Decke mit MDF-Platten oder besser Rigips?

15.01.2005



Hallo an alle Fachwerkler hier,

wir haben das Dach neu decken lassen, und wollen es auch als Wohnraum nutzen. Ich stehe nun vor der Frage, ob ich die Decke, die später verputzt werden soll, mit MDF-Platten oder besser mit Rigips-Platten mache. Begehbar von oben braucht die Decke nicht sein, wird ohnehin nur ein ganz niedriger Abstand bis zum First. Es geht mir eher darum, was sich besser Verputzen lässt.

Viele Grüße,

Patric



Weshalb Decke verputzen?







Na ja, was sonst? Tapezieren oder mit Holz verkleiden kommt nicht in Frage, und weißer Putz gefällt uns am besten. Oder welche Idee hast Du?

Viele Grüße

Patric



Beplankung...



...könnte z.B. aus Heraklith (25 mm oder auch 15 mm) erfolgen, um nachher einen Lehmgrundputz aufzubringen, der dann wiederum mit einem weißen Lehmfinishputz versehen wird.
Oder eben mit Fermacell-Platten, die raumklimatisch wesentlich besser sind und auch mit einer weißen Lehmfarbe oder Lehmstrichputz überarbeitet werden können.
Oder mit einer gespritzten weißen Baumwolle beschichtet (NATURLAN), ist eine Gestaltungsvariante denkbar.
Grüße und gesundes Nachdenken von einem Lehmbauer.



Alternative Gipskartonausbau



Hallo Herr Janke,

eine Alternative zu Heraklith und Putz im vorhergehenden Posting, sind bewährte Gipskartonsysteme mit den entsprechenden Unterkonstruktionen und Anschlußprofilen von verschiedenen Anbietern schützen Sie bei richtiger Ausführung vor Rissen.

MDF-Platten haben auf der Oberfläche oft Trennmittelspuren, die können Anhaftungsprobleme von Beschichtungen erzeugen. Außerdem mauken gelegentlich Holzinhaltstoffe - als braune Flecken - durch. Über Ausgasungen und Schadstoffe aus einigen MDF-Platten möchte ich mich nicht äußern.

Gipskartonplatten können mit einer Haftbrückenbeschichtung aus Mineralfarbe in Streichputzstruktur und anschließend glatt überarbeitet werden.

Auch Tapezierungen, z.B. mit Strukturvlies sind als reversible Beschichtung sehr gut möglich.

Auf eine Beschichtung mit Strukturputz (falls Sie das meinen) würde ich im Innenbereich auf jeden Fall verzichten.
Damit werden die Flächen in ihrer Gestaltung meist für ewig festgelegt :'( . Lehmputz ausgenommen - der ist reversibel. Eine spätere Glättung von Strukturputzuntergründe ist sehr aufwändig. Warum sollte man Fassadenoptik auch noch in das Haus hereinholen? Behaglichkeit lässt sich viel besser mit überlegter Innenraumgestaltung erzeugen.

Im Anhang ist ein Bild mit Mineralfarbenanstrich auf GK-Untergrund.

Mit farbenfrohen Grüßen
Peter Seifarth, Malermeister





Erst mal VIELEN DANK für die Antworten, klasse Forum hier :-)
Zur besseren Darstellung habe ich mal ein Foto des "Objekts" gemacht, es geht wie gesagt um die relativ schmale Decke. Kann man Gipskarton nach der Montage einfach streichen? Ich dachte halt, es sollte am besten ein dünner Putz drüber, damit es eine gleichmäßige Oberfläche gibt.

Viele Grüße

Patric



Probleme bei Gipskarton



Leider birgt aber die heutige Gipskartonplatte viel mehr Risiken in sich, als die ursprünglich einmal entwickelte naturgipsplatte!
Die heutigen Rohprodukte für dieses Produkt entstammen der Entschwefelungstechnik in Kohle-Kraftwerken.
Dadurch haben sie einen enormen Anteil an Schwefelanteilen und diese werden durch die verschiedensten Beschichtungsvarianten angelöst und ausgeschwemmt (Gelbverfärbungen!). Die Hersteller verweisen dann immer auf komplette Sperranstriche bzw. auch sogen. Einlaßgründe.
Damit liegt auf der Hand, daß diese Ausbausysteme nicht gerade am klimafördernsten sind und es wesentlich günstigere (gesundheitlich und auch raumklimatisch betrachtet!) gibt.
Lassen Sie sich von Ihrem gesunden Bauchgefühl heraus leiten und entscheiden Sie dementsprechend.

Grüße





Tja, ich tendiere nach allen Antworten bisher zu Fermacell-Platten mit weißer Lehmfarbe, sind die Platten denn stabil genug, um darin Haken für Lampen zu befestigen?

