird- je nach Kornzusammensetzung- Brei.



Fußboden



bei viel Wasser + Beschäftigte greift der Arbeitsschutz. Vorsicht! Fliesen mit entsprechender Oberfläche (rauh) benötigen etwa 3 % Gefälle - Gefälleestrich soll aber in gleicher Stärke eingebaurt werden - also den Unterbeton schon entsprechend einbauen. Die Wandfuge kann dann gut mit den passenden Sockelanschlüssen für Fliesen fachgerecht abgedichtet werden. Wenn Dämmung kommt, auf alle Fälle Dichtbänder einspachteln unter die Fliesen in die Abdichtung zwischen Fliesen und Estrich. Die Folie unter dem Beton soll nur verhindern, daß sich das Betonwasser nach unten verflüchtigt, da Beton ja mit Wasser aushärtet. Auch die Rohre für Fußbodeneinläufe sollten ein Quellband bekommen.



Fußbodenaufbau



Falls Wärmedämmung verbaut wird stimmt das mit der Estrichhöhe.
In den von mir vorgeschlagenen Aufbau befindet sich keine Dämmung, deshalb das Gefälle mit dem Verbundestrich aufbauen.
Dämmung ist nicht nötig; wenn Frostgefahr im Winter gemindert werden soll dann besser über die Decke, die Fenster und die Tür sichern. Ich hoffe die Tür ist breit/groß genug um die Ausrüstung hineinzubekommen?
Sonst bleibt nur der Kran und das Dach.
Ein gedämmter Fußbodenaufbau bringt in diesem Fall nichts, ein gedämmtes Dach schon- beim Keltern sollte es möglichst kühl sein um ungewollte Gärung zu vermeiden.



Ich habe nun ca. 15 cm abgegraben und...



...festgestellt, dass nach Regenfällen eine Ecke des Presshausboden besonders feucht ist. Macht es Sinn in diesem Bereich den Boden durch Schotter zu ersetzen?



Fußbodenaufbau



Das kommt drauf an wie das in der Realität aussieht, wo das Wasser herkommt und wie die reale Bodenbeschaffenheit dort ist. Ich glaube aber das man da nichts gesondertes am Untergrund machen muß.