Massivparkett auf alte Dielen

05.09.2006



Hallo,

mich beschaeftigt derzeit die Sanierung unseres Dielenbodens im Wohnzimmer:

Nicht unterkellert, auf Kalk-Sandsteinstelzen sind die die Bohlen verlegt, darueber der Dielenboden vernagelt. Die Dielen sind orginal und vom Vorbewohner abgezogen. Allerdings nicht mehr super gut und ein Bereich an der Tuer ist mit neuen Massivdielen aus Kiefer aufgenagelt worden (gegen die Richtung der alten Dielen).

Ich wuerde gerne unter den ca 42 qm daemmen. Zum einen koennte ich alte Daemmung aus dem Dach da "reinwerfen", dann muss ich aber die Dielung zumindest zum Teil entfernen. Zum anderen gibt es ja die Moeglichkeit Zellulose oder aehnliches einblasen zu lassen.

Dann wuerde ich gerne die neuen Dielen entfernen und komplett neues Massivparkett legen. Dass das Parkett gegen die Legerichtung der Dielen muss ist klar. Mir stellt sich die Frage, ob ich es direkt auf den Dielenboden nageln oder krampen kann oder ob man ein anderes Verfahren waehlen sollte.

Die Trittschalldaemmung ist mit der doppelten Lage Dielung ausreichend, mit der einfachen Lage Dielung derzeit unbefriedigend. Kann ich mit einer Zwischenlage Kork noch etwas bewirken oder ist das beim Nageln hinderlich?

Fuer Anregungen und Informationen immer offen, Gruss Carsten



Hallo Carsten,



zunächst würde ich sicherstellen, daß keine Feuchtigkeit in die einzubringende Dämmung aufsteigen kann, sonst baust Du umsonst. Kork-Kalk Estrich taucht hier im Forum öfters auf, ich habe aber selbst keine Erfahrungen damit.

Hast Du die Balkenlage schon gründlich inspizieren können?

Die alte Dielung sieht also nicht mehr gut aus und wird wohl auch nicht besonders eben sein. In diesem Falle wirst Du mit einen neuen (Nagel-)Parkett wenig Freude haben, die Teilchen lösen sich früher oder später, besonders, wenn die Dielen etwas federn. Das Parkett wird wohl nicht ganz billig und auch für lange Zeit gedacht sein, also würde ich einen neuen Rauhspund-Boden in Erwägung ziehen, um nicht "auf Sand" zu bauen.

Die angedachte Kork-Zwischenlage bringt wenig und stört eher beim Nageln / Schrauben, darunter ist ja kein Wohnraum. Außerdem ist jeder Nagel eine Schallbrücke. Wenn die Hohlräume ausgeblasen sind hast Du sicher genug getan. Eine dünne, diffusionsoffene Zwischenlage (Karton o.ä.) genügt vollauf.

Falls Du ein individuell gestaltetes Parkett, eine Felderdielung o.ä. planst, bieten wir das gerne an.

Mit Grüßen

Restauratio GmbH
Thomas W. Böhme (GF)
Büro: Pillnitzer Landstraße 124
01326 Dresden

0351 - 2685949
0177 - 5333544



klingt gut!