Viele Grüße

Patric



Gipskartonplatten



Hallo Udo,

ja aus Kraftwerksentschwefelungen werden durch Aufbereitung Gipsbaustoffe hergestellt, unsere natürlichen Vorkommen sind irgendwann abgebaut.

http://www.gipsplatten.de

Wenn Du Quellenangaben für Rest-Schwefelgehalt in GK-Platten hast, wäre ich sehr froh und weniger verunsichert, wie viele andere sicher auch.

GK-Verfärbungen erlebe ich in der Praxis äußerst selten. Wenn, dann war meist, die Gipskartonplatte über längere Zeit (ab ca.6 Monate) ohne Beschichtung der Sonne ausgesetzt. Die UV-Strahlung zerstört das Lignin der Holzzellen, welche den Hauptbestandteil der Kartonschicht bildet. Dann kommt es gelegentlich zur Fleckenbildung und es muß ein Isolieranstrich erfolgen.

Die universelle Beschichtbarkeit und leichte Verarbeitung von Gipskarton stehen eindeutig auf der Vorteilsseite.

Leider ist Trockenbauer kein Ausbildungsberuf, so kommt es, das oft, durch mangelhaft ausgebildetes Personal und auch ganzer Firmen, elementare Regeln nicht beachtet werden. Hieraus entstehen oft Mängel. Ansonsten sind Trockenbausysteme ausgereifte Ausbautechnologien.

MfG Peter Seifarth



MDF oder Rigips



Jedes Material hat seine Daseinsberechtigung, wenn es am richtigen Ort ist. Da Du hier schon viel schönes Holz hast und um ein gutes Raumklima zu erzeugen würde ich auf alle Fälle die Variante von Udo bevorzugen. Wenn Du das Mauerwerk noch verputzen willst, hast Du in der Verbindung mit der Decke eine Menge Lehm in dem Raum, bestimmt nicht zu lasten des Raumklimas.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Stabilität



Lampen können problemlos in den Fermacellplatten mittels Spezialhaken (Variante mit Federspreizen, die nach dem durchstecken durch das Bohrloch einfach aufspringen und sich über der Platte somit auflegen) angebracht werden.
Oder man nutzt die darunterliegende Sparschalung für Befestigungslösungen. Du wirst da ja nicht einen tonnenschweren Kristalllüster auufhängen wollen!

Grüße Udo





Hallo Udo,

mit den Kristall-Lüstern bringst Du mich auf eine Idee....:-)

Nein, Spaß beiseite - vielen Dank für die Info!

Viele Grüße

Patric





So, alle Schrägen sind nun gedämmt, nun geht es an die Deckenverkleidung. Die Fermacell-Platten gibt es ja in verschiedenen Stärken, welche würdet Ihr empfehlen?

Viele Grüße vom Dachboden

Patric



Bild von Dämmung



Setze doch einmal schnell ein Bild von der Dämmung ein, ob es auch richtig gemacht wurde. Nur als Fernkontrolle.
Hast Du Hinterlüftung gelassen, gibt es eine Lüftungsaustrittgestaltung am First, wie ist die Innenseite Deiner Dämmebene nun ausgebildet worden (Folie oder Baupapier) und übrigens, welcher Dämmstoff ist verwendet worden und in welcher Stärke?

Für die Beplankung reicht eigentlich 10er Stärke aus, wenn eine dem entsprechende Unterkonstruktion aus Sparschalung (Achsabstand ca. 300 mm und auf die Plattenstöße achten!), aufgebracht wird.
Bei Fermacell auf eine Fugenausbildung achten und nicht plattenschlüssig arbeiten (ca. 5-7 mm).
Kann Dir aber der Fachhändler auch noch erklären.

Grüße Udo





Hallo Udo,

und VIELEN DANK für Dein Angebot :-)

Bin aber mit der Dämmung noch lange nicht fertig,
bis jetzt habe ich erst eine Zwischensparrung-Dämmung
der Schrägen gemacht. Material ist 16cm Zellulose-
Platten von Homatherm. Der Kniestock z.B. folgt später.





Hier eine der beiden Gauben...





Als nächstes wollte ich nun die waagrechte Decke
von unten mit Fermacell-Platten belegen, dann die
Kabel für Deckenlampen einziehen, und zum Schluß
von oben zwischen den "Querbalken" auf die Fermacell-
Platten ebenfalls 16mm Zellulose-Platten zur Dämmung.

Diese "Querbalken" haben einen Abstand von 50-60 cm
und sind ca. 130cm lang. Ich wollte eigentlich ohne
weitere Unterkonstruktion darauf die Platten schrauben,
also immer eine Platte auf Maß geschnitten zwischen
2 Querbalken (sorry für die nicht vorhandene Kenntnis
der Fachausdrücke;-)).

Danach kommt der Kniestock dran, dann die Dampfsperre
und zum Schluß dann die eigentlichen "Wände".

Viele Grüße, vielen Dank und noch einen schönen Sonntag,

Patric