Wie Löcher in alten Dielenboden behandeln?

07.04.2010



Hallo zusammen!

Ich habe folgendes Problem: ich habe im Zuge der Renovierung meiner künftigen Wohnung einen alten Dielenboden (etwa 100 Jahre alt) freigelegt, der sich unter dem alten Parkettboden befunden hat.

Leider war jedoch zwischen dem Dielenboden und dem Parkettboden eine Holzlattung angebracht zur Isolierung und natürlich war diese Lattung mit sehr sehr vielen Schrauben an dem Dielenboden befestigt. Das heißt, dass ich jetzt sehr viele kleine Schraubenlöcher in dem Dielenboden habe (der an sich sonst in einem sehr guten Zustand wäre).

Da ich auf jeden Fall den alten Dielenboden wieder renovieren möchte, stellt sich für mich jetzt die Frage, wie behandle ich diese Löcher? Kann man die vor dem Abschleifen mit etwas Füllen???

Und kann man mit dem selben Mittel auch gleich die Fugen zwischen den Dielen füllen?

Weitere Fotos zum Boden findet ihr in meinem Blog: http://www.georg-gradl.at/renovierung/spitz/schlafzimmer/Eintrage/2010/3/21_III._Dielenboden.html

Wär super, wenn mir wer helfen könnte!!!

Lg Georg



Wie Löcher im Dielenboden behandeln ?



Hallo,

die Fugen kann und soll man nicht füllen, damit die alten Dielen sich je nach Ausgleichsfeuchte frei verformen können.
Kommt es zu behinderten Spannungen haben Sie sonst statt einer Fuge deren zwei.
Die Löcher können Sie aber mit einer Mischung aus 2-Komponenten-Epoxyharz und Füller (Sägemehl geht gut) verspachteln (Sicherheitsdatenblatt beachten, keine Berührung mit der Haut, gut Lüften !).
Das Material gibt es im Handel für Bootszubehör unter dem namen WEST-System: wood epoxy saturation technique.

Grüße vom Niederrhein



Es geht...



...auch einfacher: Wenn der Boden sowieso geschliffen wird, schleift bis zur Körnung 80 oder 100, und vermischt den feinen Schleifstaub mit einer Kittgrundmasse aus dem Parkettlegerbedarf. Die lösemittelhaltige Variante stinkt etwas und trocknet schneller, als der wasserbasierte Kittgrund.

Fugen jedoch sollten, wenn überhaupt, nur elastisch geschlossen werden (keinesfalls Silikon). I.d.R. ist es überflüssig.

Grüße

Thomas



Löcher füllen im Dielenboden



Hallo Georg ...

da gibt es ein feines Kaseinpulver, dass mit Wasserzugabe zu
einem Leim angerührt werden kann ... damit bekommen Sie die
Löcher problemlos gefüllt. Da die Füllmasse aber weiss ist,
müssten Sie wahrscheinlich ein Braunpigment
mit einrühren, um farblich anzupassen.
Der Kaseinleim ist diffussionsoffen, so soll es sein.
Sollten die Löcher sehr klein sein, genügt u.U. auch
Le Tonkinois-Paste (wird vorwiegend im Schiffsbau verwendet,
um kleine Risse an den Aussenbugen zu beheben). Die Paste ist von Konsistenz und Farbe wie Honig. Man brauch aber Geduld, um sie optimal trocknen zu lassen. Ist ebenfalls
diffussionsoffen.
Und Fugen nicht füllen !

Herzliche Grüße

Christine



vielen Dank....



...für eure Antworten!!!

Also wenn ich mir das so durchlese und auch hier im Forum noch andere Beiträge zu dem Thema lese, dann bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass ich die Fugen zwischen den Dielen frei lassen werde und sie nicht füllen werde. Zumal auch die Fugen bei dem Boden sehr schmal sind. Ich muss nur versuchen, dass ich den Fugenkitt der jetzt noch teilweise von früher drinnen ist, raus bekomme... Aber ich vermute, dass der beim Abschleifen sowieso ausbrechen wird?

