Pfetten verlängern ?!

17.02.2013 Spreewälder



Guten Abend.

Ich habe eine Frage an die Dachexperten.
Mein kleines Haus hat ein Pfettendach ohne Dachüberstand
an den Giebelseiten. Die Pfetten liegen bis zur Giebelwand
und sind dann mit einem Eisenwinkel in der Giebelwand verkeilt ( kenne leider nicht den Fachbegriff).
Ich denke mal das ist dazu da die Giebelwand zu stützen?!
Nun möchte ich gerne die Pfetten durch die Giebelwand verlängern um aussen noch einen Sparren aufzulegen um einen
vernünftigen Dachüberstand zu bekommen.
Was muss ich dabei beachten und was gibt es für Lösungsvorschläge?
Danke



Pfettenverlängerung



Das geht nur wenn man die konkreten Bedingungen kennt. Wenigstens ein Foto ist erforderlich und ein paar Maße.

Ganz allgemein gesagt ist es möglich, dazu muß das Dach abgedeckt und die Dachlatten samt Sparren bis in Höhe des ersten Stuhlsäulenpaars entfernt werden. Dann die Mittelpfetten bis zur ersten Stuhlsäule demontiert und verlängerte Pfetten mit Stoß auf der Stuhlsäule wieder eingebaut werden. In dem Zusammenhang wird die Verankerungsfrage gelöst. Die Fußpfetten werden ebenfalls mit genügender Länge entfernt und längere, neue Fußpfetten angeblattet.
Was mich wundert: Das Ihr "kleines Haus" ein Pfettendach hat. Dazu passt eher ein Sparrendach.

Viele Grüße



Bevor



ich an solch eine architektonische Veränderung drangehen würde, wäre es vielleicht sinnvoll zu überlegen, ob das Haus durch diese Maßnahme nicht verschlimmbessert wird.
In verschiedenen Gegenden haben sich im Lauf der Jahrhunderte verschiedene Architekturformen herauskristallisiert, die dort mit den natürlichen Gegebenheiten harmonieren. Z.B: Mit dem Wetter.
Es gibt in manchen Gegenden geringe Dachüberstände, weil dort mehr Wind weht. In Landschaften mit viel Schnee und/oder Regen sind traditionell große Dachüberstände angesagt.
Soviel zur traditionellen (gewachsenen) Architektur und den Dachüberständen.
Dann gibts ja noch die von "Architekten geschaffene Architektur". Den studierten Planern waren(sind?) die Witterungsgegebenheiten meistens wurscht. Z.B hat ein Gründerzeithaus auf Rügen genauso einen "Burgunderbogen" wie in der Schweiz, oder in Polen. Wenn so ein geplantes Haus verändert wird, kann diese Änderung den Charakter des Gebäudes versauen.
Das wollte ich nur zu Bedenken geben.
Ansonsten: Machbar ist alles! So wie ich mir das vorstelle müsste eine Verlängerung dieser Pfetten mit einem langen, stehenden geraden Blatt , Bolzen und Holzverbindern an die alte Pfette gebolzt werden. Vorher in diesem Bereich das Dach öffnen und das behindernde Mauerwerk entfernen. Ob die Eisenbänder/Winkel für die Durchführung der Arbeit kurzfristig entfernt weden müssen, ist Entscheidung des Ausführenden.
Eine weitere Möglichkeit wäre auch: Den Dachüberstand nur mit den Dachlatten zu vergrößern. Das kostet um Einiges weniger und bringt auch schon was.
Ralph Schneidewind



Pfetten



Das mit dem gestalterischen Aspekt spricht mir aus der Seele.
Wenn in Mitteldeutschland an der Saale plötzlich ein kanadisches Blockhaus im Stil einer Baba Jaga- Hütte oder in Staßfurt Giebel mit Dachüberständen und Balkonen im Jodelarchitektur- Stil auftauchen kann sich einem schon mal der Magen umdrehen.
Aber das war wohl immer so.
In Aschersleben steht eine Millionärsvilla aus der Gründerzeit im Stil eines toscanischen Castellos, inklusive Renaissancegarten.

Viele Grüße





Danke für die Antworten.
Traditionelle Architektur hin oder her, manchmal müssen eben
Veränderungen gemacht werden. Das Haus soll eine Wärmedämmung und eine Holzverschalung bekommen.
Da reicht eine Verlängerung des Dachüberstandes mit Dachlatten nicht aus.
Das Dach hat eine Breite von 7,50 Meter und eine Sparrenlänge von 5,50 Meter. Das Dach hat Fußpfetten, Mittelfetten und keine Firstpfette.
Wie die Pfette verlängert wird ist mir theoretisch klar.
Doch die Eisenbänder/ Winkel müssen dann entfernt werden und passen ja auch nicht mehr an die verlängerten Pfetten.
Kann die Gibelwand dadurch rauskippen?
Danke.