Dämmung innen/aussen, Bauwinkel

07.05.2006



Natürlich geht es um ein Fachwerkhaus. Fachwerk aus Eiche, Ausfachungen durchgehend Lehm (grossenteils Steine, teilweise Stakenfüllung), Innen und Aussenputz: Lehm. Alle Aussenwände ca. 18 cm stark. Alle Fassaden will ich dämmend und schützend überarbeiten, sowie das Dach mit einer Unterspannbahn versehen (für späteren Ausbau).

SÜD+WEST sind zur Zeit mit Faserzement verkleidet. Hier will ich von aussen dämmen (aus Kostengründen mit Mineralwolle oder Hartschaum) und unterschiedlich bekleiden: Holzschalung, Putz, Streckmetall.
FRAGE 1: wie sieht ein sinnvoller Aufbau von Innen nach Aussen aus? Wie `eben´ muss die Fassade vorbereitet werden?, Dampfbremse -/sperre, ...


NORD bleibt fachwerksichtig. Da im Zuge des Daches das gesamte Haus eingerüstet wird, erwäge ich die noch recht gute Fassade zu überarbeiten (hier und da reisst der Holzanstrich, sind Holzfugen gespachtelt und hängt der Putz hohl)
FRAGE 2: Wie sieht ein sinnvoller Dämmungsaufbau innen aus, wenn möglich ohne Putzarbeiten (kann ich nich´)

OST ist ein Bauwinkel zum Nachbarn mit 25 bis 55 cm lichter Weite. Ich überlege ihn rundherum zu schliessen ,diese neuen Wände zu dämmen und somit einen gedämmten aber unbeheizten Raum (ca. 25 Kubikmeter) zwischen den Gebäuden zu schaffen. (Denkmalpfleger und Bauamt haben bereits zugestimmt)

Gerne höre ich von Euch!



eigentlich sollte man am guten Lehmfachwerk



nur das notwendige tun. Der sogenatte K-Wert ist ein "wissenschaftlicher Labor-Messwert" und lange nicht das Maß aller Dinge. Machen Sie an Ihrem Haus folgendes:
ein Strahlungsheizystem einbauen (wahlweise Temperierung oder eine Fußleistenheizung, entlang der Außenwandseiten quasi als Fußleiste montiert).
Mit einer Außendämmung sperren Sie die wärmende Speicherenergie der Sonne aus. Eine zusätzliche Innendämmung ist bei o.g. Heizsystemen und gut erhaltener,windichter Außenhaut nicht notwendig.Ein Strahlungsheizsystem wirkt energieeffizient optimal,wenn genügend Masse an den Wänden vhd. ist.
Falls Sie dioch bei Ihrer aufgeführten Sanierungsplanung festhalten wollen, hierzu meine Aufbauempfehlungen:
Außendämmung Varinate 1:
mit 8cm Hanfmatten, zwischen senkrechte Montagehölzer 60x80mm geklemmt,darauf als Putzträger Heraklithplatten (in Hessen auch "Sauerkraut" genannt) mit 2-lagigem Kalkaußenputz mit vollflächiger Gewebeeinlage.
Außendämmung Varinate 2:
mit 8cm Hanfmatten, zwischen senkrechte Montagehölzer 60x80mm geklemmt,darauf diffusionsoffene Dampfbremspappe, waagerechte Montagelattung,an welcher eine hinterlüftete Massiv-Holzschalung Nut+Feder (sog.Boden-Deckelschalung) montiert wird.
Innendämmung Variante 1:
homogene Vorsatzschale mit 6cm dicken LehmLeichtbauplatten, Zwischenfüllung mit Leichtlehm. Leider müßten die Lehmplatten abschließend noch mit ca 1-1,5cm Lehm verputzt werden mit vollflächiger Gewebeinlage.
Innendämmung Variante 2:
homogene Vorsatzschale mit 3cm dicken LehmLeichtbauplatten auf Lattenrost geschraubt, Zwischenfüllung mit Leichtlehm Stärke d=ca 4-5cm. Die Lehmplattenoberfläche wird mit ca 5mm Lehmfeinputz mit vollflächiger Gewebeinlage verputzt.
Weitere Aufbauvarinaten finden Sie unter www.texbis.de.
Als Selbstbauer empfehle ich Ihnen den Besuch eines unserer Altbausanierungs-Praxisseminare im Freilichtmuseum Hessenpark, z.B. am 13. Mai oder am 3.Juni.



Und warum sollen die Faserzementplatten abgebaut werden?



Dahinter ist doch Luft - bekanntlich die beste Dämmung.
Ich würde diese Verkleidung nicht abnehmen.
Bringen Sie eine neue Schicht mit Putzträger auf. Dazu eignet sich ein Edelstahlrabitzgewebe (mit langen Dübel) und dies wird einfach verputzt.



Danke



Herr Schillberg: innen werde ich wohl Ihrem Rat folgen. Die Details klären sich sicherlich im Seminar.

Herr Bromm: Das ist ein interessanter Ansatz! Der aktuelle Wandaufbau ist wie folgt: auf das Fachwerk ist eine Bitumenbahn aufgenagelt, darauf ist quer gelattet, dann die Platten.
Sorge macht mir als Laie die Dachpappe (wegen Schwitzen). Ist es sinnvoll noch dämmende Schichten aufzubringen, wenn ich den Luftraum am Rand schliesse?
MfG Jens Kube