Bezüglich den Löchern bin ich noch nicht sicher, was ich genau machen werde. Plausibel klingt für mich, Sägespäne mit einem Art Leim, bzw dem 2-Komponenten-Epoxyharz, zu mischen und dann in die Löcher zu spachteln. Das Problem ist nur, dass mein Boden mit brauner Farbe gestrichen ist... Dh wenn ich ihn abschleife, ist das Sägemehl nicht in der Holzfarbe, sondern eben braun... Dh ich müsste ein anderes Holz nehmen für die Späne. Muss ich da versuchen, genau die Sorte von Holz zu bekommen aus dem der Boden ist? oder kann ich da irgend eine feine Späne nehmen?

Danke, Lg
Georg





Moin Georg,

die Dielen müssen sowieso mehr als einaml geschliffen werden. MAn fängt mit sehr groben Schleischeiben an und wird dann immer feiner. Von dem feinen Schleifstaub kannst Du dann was nehmen, der hat auch die richtige Farbe. Denn da ist dann kein Lack mehr drauf.

Ich hab mal gehört, dass einfacher Holzleim (der weisse z.B. von Ponal)gemischt mit Schleifstaub auch funktionieren soll. Hab es selber aber noch nicht probiert.

Auf unseren Boden waren Spanplatten geschraubt. Die Löcher sind nach dem Schleifen fast verschwunden. Ich hab gar nichts gemacht. Vielleicht erstmal abwarten, was noch von den Löchern übrig bleibt.

Gruß
Jörg



Ein solcher Boden...



...sollte nicht mit dem Teller, sondern mit der Walze geschliffen werden. Körnungen (16) 24 36 60 80 (100) 120. Danach ggf. mit dem 120er Gitter einen Endschliff. Vor dem 80er bzw. 100er Schliff den Staubsack entleeren, dann gibt es auch kein braunes Gebrösel. Sägespäne sind übrigends zu grob für einen passenden Kitt. Ein Weißleim (1:3 - 1:5 verdünnt, bitte Probe machen) kann die Kittgrundmasse, die es wohl nur in 5l - Gebinden gibt, ersetzen. Ferner kann man auch auf handelsüblichen Holzkitt in passendem Farbton ausweichen. Diffusionsoffen muß eine solche Verkittung definitiv nicht sein, was sollte das bewirken?

Grüße

Thomas



Als Heimwerker



bekommt man in Österreich fast nur 24, 40, 60, 80 und 120. Wenn der Boden wirklich gut aussehen soll, sollte man IMHO noch mit der Tellermaschine drüber (ebenfalls 120), sonst sieht man die Längsriefen vom Schleifpapier ewig (wüßte gerne, wie das die Profis machen, bei denen fällt das viel weniger auf!). Wir haben die Eichenböden hier geölt und waren extragründlich - Walze bis 120, dann Tellermaschine 120 und 150 und zu guter Letzt Poliergitter 180. Jetzt kann man sich in den Böden spiegeln!

Von Bona gibt es Kittbasis auch in Litergefäßen, allerdings braucht die mindestens einen Tag zur Trocknung (obwohl auf der Packung steht "1 Stunde") und schrumpft sehr stark, erfordert also i.A. mehrere Aufträge. Wenn sie nicht richtig ausgehärtet war, verabschiedet sie sich von selber wieder. Die lösungsmittelhaltige (nicht im Baumarkt erhältlich) war auch nicht besser, stank aber bestialisch.

Eventuell geht der Lack (vermutlich Ölfarbe) mit grobem Papier (24) herunter, es ist aber zu befürchten, daß er die Schleifbänder fürchterlich verpickt und u.U. erst mit Heißluft, Abbeizer o.ä. entfernt werden muß. Sicher kostet er mehr Schleifpapier und Arbeit.

Die Lagerhölzer mit dem Boden zu verschrauben läßt auch auf besondere geistige Kapazitäten des Vorgängers schließen - es führt eine Trittschalldämmung etwas ad absurdum. Oder war das eine reine Wärmedämmung?

Übrigens: Dielenboden heißt so ein Boden nur in Deutschland, bei uns kennt man so etwas als Schiffboden (das was in Deutschland als Schiffboden bezeichnet wird, gibt es hier nur als Fertigparkett und wird verwirrenderweise unter dem gleichen Namen verkauft, wer aber im Geschäft einen Schiffboden verlangt wird zu 99% Dielen erhalten).



Verwirrte Österreicher?



Zunächst: Auch als Heimwerker bekommt der Österreicher das gesamte Sortiment, wenn er da kauft, wo es zu haben ist. Also im Fachhandel oder online.

