frage zu innenwänden aus spanplatten

21.03.2004



Guten Tag,
meine Frage lautet folgendermassen: Ich glaube, in der Neubauwohnung, in der ich als Mieter wohne, bestehen die Innenwände aus Spanplatten. Eine Probebohrung hat ergeben, dass es nicht wie ich vorerst dachte, Gipswände sind, sondern es kommen tatsächlich Späne heraus. Es wäre aber auch möglich, dass es eine Gipskartonwand wäre. Wie kann ich das unterscheiden?? Vielen Dank und LG, ES



Klang, Späne usw.



Klopfuntersuchungen können da schon hilfreich sein!
Doch wenn da Späne kommen und diese holzartig ausschauen, dann sollte es sich natürlich um etwas holzartiges handeln!
Bei Gips würde man erstens sehr schnell durch sein und die Späne sind weißes Pulver und sollte man widererwarten einen Holzständer erwischt haben, dann habe ich aber auch einen Anteil an weißem Pulver.
Was jetzt noch die Wohngesundheit kurz betrifft, so sind beide Beplankungen problematisch zu betrachten!
Zu trockene Raumluft und durch die Zentralbeheizung käme es bei den Ausbauplatten OSB oder V 100 (Holzhartspanausbauplatten) zu kritischen Ausgasungen und damit zu unangenehmen Gesundheitsbelastungen.
Außerdem sind Gipsausbauplatten radioaktiv belastet und somit eben auch kritisch zu betrachten. Es handelt sich dabei seit einigen Jahren nicht mehr um Naturgipse als Grundstoff, sondern um Entschwefelungsgipse bei der Kraftwerksbetreibung und auch um Entstaubungsrückstände aus Kraftwerksanlagen!
Und somit schafft man eben einen guten "Entsorgungsmarkt", die Baubranche und die Menschheit hat wieder einmal das Problem an der "Backe"!!

Freundliche Grüße zum Wochenanfang von den kritischen Lehmbaufachleuten aus der Umgebindelandschaft Oberlausitz



@Udo



Hallo Udo, ohne nun unbedingt dem GK eine Lanze brechen zu wollen, aber wie kommst du darauf, das GK radioaktiv belastet ist? Hartmut hatte jetzt irgendwann mal einen Link eingestellt, wo man die radioaktive Belastung verschiedener Baustoffe behandelte, da war Gips aus der Rauchgasentschwefelung nicht höher belastet als stinknormale Ziegel. Da ich es genau wissen wollte, habe ich selbst mal verschiedene GK Platten gemessen, die Werte waren so niedrig, das sie knapp an der Nachweisgrenze lagen und von der natürlichen Radioaktivität überlagert wurden, um das also genau zu messen, müsste ich mich schon in einen völlig abgeschirmten Raum begeben. Eine Gesundheitsgefahr würde ich also von der vom GK ausgehenden Radioaktivität beim besten Willen nicht erkennen können.
Wie gesagt ich bin kein GK-Fan aber wir sollten schon bei den Fakten bleiben.

eine schöne Woche



GK-Platten



Hallo Udo,
ich möchte mich meinem Vorredner anschließen (und ebenfalls keine Lanze für GKP brechen).
Leider hast Du etwas unrecht. Ein bekannter Hersteller von Gipsprodukten aus Unterfranken gibt an, daß er seinen Gips etwa zur Hälfte aus natürlichen Vorkommen und zur anderen Hälfte aus Kraftwerksentschwefelungsanlagen bezieht. Dieser
Gips aus Kraftwerken ist reinster Gips. Daß "Entstaubungsrückstande aus Kraftwerksanlagen" mit dem Gips vermischt werden glaube ich nicht, da dann der Gips nicht mehr so gut abbinden würde.
Gips aus Entschwefelungsanlagen macht meines Erachtens Sinn, weil die natürlichen Gipsvorkommen geschont werden (Lebensraum für seltene Tier-und Pflanzenarten). Außerdem Schaden entschwefelte Abgase unserer Umwelt und auch dem Kalkputz an Häusern nicht so sehr (aber immer noch genug !).
Also noch mal: Gips aus Entschwefelungsanlagen ist nicht schädlicher als normaler; er entsteht aus einer chemischen Reaktion.
Wie gesagt, ich bin ebenfalls kein GKP-Fanatiker, nur Panikmache hilft keinem.

Gruß in die Oberlausitz, Andreas