Fundamentaufbau

10.03.2011 Ingo



Liebe Forumsmitglieder,

auf dem Weg zu unserem Fachwerkhausprojekt steht im Rahmen der genaueren Planung natürlich die Frage nach dem Fundament.
Der Bauuntergrund besteht lt. Gutachten aus nicht frostempfindlichen, nichtbindigen bis schwachbindigen Sanden und Sand-Schluff-Gemisch in aureichender Mächtigkeit, freies Grundwasser kommt frühestens in 1,75 m Tiefe.
Als Idee steht folgendes im Raum:
- Mutterboden im späteren Hausbereich abschieben,
- Anlegen von ausreichend breiten, frostfrei gegründeten Betonstreifenfundamenten (ohne traditionelle Betonbodenplatte),
- Eichenfachwerkkonstruktion darauf errichten

und hier setzen die ersten Fragen an:
- Ist es sinnvoll/notwendig für die späteren (nichttragenden) Innenwände ebenfalls Streifenfundamente anzulegen, wenn ja mit welcher Gründungstiefe?
- Als Wärmedämmung zwischen den Streifenfundamenten würde sich Schaumglasschotter (15-20 cm) anbieten. Sollte darüber dann Korkkalkestrich? (15-20 cm)
- ... darauf eine Fußbodenheizung und Tonfliesen im Dickbettmörtel?

Wenn die Frage kommt, nach dem Grund der fehlenden Bodenplatte, so kann ich von einem ungutem Gefühl im Bauch berichten - wenn ich an das viele Moniereisen unter meinem späteren Fußboden denke - irgendwie möchte ich diese Schicht ungern zwischen mir und der Erde haben.

Gibt es Antworten zu meinen Fragen, Hinweise zu unserem Vorhaben, Lob oder Tadel zu meinen Überlegungen? Gerne hätte ich Eure geschätzten Meinungen gelesen und von guten und schlechten Erfahrungen profitiert. Schließlich ist es sicherlich besser, aus den Erfahrungen anderer zu lernen als die gleichen Fehler nochmal zu machen.

Für Eure Beiträge danke ich schon mal.



Moniereisen ...



in einer Bodenplatte dienen der Aufnahme von Zugspannungen. Beton/Estrich nimmt nur sehr geringe Zugspannungen auf. Die Moniereisen übernehmen diese Funktion, ähnlich, wie die Tierhaare/das Stroh früher im Kalkputz/im Lehm, um die Rissbildung zu minimieren. Beim Korkkalkestrich (mir bisher unbekannt) ist die Bruchgefahr damit erhöht. Die Anbieterfirma texbis, die im Internet annonciert, liefert zum KK-Estrich kein Produktdatenblatt mit entsprechenden Kenndaten. Es mag also gehen-das Risiko übernehmen sie. Oder sie fragen einen Statiker dazu. Wie sieht´s aber mit der Gewährleistung aus? Es scheint mir keine bautechnisch geprüfte Konstruktion zu sein. Wenn sie Fundamente anlegen wollen, dann frostfrei. Heißt, in Deutschland, mindestens 80 cm tief.Ein weiterer Punkt wäre die Abklebung gegen Bodenfeuchtigkeit auf dem Estrich (bisher nicht vorgesehen)oder so etwas wie eine Wurzelschutzfolie gegen das Eindringen von Wurzeln von unten (was alles so passieren kann). Interessant wäre noch zu wissen, welchen Wärmedämmwert (U-Wert) der KK-Estrich hat und wo ggf. der Taupunkt liegt, damit sie mit Ihrer FBH nicht das Erdreich heizen oder einen Feuchteschaden im Bodenaufbau produzieren.



Mit dem Verzicht...



...auf eine Bodenplatte schaffen Sie sich ein paar potentielle Fehlerquellen mehr, und verteuern das Ganze auch nicht unerheblich. Und dann bauen Sie auch noch auf Sand...

Welche konkreten Probleme sehen Sie in der Eisenbewehrung?

Sicherlich ist alternativ auch eine Faserarmierung möglich - haben Sie dazu schon 'mal einen versierten Betonbaubetrieb befragt?

Grüße

Thomas



Hallo



Diese oder so ähnliche Fragen tauchen immer wieder auf, und sicher gibt es viele Hinweise die ein abschließendes Resultat erzielen. Nach langer Überlegung haben wir uns für eine Variante entschieden die in der Abbildung zu sehen ist.
Mit freundlichen Grüßen aus der Uckermark.
wenn noch weitere Fragen dadurch auftreten einfach mal anrufen
Ralf Pawlik
die Lehmschwalbe



gesund leben



... möchte ich im letzten Haus was ich baue. Wer sein Haus von grundauf mit Naturbaustoffen wie Lehm klimatisch gesund plant und wegen nachgewiesener Empfindlichkeit gegenüber elektromoagnetischen Feldern auf Abschirmung von unnötiger Funkstrahlung achtet, der versucht sich eben auch zwischen Erde und Haus mit der Natur zu arrangieren und die nicht wirklich nötigen Belastungen zu vermeiden. Gelesen habe ich auch schon mal, dass es "teurer" sein soll ohne Bodenplatte, jedoch worauf beruht diese Erkenntnis?



Hausbau



Wenn Sie empfindlich auf Funkwellen reagieren, dann sollten Sie zum Stahlbeton als Baustoff greifen.
Wie wärs mit Fertigteilelementen aus haufwerksporigem Liapor und einer bewehrten Bodenplatte?
Die Transportbewehrung der Platten und die der Bodenplatte wirken als faradayscher Käfig, die Elemente sind diffusionsoffen und wärmedämmend. Als Innenputz können Sie Lehm einsetzen.
Als Bodenaufbau können Sie dann alle gängigen Systeme verwenden, egal ob Heizestrich,Kalk- Kork Estrich, Dielung, Fliesen...
Eine Gründung mit Streifenfundamenten ist aufwändiger in der Herstellung (Schalungsaufwand, Erdarbeiten, Betonierarbeiten) und weist eine geringere Fehlertoleranz auf. Das gilt vor allem für den Bereich der Abdichtung gegen Bodenfeuchte.
Viele Grüße

p.s. Dieser Vorschlag ist nicht ironisch gemeint!



ich



gebe Georg vollkommen recht, eigentlich schafft nur eine umlaufende Bewehrung den gewünschten Abschirmeffekt. Das eine Bodenplatte aufgrund seiner Bewehrung schädlich ist, ist mir neu. Aber man kann ja nicht alle neuesten Forschungen kennen.
Bei unseren Planern hat sich ein Streifenfundament um die 1 m tief , Mittelwände etwa 50 cm tief und darauf eine bewehrte Platte, auf Maß geschalt, eingebürgert. Hat viele Vorteile, vor allen die durchgehende Andichtungsebene und die große Maßgenauigkeit.



ok



was auch geht istdiese Variante
http://www.lehmschwalbe.de/Laden/bodenplaten.html
ist eine sehr gute, und erlich eine gute Variante, ich habe sie so ähnlich und ich bin Beeindruckt.
mit freundlichen grüßen aus der Uckermark
Ralf
wenn du Fragen hast einfah anrufen