Ein Dielenboden wird auch in Österreich als Dielenboden bezeichnet, und ganz besonders dann, wenn er raumlang verlegt wird. Wer's nicht glaubt, lese die Bücher von Erwin Thoma. Die Schiffsbodenverlegung ist ein Begriff aus dem Themenkreis Parkett. Daß der Handel nicht immer weiß, was er da über den Tresen schiebt, ist gleichermaßen auch ein deutsches Übel der Baumärkte.

Grüße

Thomas

Ach ja, damit der Lack beim Erstschliff nicht so klebt, im Erstschliff schnell über die Fläche gehen, es wird dann weniger warm am Schleifband.



Also



ich habe seinerzeit (vor ca. 6 Jahren) die Schleifmaschine (Lägle Profit) im Werkzeughandel geliehen und dort wurde mir gesagt es gebe nur die genannten Körnungen. Da wir einen alten Parkettboden wieder verlegt haben, was naturgemäß zu gröberen Unebenheiten führt, da hätten wir gerne Körnung 16 gehabt, gab es aber nicht. Und je weiter man von Großstädten weg kommt umso dünner wird die Auswahl an Fachgeschäften und umso stärker die Dominanz von Lagerhaus und den Baumarktketten. Beim Onlinehandel kommt immer das riesige Fragezeichen hinzu, ob die nach Österreich versenden und falls ja, wie saftig die Versandkosten ausfallen. Der Fachhandel dagegen gibt sich größte Mühe, für Durchschnittsmenschen unsichtbar zu bleiben, manche solcher FIrmen findet man (so man sie nicht gut kennt) nicht einmal im Telefonbuch. "Wo kriege ich das her?" ist so ziemlich eine der entscheidenden Fragen bei der Materialwahl durch Heimwerker. Leider.

Zu Bezeichnungen: Mag sein, daß Schiffboden für Dielen kein Fachbegriff ist, sicher aber eine seit mindestens 50 Jahren universell verwendete "Volksmundbezeichnung", die auch jeder Handwerker kennt und den Kunden gegenüber verwendet.



Es gibt sogar...



Körnung 12.

Ich kaufe meine Dielung zu bestimmt 50% seit Jahren im Österreich, und noch nie hat mir da jemand einen Schiffsboden geliefert, wenn ich eine Dielung wollte. Kein mir bekannter Dielenhersteller in Österreich bezeichnet lange Dielen als schiffsboden, das wäre einfach nur abwertend.

Wenn der Baumarkt um die Ecke kurze Endlosdielen als Schiffsboden bezeichnet, ist das nicht wirklich richtig, es ist aber auch ein völlig anderes Produkt, als da oben auf dem Foto.

Grüße

Thomas



"Schiffs- oder Dielen" ... MannohMann...



... wisst Ihr überhaupt noch, wer die Ausgangsfrage gestellt hat ? Ja ? Na dann is ja gut!

Schönes Wochenende
Christine



langsam...



...kann ich mir schon ein Bild davon machen, wie ich mit dem Boden vorgehen werd. Auf jeden Fall beginn ich mal mit einer groben 24er Körnung um zunächst die Farbe weg zu bekommen ---> Danke Thomas für den Tip, dass ich beim Erstschliff schneller drüber gehen soll, damit es sich nicht so aufwärmt, kann mir gut vorstellen, dass das einen Unterschied macht!

Bei den folgenden Schleifgängen - wenn die Farbe weg ist - werd ich mir die Späne für die Löcher aufheben. Werd sie dann mit einem Mittel mischen und in die Löcher einbringen. Welches Mittel ich nehm, muss ich mir noch überlegen, aber der eine Hinweis, dass möglicherweise "normaler" Leim (wie eben bspw "Ponal") auch funktionieren könnte, klingt schon sehr verlockend, da ich das bei jedem Baumarkt günstig bekommen würde..... Hat damit schon jemand Erfahrungen gemacht, wie das Resultat mit so einem Leim wird?

Der einzige Nachteil der mir momentan dazu einfällt ist, dass ich das Schleifgerät vom Baumarkt auf zwei Einheiten ausborgen muss, da der Leim sicherlich eine Zeit brauchen wird, bis er komplett ausgehärtet ist und ich da in der Zwischenzeit nicht drüberschleifen kann.... Aber wenn das Resultat passt, dann kann ich damit leben ;-)

Liebe Grüße

Georg



Ausprobiert



habe ich das schon einmal, richtig zufrieden war ich mit dem Resultat nicht - die Farbe paßt trotz Verwendung des gleichen Holzes nicht wirklich. Außerdem hätte ich bei einem Leim auf PU-Basis Sorge, ob ein Öl darauf dann hält. Das sollte man eventuell auf einem Probestück ausprobieren.

