Wie 40qm Ölsockel im Innenbereich schonend und effektiv entfernen

03.01.2007



Hallo,

nachdem wir mühsam im Flur der Wohnung ca. 7 qm Ölsockel, bestehend aus mehreren uralten Schichten Ölwandfarbe mit Spachteln abgekratzt haben, fragen wir uns, wir wir die
anderen ca. 40 qm Ölsockel abbekommen sollen... ohne vorher daran zu verzweifeln...?
Der Untergrund ist alter Kalkputz. Teilweise werden wir ihn abschlagen, dort ist das Thema natürlich somit erledigt. Aber das ist nur der kleinste Teil.
In einem Farbenfachhandel erkundigten wir uns nach chem. Möglichkeiten, welche aber auch gesundheitsverträglich sind.
Dort winkte man ab. Soll heißen, daß es zwar ökolog. verträgl. Lösemittel gibt, die aber sehr lange einziehen müssen, was bei einer senkrechten Wand kompliziert sein dürfte. Die Alternative wäre die chem. Keule- mit schädlichen Dämpfen, die auch tagelang im ganzen Haus bleiben, in die Wände eindringen und dort verbleiben und ohne Schutzanzug mit Atemschutz geht da gar nichts.

Das verbietet sich also von selbst.

Wie würden es prof. Firmen angehen, wenn sie also vor so einer Aufgabe stehen oder wie kann man es selber effektiv ausführen und dabei trotzdem den Wandputz schonen?

Auch wenn es sich hier um das Treppenhaus handelt, wir wollen gern den Ölmist von der Wand, damit diese auch gerade in Übergangsperioden besser "atmen" (austauschen) kann...

Vielen Dank und eine gesundes neues Jahr

MfG

Andreas Bednarz



Putzfräse



Hallo Herr Bednarz,

hab für Sie mal bisschen gesucht, interessante Seite zur Bestimmung des richtigen Gerätes.
Damit nehmen Sie einfach die obersten paar Millimeter weg, fertig.

http://www.werkzeug-news.de/Forum/ftopic1614.html

Alles Gute



Ölsockel



Hallo Herr Bednarz
den Ölsockel können Sie im Microstrahlverfahren bzw.im Rotec-Heißdampfverfahren schonend reinigen.Ich arbeite Bundesweit bund kann Ihnen bei Bedarf ein kostengünstiges Angebt unterbreiten..
Anfrage bitte an e-mail fassadenreinigung@gmx.de

Mfg Peter Schneider







Hallo Andreas



bei einem Werkzeugverleih eine Putzfräse und einen Industriesauger besorgen und den Ölsockel abfräsen.
Staubt zwar etwas, ist aber allemal besser als die mühselige Abkratzerei mit einem Spachtel.
@ Peter: Eintrag richtig lesen!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Sanierfräse von Festool



Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Das Teil läßt sich sehr gut in der Eindringtiefe einstellen (0-3mm) und sehr gut absaugen. Der Feinstaub wird völlig abgesaugt, nur größere Steinchen fallen zuweilen heraus.

Grüße

Thomas



Vielen Dank...



Hallo,

vielen Dank für die Ratschläge- also eine Putzfräse bzw. Sanierfräse mit Feinjustierung- das hört sich gut an.

Vielleicht hätte ich noch erwähnen sollen- für alle, die es nachträglich lesen werden, daß das Abbrennen auch keine Option darstellt- damit wird die Wand beschädigt bzw. läuft man Gefahr, daß sich verflüssigte Partikel in den Putz einschmelzen- damit hat man dann eine neuwertige Ölwand :-)

Da fällt mir glatt ein Stein vom Herzen- meine Familie meutert sonst noch

MfG

Andreas Bednarz



Glückwunsch...



...zu Ihrer Familie, die scheint sich ja wirklich für den Bau zu interessieren!

Mancheiner muß die Seinen eher mitschleppen...

Grüße

Thomas



meine bewährte Verfahrensweise dazu...



Hallo,

also mittlerweile kann ich dazu ein Fazit ziehen.

1. gut, daß wir keine Sanierfräse geholt haben, die hätte uns permanent Ärger eingehandelt..., warum?
Die riesige Ölfarbenfläche gliedert sich so wie der Rest der Wandfarbe in zwei Gruppen- eine ist direkt auf "relativ neuen" Betonmörtel einlagig aufgebracht und der große Rest ist in 6 oder 7 dicken unterschiedlichen Schichten auf alten Putz aufgebracht. Sehr oft sind darin verdeckt Stahlnägel - stifte, Schraubenreste und ähnliches unter der Farbe zu finden. Das sieht man erst beim Arbeiten. Damit hätten wir vermutlich permanent die Fräsköpfe ruiniert. Wenn ich daran denke, daß man hier pro angenutzten Milimeter bezahlt, wäre das teuer geworden.

2. Deswegen habe ich die Farbe auf dem alten Putz mit dem Spachtel abgekratzt (eine Tortur) und die einlagige Farbschicht auf dem "neuen" Betonputz mit der Flex vorsichtig abgeschliffen (eine staubtreibende Sache- Abhängen aller Durchgänge und Türen und das Tragen einer Staubmaske, sowie permanentes Durch- und Ablüften ist Pflichtprogramm). Diese Strategie führte auch zum Erfolg und kostete "bloß" Zeit, Nerven, Muskelkater und Blutblasen und jede Menge abgenutzter Spachtel und Schleifscheiben. Die 10.000 Schichten Dispersionsfarbe haben wir ebenso enfernt bzw. sind noch dabei.

Der Elan meiner Familie hält sich dabei sehr in Grenzen. Von spontaner Begeisterung ist keine Spur. Kein Wunder nach 6 Jahren Bau und kein Ende in Sicht. Ich kenne aber jemanden, der baut seit 30 Jahren (allein) ein Haus, welches noch größer als unseres ist, und er lächelt noch- das gibt mir Auftrieb.

3. Die Wand sieht danach natürlich ein wenig lädiert aus, davon abgesehen kamen jede Menge verdeckte Schäden zum Vorschein, Relikte alter Installationen von Anno Tobak.
Wir tragen deswegen überall als Abschluß dünn einen sehr leichten atmungsaktiven Putz auf, Streichen mit geleimter Wandfarbe oder einer mineralischen Farbe, welche klimafreundlich ist.

MfG

AndreasB