Hallo Herr Schmidt,

grundsätzlich ist es richtig, die Feuchtigkeit in dem Hohlraum nochmal zu prüfen. Falls kein Messinstrument in der Nähe, folgende Idee: Hygrometer in den Hohlraum legen, nach ein paar Stunden ablesen, mit einer Gegenmessung in dem darüberliegenden Raum vergleichen. Wenn es eine erhebliche Differenz gibt, sollte man über Maßnahmen sprechen.
Hintergrund: evtl. schwitzt auch heute schon eine geringe Menge Feuchtigkeit durch den alten Boden durch. Dies ist oft ungefährlich. Erst wenn durch das einlegen einer Dämmung, und aufbrigen eines weiteren Bodens hier die Diffusion verändert wird, kann es zur schädlichen Feuchteanreicherung kommen. Bitte nicht als Verunsicherung empfinden : hier gilt es nur vorzubeugen !
-zur Verlegetechnik: nageln ist ein altes und sicheres Verfahren zur Befestigung von Parkett auf Holzunterlage. Da Holz permanent den Änderungen der Luftfeuchte folgt, gibt es ein ständiges Quellen und Schwinden, daraus folgend, ein ständiges Reiben Holz an Holz, und Holz an Nagel. folglich sind entstehend Geräusche " verlegetypisch". Es wird durch das Verschrauben etwas leiser, da die Schraube den Boden fester fixiert.Vorbohren ! Hier bleiben auch Geräusche erhalten.
Es ist immer zu einer diffusionsoffeneren Öloberfläche zu raten.Die Verlegung sollte ohne Zwischenlage auf dem alten, - ebenen! Boden erfolgen, notfalls mit Parkettschleifer vorher grob Abschleifen und nachnageln. Jede Zwischenlage birgt die Gefahr zusätzlicher Geräusche, da hier die kraftschlüsseige Verbindung mit dem Untergrund unterbrochen wird.



Nur noch ein winziger Widerspruch



Der vorgeschlagene Karton (ich dachte da an ca 1mm-starke Rollpappe) gibt nicht nennenswert nach, wird also im Parkett selbst nicht zu zusätzlichen Geräuschen führen. Er soll aber eine direkte Reibung Unterdielung - Parkett verhindern und damit ein mögliches Geräuschpotential beseitigen.

Ich sehe ebenfalls das Nageln als ein bewährtes Verfahren auf ebenen Böden. Da jedoch, wo etwas mehr Bewegung im Untergrund möglich ist (vielleicht sind die alten Dielen gar nicht mit Federn verbunden?), oder eben bei Unebenheiten, die die Parkettelemente "kippeln" lassen könnten, halte ich Dielungsschrauben von SPAX für besser, das geht i.d.R. auch ohne Vorbohren.

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme



Danke fuer die Tipps, doch noch Fragen offen...



Hallo,

danke erst einmal fuer den Tipp mit dem Hygrometer. Das werde ich am Wochenende gleich testen. Eine defekte Diele habe ich entfernt gehabt, augenscheinlich ist da unten keine starke Feuchtigkeit. Aber besser nachmessen...

Ich wuerde gerne den Dielenboden drin lassen, d.h. auch Balken und Stempel. Es ist eine schoene, gerade Flaeche und auch wenn er im Finish nicht ganz perfekt abgezogen ist, doch noch sehr ansehnlich. Mit den Stempeln benoetige ich dann keinen Estrich. Aus diesem Grund dachte ich an eine Waermedaemmschuettung (Schallschutz ist eher sekundaer).

Ich habe jetzt im Forum nochmal gesucht und eine Skizze gefunden, auf der unten ca. 20cm Kies und dann Kork-Gips-Estrich 10cm aufgetragen wurden. Zwischen die Balken dann eine Korkschuettung. Das ist natuerlich eine perfekte Variante, aber ich wuerde gerne die Dielung nur zum Teil hochnehmen und die Stempel stehen lassen. Bis zum Boden sind 27 cm Platz, fuer eine Korkschuettung ist das ein wenig viel. Hat da noch jemand eine andere Idee.

Wie das mit dem Parkett auf die Dielung geht, ist mir jetzt klar. Der Teilbereich, auf dem neue auf alte Dielung teilweise genagelt, teilweise geschraubt ist, ist der Trittschall fuer ein Einfamilienhaus wirklich ok. D.h. ich werde auf die alte Dielung die Pappe Verlegen und mir dann vielleicht doch ueberlegen ob ich nicht schraube. Die Dielung hat, wie schon in einem Beitrag vermutet, natuerlich noch keine Nut und Feder....

Gruss Carsten