Um die Trocknungszeit zu beschleunigen könnte man eventuell Expreßleim nehmen, gibt es eigentlich von allen bekannten Leimherstellern und soll unter Pressung nach 5 Minuten belastbar sein, ohne Druck würde ich aus dem Bauch heraus annehmen, daß er nach einer Stunde fest genug für weitere Bearbeitung sein sollte. Fachleute mögen mich korrigieren, ich bin Elektrotechniker *g*



ja stimmt,



da könntest Recht damit haben, dass das Öl nachher schlecht bis gar nicht auf diesen Stellen halten wird. Wird wohl wirklich das Beste sein, wenn ich vorab mal ein Probestück nimm und es dort einfach ausprobiere. Dann seh ich wie lange es dauert bis der Leim trocken ist, ob die Farbe passt und ob dann darauf etwas haften würde....

Danke! Liebe Grüße



Weißleime...



...sind keine Pu-Leime, Haftungsprobleme für Öl bei einem Weißleim-Holzstaubgemisch gibt es nicht.

Wenn am Abend komplett durchgekittet wird, kann's am Morgen weitergehen. Bitte beachten, der Kitt sackt leicht nach, also leicht erhaben abziehen.

@ Christine

Isses so recht? Kein Abschwiff?

Grüße

Thomas



Thomas ... Abschwiff !



... ja genau ... so is brav !

Schöne Woche

LG Christine





Hallo Georg,

der Boden macht mir den Eindruck, dass sich das Abschleifen lohnen wird. Auch wenn manchmal bis zu 16er Körnung empfohlen wird, ich habe bei unseren Böden bisher mit 36er angefangen und lieber ein paar Bänder mehr verbraucht. Der Aufwand die 16er Riefen wieder rauszuschleifen lohnt sich imho nicht. Auch schleife ich nach entsprechenden Versuchen (bin jetzt beim 4. Raum) nur noch am Anfang auf 45 Grad diagigonal, später nur in Längsrichtung, damit Querrillen vermieden werden. Besorg Dir das Schleifband am Besten über einen (Online) Schleifmittelhändler - ist viel preiswerter als die Bänder die man vom Verleiher bekommt. Natürlich will der Verleiher auch leben, aber der Unterschied ist schon heftig.

Wurmlöcher verschließe ich mit der Fugenkitlösung auf Wasserbasis (habe die Lösungsmittelvariante noch nicht probiert, da ich Angst hatte, dass das Öl später nicht gleichmässig eindringt.


Ein schönes Haus habt ihr da ! Bleibt fröhlich bei der Arbeit ohne Stress, dann wird es mit der Zeit.

Grüße
Klaus



Wir haben



die 24er-Körnung auch nur dort verwendet, wo wir bei Eichenböden Stufen von mehr als 1mm wegschleifen mußten. Bei Fichte, Tanne o.ä. würde ich auch nicht zu so groben Körnungen greifen, es sei denn die Ölfarbe versaut das Schleifpapier völlig.



Die gröberen Körnungen...



...werden des Lackes wegen verwandt, unabhängig von Hart- oder Weichholz. Zudem sind auf Dielenböden oft größere Wellen zu nivellieren, was mit einer 36er Körnung zur zeitraubenden Materialschlacht werden kann.

Grüße

Thomas



Danke für die Tipps!!



Hallo an das Fachwerkhaus-Forum,

etwas verspätet aber doch, wollte ich mich noch für eure Kommentare bedanken. Ich hab den alten Dielenboden mittlerweile erfolgreich abschleifen und frisch einölen können. Dank euren Tipps kann sich das Ergebnis sehen lassen, bin echt total zufrieden mit dem Resultat!!! Es geht halt nichts über einen alten Dielenboden :-))

Anbei ein Foto vom Ergebnis....
Falls wer Interesse hat, kann man sich in meinem Blog auch Fotos vom Abschleifen und weitere Fotos vom Ergebnis ansehen......
http://www.georg-gradl.at/renovierung/spitz/schlafzimmer/Eintrage/2010/7/20_XI._Fertigstellung_des_Schlafzimmers.html

Lg Georg