Neubau eines Fachwerkhauses - Anforderungen Wärme, Schall usw.

22.05.2008



Hallo liebe Experten,

wir haben ein Grundstück in einem alten Dorfkern gekauft und überlegen, ob sich ein Neubau eines Fachwerkhauses lohnt. wir mögen einfach den Stil, den diese Häuser haben.

Nun ist es ja so, dass man beim Neubau einiges an vorschriften einzuhalten hat. Statik dürfte ja kein Problem sein, aber EnEV-Wärmeschutz, Schallschutz (falls wir eine Einliegerwohnung reinbauen), Brandschutz - ist wohl mit der "klassischen" einschichtigen Fachwerkwand nicht zu erfüllen.

gibt es dazu Hinweise oder ausgeführte Beispiele (zweischalig FW-Wand, oder nur innen/nur außen fachwerksichtig, Außendämmung, ... keine Ahnung, was alles noch in Frage käme)

vielen Dank und beste Grüße
Alfred





Guten Morgen,

es gibt Häuser am Markt, die sehen aus wie Fachwerkhäuser, sind aber nur Imitate. In alter handwerklicher Technik, also mit entsprechenden zimmermannsmäßigen Verbindungen, mit Lehmstaken in den Gefachen oder wenigstens mit Leichtlehmsteinen ausgemauert und mit Wickeldecken, ist das alles so lohnintensiv, daß man zwei moderne Häuser davon bauen könnte.
Aber was steht einem modernen Holzhaus im Wege ?
Da ist alles machbar und obendrein wirtschaftlich dazu.

Jede Zeit baut die Gebäude, die dem Stand ihrer Technik entsprechen.
Von einem FW-Imitat rate ich Ihnen ab.

Grüße vom Niederrhein





Hallo

Zu den Kosten hat Dieter Beckmann ja schon das wichtigste gesagt.

In den meisten Fachwerkhäusern sieht man entweder nur innen oder nur Außen das Fachwerk (wenn nicht irgendjemand "Nostalgie" geschrien hat und den Putz entfernt hat). Jedenfalls ist das an den Außenwänden so (Winddichtigkeit!). Bei Innenliegenden Wänden spricht nichts gegen reine Fachwerkwände. Man kann auch Fachwerkhäuser (moderat)dämmen.

Die EnEV ist ja gottseidank so ausgelegt das die dickstmögliche Außenwanddämmung nicht die allein seligmachende Lösung ist. Viel kann man durch die Wahl seiner Energiequellen ausgleichen. Zu den verschiedenen Dämmlösungen gibt es ja hier im Forum etliche Diskussionsbeiträge. Was im bestehenden Haus funktioniert, sollte es auch in einem Neuen tun.

Gleich in welchem Stil sie bauen wollen: Überlegen sie sich gut, ob sich die Mehrkosten, die durch den Bau einer Einliegerwohnung entstehen, durch Vermietung wieder amortisieren.

Je nachdem wie die Häuser in ihrem Ort gebaut sind, wäre vielleicht auch eine Lösung das Erdgeschoß zu mauern und nur das Obergeschoß in Fachwerk auszuführen. ( Bei uns sind jedenfalls viele historische Gebäude so ausgeführt.)

Wichtig ist meines Erachtens auch, das Fachwerk an die Bautradition in ihrem Ort anzupassen. Sonst gerät man ganz schnell in eine Disneyland-Ecke, was zwar dem Besitzer gefällt, aber bei jemandem der sich damit auskennt schlichtes Grauen hervorruft.

An und für sich finde ich es schön, wenn Handwerker die Möglichkeit bekommen, "Handwerk" auszuführen. Letztendlich wird dies aber sicher eine Frage des zur Verfügung stehenden Geldes sein.

Viel Glück und ein gutes Händchen bei den Entscheidungen.
Gruß

Dorothée





Danke erstmal für die schnellen Antworten.
Das Erdgeschoss zu mauern (kann man ja sehr energiesparend machen) und das Obergeschoss in Ständerbauweise oder halt Fachwerk hatten wir auch überlegt. Auf den Nachbargrundstücken stehen zwei FW-Häuser in dem Stil, deshalb wäre es vielleicht ganz passend.

Ein Imitat finde ich natürlich auch nicht gut, es sollte schon in sich stimmig sein.

Darf ich nochmal nachfragen, was genau Sie mit Holzhaus meinen - Richtung Blockhaus/Holzstapelbau ?

Danke und Grüße
Alfred Z.



KfW-60 als Standard



Hallo Herr Zupfer,
wir sind Hersteller von traditionell gezimmerten Eichen-Fachwerkhäusern.
Unsere Häuser erreichen minimal den KfW-60-Standard.
Bitte informieren Sie sich auf unserer Homepage www.fuhrberger.de
Viele Grüße, Christian Zeymer





Hallo Herr Zeymer,
ja, Ihre Seite habe ich schon mal angesehen.
Allerdings ist hier das verzierte und steinsichtig ausgemauerte Fachwerk eher unüblich, so dass diese Häuser in der umliegenden der Tat etwas fremd wirken würden.

Wie ist bei Ihnen der Wandaufbau, wenn Sie KfW 60 einhalten - Innendämmung? Mit einer ausgemauerten FW-Wand ist das ja nich zu erreichen.



auch schnörkellose und verputzte Häuser im Angebot



Hallo Herr Zupfer,
wir versuchen immer landschaftstypisch zu bauen und die Fachwerkgestaltung den ortsüblichen Verhältnissen anzupassen (wenn die Bauherren denn auch mitmachen).
Bzgl. weiterer Fragen (Wandaufbau usw) können Sie mich gerne anrufen unter 05135-701 oder 0172-2855771.
Viele Grüße, Christian Zeymer





Guten Tag Herr Zupfer,
schauen Sue doch mal bei uns oder auf unserer Homepage www.landhausbauten.de vorbei. Gemeinsam mit der Fa. Schmitz Bau errichten wir deutschlandweit individuell geplante und traditionell gefertigte Fachwerkhäuser, die wir auf Wunsch der Bauherren auch in regionell typischer Fachwerkkonstruktion gestalten.
Schallschutz und Wärmedämmung sind bei der massiven Konstruktion unserer Häuser kein Problem.
Beim Stöbern nach dem für Sie richtigen Konzept vile Freude aus dem sonnigen Kremmen
Ingolf Christianus